Kostenloskultur Das gibt es gerade im Netz geschenkt

RTL streamt die Serie "Deutschland 83", in der Doku "Von Dada bis Gaga" geht es um schockierende Kunst - und in der App "Starlit" begleitet der Spieler einen Maulwurf durchs Erdreich. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

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1. Kalter Krieg: RTL-Serie "Deutschland 83"

Überzeugter Sozialist, unfreiwilliger Spion: Jonas Nay als Martin Rauch
RTL Now

Überzeugter Sozialist, unfreiwilliger Spion: Jonas Nay als Martin Rauch

Ein überzeugter Spion sieht anders aus: Gerade erst nach Bonn geschleust, ergreift der 24-jährige DDR-Soldat Martin Rauch (Jonas Nay) schon die Flucht. Verblüfft irrt der Protagonist der Serie "Deutschland 83" durch einen westdeutschen Supermarkt. In acht Folgen unternimmt "Deutschland 83" eine Zeitreise in die deutsch-deutsche Geschichte.

Der US-Sender SundanceTV hat die Serie schon vor der deutschen Premiere gekauft und ausgestrahlt - über eine zweite Staffel wird bereits spekuliert. Derzeit zeigt RTL die erste Staffel bis zum 17. Dezember. Die Folgen erscheinen nach der TV-Ausstrahlung in der RTL Now-Mediathek und sind dort bis zum 24. Dezember verfügbar. Eine ausführliche Besprechung der Serie lesen Sie hier.

2. "Von Dada bis Gaga": 100 Jahre Performance-Kunst

"Von Dada bis Gaga": Intro mit Marina Abramovic
3sat

"Von Dada bis Gaga": Intro mit Marina Abramovic

So schockiert man sein Publikum: Die 3sat-Reihe "Von Dada bis Gaga" erzählt, wie Künstler seit dem ersten Weltkrieg mit skurrilen Aktionen Tabus brechen. Von Hugo Balls dadaistischem Lautgedicht "Karawane" bis hin zu Helge Schneiders Unsinnslied "Fitze Fitze Fatze", von Louis Buñuels albtraumhaftem Kurzfilm "Un Chien Andalou" bis hin zu modernen Flashmobs.

Die Reihe zeigt historische Filmaufnahmen und lässt Kunsthistoriker und Künstler wie Marina Abramovic oder Blixa Bargeld zu Wort kommen. Dabei entsteht aus den vielfältigen Strömungen eines Jahrhunderts eine kontinuierliche Erzählung - das geht nicht ohne Vereinfachungen. So wird den Dadaisten überspitzt nachgesagt, sie hätten die Welt auf den Kopf gestellt. Und Freuds Psychoanalyse wird auf den Satz heruntergebrochen: "Alle wollen mit ihrer Mutter schlafen."

Die erste Folge "Von Dada bis Gaga" ist bis 29. Dezember in der 3sat-Mediathek abrufbar, die zweite Folge bis zum 4. Januar, die letzte Folge bis zum 10. Januar.

3. Maulwurf sucht Sterne: Spiele-App "Starlit"

Screenshot aus "Starlit": Mit Bomben gegen watschelnde Monster
Rockhead Games

Screenshot aus "Starlit": Mit Bomben gegen watschelnde Monster

Ein böses Wesen hat die Sterne vom Himmel gestohlen und in der Erde vergraben. Nur ein Maulwurf kann sie wieder einsammeln. Das ist die sonderbare Geschichte hinter der Spiele-App "Starlit".

Das Plattform-Spiel für iOS und Android bietet 64 liebevoll gestaltete Levels und drei Spielmodi. Während sich der Maulwurf auf der Suche nach den Sternen durch die Spielewelt buddelt, begegnet er knuffigen Monstern und schaltet neue Superkräfte frei. So kann er beispielsweise nach einiger Zeit Bomben werfen oder Pfeile abfeuern.

Das Spiel lässt sich auch ohne In-App-Käufe bestreiten, allerdings müssen sich Nutzer dafür mit kleinen Pausen abfinden. Denn wer in einem Level fünf Mal scheitert, muss bis zur nächsten Runde eine Viertelstunde warten - oder kostenpflichtige Spielmarken einlösen.

4. Kurzfilm: Hipstermädchen trifft Däumling

Sofort ein Foto knipsen: In "Soar" entdeckt ein Mädchen einen winzigen Jungen
Vimeo/ Alyce Tzue

Sofort ein Foto knipsen: In "Soar" entdeckt ein Mädchen einen winzigen Jungen

Ein Däumling stürzt vom Himmel, sein hölzernes Luftschiff ist zerbrochen. Als ihn ein junges Mädchen mit Hipsterbrille entdeckt, will sich der winzige Mann mit einem Bleistift gegen die Fremde verteidigen. So beginnt der animierte Kurzfilm "Soar", der in diesem Jahr mit dem Studenten-Oscar ausgezeichnet wurde.

Der sechsminütige Film kommt ohne Dialoge aus, im Mittelpunkt stehen die liebevollen Animationen. In der Videobeschreibung auf Vimeo vergleichen die Macher ihren Stil mit den Fantasiewelten des japanischen Zeichentrick-Regisseurs Hayao Miyazaki und den 3D-Animationen der Pixar Studios, die Filme wie "Toy Story" und "Findet Nemo" produziert haben.

5. Beats aus Buchstaben: "Typedrummer"

Jeder Buchstabe ein Sample: "Typedrummer" bringt Sätze zum Klingen
typedrummer.com

Jeder Buchstabe ein Sample: "Typedrummer" bringt Sätze zum Klingen

Auf der Website Typedrummer.com können Nutzer mit ihrer Tastatur Schlagzeug spielen. Jedem Buchstaben ist ein eigenes Sample zugeordnet. Um Töne zu erzeugen, müssen Nutzer einfach einen beliebigen Text in das angezeigte Textfeld tippen - schon spielt die Website die Samples in Dauerschleife ab.

Kurze Buchstabenfolgen sind sogar tanzbar, bei längeren Sätzen klingt das Ergebnis eher schleppend. Für Zahlen, Sonderzeichen und Umlaute sind keine Samples hinterlegt, sie zählen als Pause. Wer seinen Beat mit anderen teilen möchte, kann mit einem Mausklick einen entsprechenden Link erzeugen.

Ein ähnliches Prinzip verfolgt die Website Typatone.com - sie ordnet ins Textfenster getippten Buchstaben melodische Klänge zu. Wer ohne besondere Musikkenntnisse Schlagzeugbeats erstellen und speichern möchte, sollte einmal die für den Chrome-Browser optimierte Anwendung "Drumbit" ausprobieren.

Nichts gefunden? Diese Tipps gab es vergangene Woche:

Kinofilm "M - eine Stadt sucht einen Mörder"

Arte zeigt die restaurierte und ungekürzte Fassung von Fritz Langs Kinofilm "M" aus dem Jahr 1931. Der Film ist bis 1. Januar in der Mediathek verfügbar.

Spiele-App "Rayman Adventures"

Die App "Rayman Adventures" ist gratis für iOS und Android erhältlich. Die Steuerung ist für den Touchscreen optimiert, das Spiel überzeugt durch aufwendige Grafik.

Konzert: Frank Sinatra 1974

3sat zeigt die Aufzeichnung des Konzerts von Frank Sinatra in New York aus dem Jahr 1974. Der Stream ist bis zum 21. Dezember verfügbar.

Comic-Serie "Super Science Friends"

Die Comic-Serie "Super Science Friends" zeigt berühmte Wissenschaftler als Superhelden, die sich zu einem Team mit skurrilen Superkräften vereint haben. Die erste Folge ist auf YouTube zu sehen.

Spiele-App "Shades"

Die Gratis-App "Shades" für Android ist eine gediegene Version von "Tetris". Der Spieler muss herabfallende Blöcke nach Farbe ordnen, der Spielfluss ist deutlich ruhiger als beim Klassiker "Tetris". Für iOS-Nutzer ist das Spiel kostenpflichtig.

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