Kostenloskultur Das gibt es gerade im Netz geschenkt

Arte zeigt den Klassiker "M - Eine Stadt sucht einen Mörder", eine Trickserie macht Einstein zum Superhelden. Und wer sich von "Tetris" überfordert fühlt, der wird "Shades" mögen. Fünf Gratisangebote aus dem Netz.

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1. Restaurierter Klassiker: "M - Eine Stadt sucht einen Mörder"

Szene aus "M": Zu Beginn zeigt Fritz Lang nur den Schatten des Mörders
Arte

Szene aus "M": Zu Beginn zeigt Fritz Lang nur den Schatten des Mörders

Ein Kindermörder treibt sich um. Die Polizei und die Stadtbewohner, sogar die Kleinkriminellen, ermitteln um die Wette. Das ist die Geschichte des Filmklassikers "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" aus dem Jahr 1931.

Das vorherrschende Gefühl des Films ist eine dunkle Vorahnung, und zwar von erster Minute an. "Warte, warte nur ein Weilchen", singt ein junges Mädchen zu Beginn. "Bald kommt der schwarze Mann zu dir. Mit dem kleinen Hackebeilchen macht er Schabefleisch aus dir". Der Kinderreim wird sich bewahrheiten, die Bluttat zeigt Regisseur Fritz Lang aber nicht.

In der Arte-Mediathek ist bis zum 1. Januar die im Jahr 2011 restaurierte und ungekürzte Fassung des Kinofilms zu sehen - mit gestochen scharfen Bildern. Filmmusik gibt es nicht, nur der Mörder pfeift immer wieder "In der Halle des Bergkönigs" aus Edvard Griegs Peer Gynt-Suite Nr. 1.

2. Held mit Faust: "Rayman Adventures"

Screenshot von "Rayman Adventures"â: Aufwendig animierte Spielewelt
Ubisoft

Screenshot von "Rayman Adventures"â: Aufwendig animierte Spielewelt

Er hat eine große Nase und schnelle Fäuste: "Rayman" heißt der Spieleheld des Entwicklerstudios Ubisoft, der sich seit den Neunzigerjahren durch Welten mit Feen und Monstern boxt. Nun ist mit "Rayman Adventures" ein neues Gratis-Spiel für iOS und Android erschienen.

Um Rayman springen, schwimmen, boxen und klettern zu lassen, genügen ein paar schnell zu erlernende Wischbewegungen. Wer viel Wert auf kurze Ladezeiten und übersichtliche Menüs legt, wird von "Rayman Adventures" aber schnell genervt sein. Immer wieder unterbrechen animierte Clips den Spielfluss. Nach jedem Level wird der Nutzer über gesammelte Juwelen und Fleischkeulen informiert und muss verschiedene Kreaturen freischalten - obwohl das für den Spielverlauf nicht unbedingt nötig ist.

Herausragend sind dagegen die grafischen Details: So wurden die Landschaften in jedem Level mit Licht- und Windeffekten aufgehübscht. Und Raymans Bewegungen sind liebevoll animiert - seine Schuhe beispielsweise wirbeln bei jeder Kehrtwende eine Wolke Staub auf.

3. One-Man-Show: Frank Sinatra 1974

Sinatra singt "My Kind of Town": Das Lied handelt von Chicago, der Auftritt ist in New York
3sat

Sinatra singt "My Kind of Town": Das Lied handelt von Chicago, der Auftritt ist in New York

Als Frank Sinatra in New York 1974 die Konzertbühne betritt, ist klar: Das wird eine One-Man-Show. Die Bühne im Madison Square Garden ist kaum größer als ein Boxring, 20.000 Fans jubeln dem Sänger von allen Seiten zu. Die Band sitzt dicht gedrängt neben der Bühne, fast schon versteckt vor der Kamera, die minutenlang auf Sinatra ruht.

Fans werden die Lieder kennen: Der Sänger eilt zur Melodie von "The Lady is a Tramp" auf die Bühne, singt Hits wie "I've Got You Under my Skin" und "My Kind of Town" - und verabschiedet sich mit "My Way".

Der Mitschnitt ist unter dem Titel "The Main Event" auch auf CD erschienen. 3sat zeigt das Konzert bis zum 21. Dezember in der Mediathek.

4. Tetris für Gestresste: "Shades"

Screenshot von "Shades": Buntes Mosaik, lange Spielrunden
UOVO ApS

Screenshot von "Shades": Buntes Mosaik, lange Spielrunden

"Shades" ist ein meditatives Puzzle-Spiel für alle, die den Klassiker "Tetris" zu hektisch finden. In beiden Spielen muss der Nutzer herabfallende Blöcke geschickt aufeinander stapeln. Anders als bei "Tetris" kommt es bei "Shades" aber nicht auf die Form der Blöcke an, sondern auf ihre Farbe. Das macht den Spielfluss deutlich ruhiger.

Stapelt der Spieler zwei gleichfarbige Blöcke aufeinander, verschmelzen sie zu einem Block und nehmen einen dunkleren Farbton an. Nach einiger Zeit entsteht dabei ein Mosaik. Haben alle Blöcke einer Reihe die gleiche Farbe, verschwinden sie.

Die Gratis-App für Android überzeugt durch die schlichte Grafik und variable Schwierigkeitsgrade. Der Spielstand wird automatisch gespeichert - wer die App zwischenzeitlich beendet, kann eine angefangene Partie jederzeit fortsetzen. Für iOS-Nutzer ist das Spiel kostenpflichtig.

5. Einstein mit Superkräften: Comic-Serie "Super Science Friends"

Wissenschaftler als Comic-Helden: Einstein, Darwin, Curie, Tesla, Freud, Tapputi
YouTube/ SuperScienceFriends

Wissenschaftler als Comic-Helden: Einstein, Darwin, Curie, Tesla, Freud, Tapputi

Albert Einstein kann durch die Zeit reisen - jedenfalls, wenn man der Comic-Serie "Super Science Friends" glaubt. Die Serie zeigt berühmte Wissenschaftler als Superhelden. Wie die "Avengers" haben sie sich zu einem Team mit skurrilen Superkräften vereint.

In der Serie kann sich beispielsweise Charles Darwin in jedes beliebige Tier verwandeln. Marie Curie löst Gegenstände durch radioaktive Strahlung in Luft auf - und Sigmund Freud weckt allein durch seine Gedankenkraft bei anderen Menschen sexuelle Lust.

Das Projekt des kanadischen Animationsstudios "Tinman TV" wurde über die Crowdfunding-Plattform "Kickstarter" finanziert. Die erste Folge ist nun auf Englisch mit deutschen Untertiteln auf YouTube zu sehen. Mehr Videos von "Tinman TV" gibt es auf Vimeo.

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insgesamt 3 Beiträge
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Haliotis 12.12.2015
1.
Auf gog.com gibt's noch für 18h das Spiel "GIANTS: CITIZEN KABUTO" für umme, und EA verschenkt auf der Origin-Plattform "Jade Empire™: Special Edition".
webberman 13.12.2015
2. Kostenlos?
Ich finde es vollkommend irreführend, wenn Games wie "Rayman Adventures" hier aufgeführt werden. Games dieser Art werden doch eh von In-App-Käufen finanziert.
versuchmachtklug 13.12.2015
3. Kostenloskultur - Welch ein bedeutungsloses Wort!
Kultur war noch nie kostenlos, weil da mehr hinter stecken muss, als leere Worthülsen, die sich seit Jahren in die deutsche Sprache einschleichen. Aber was kann man nicht alles unter/mit dem Wort Kultur anstellen, wie sich täglich nachlesen lässt. Auf jeden Fall wäre da der Begriff "Kult", der wohl kaum etwas mit Kultur zu tun hat, besser zu verwenden.
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