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Superfish: Lenovo verkaufte Laptops mit gefährlicher Software

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Lenovo-Computer (Symbolbild): Gefahr durch  Werbeeinblendungen  Zur Großansicht
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Lenovo-Computer (Symbolbild): Gefahr durch Werbeeinblendungen

Kostenlose Softwarebeigaben gehen vielen Computerkäufern auf die Nerven. Dem Hersteller Lenovo wird jetzt vorgeworfen, auf Notebooks ein Programm installiert zu haben, das Werbung einblendet - und die Sicherheit gefährdet.

Die Software Superfish hat im Web einen miesen Ruf. Sie wird teils als Virus bezeichnet und für langsame Internetverbindungen verantwortlich gemacht. Wer sie sich eingefangen hat, will sie offenbar lieber wieder loswerden. Dutzende Anleitungen im Netz erklären, wie man die Software beseitigen kann. Und ausgerechnet dieses Programm hat Computerhersteller Lenovo zeitweilig auf einigen Notebook-Modellen vorinstalliert.

Wie sich das für den Anwender darstellt, beschreibt ein Kunde in Lenovos Anwenderforum. Demnach manipuliert Superfish Googles Suchresultate im Browser, indem es Werbung einbaut, die den Anschein erweckt, sie wäre Teil der Suchergebnisse. Das Programm platziert also bezahlte Anzeigen, wo eigentlich keine sein sollen. Genau das ist das Geschäftsmodell solcher Software, die auch als Adware bezeichnet wird.

Das an sich wäre nicht weiter problematisch, sondern nur lästig. Üblicherweise bezeichnet man derartige Software als "potenziell unerwünschtes Programm" (PUP).

Verschlüsselte Internetverbindungen unterwandert

Schwerer als die störenden Werbeeinblendungen wiegt, dass Superfish auch eine potenzielle Gefahrenquelle in das System einbaut. Die Software installiert ein sogenanntes Root-Zertifikat auf dem Rechner, mit der sie sich per HTTPS verschlüsselten Verbindungen gegenüber als vertrauenswürdig ausgeben kann. So ist das Programm in der Lage, seine Werbung auch in verschlüsselten Netzwerkverkehr einzubinden.

IT-Sicherheitsexperte Marc Rogers bezeichnet diese Vorgehensweise als klassische "Man-in-the-Middle"-Attacke. Weil das Programm sein eigenes Sicherheitszertifikat installiert, sei verschlüsselten Verbindungen auf Computern mit installiertem Superfish grundsätzlich nicht zu trauen. Und das nicht nur, weil Superfish selbst die Verbindungen abhören kann.

Vielmehr sei das Sicherheitszertifikat nur schwach geschützt. Es könne potenziell von Kriminellen missbraucht werden, um Anwendern scheinbar sichere Verbindungen, etwa zu einer Bank, vorzutäuschen. Rogers resümiert: "Würde die Software oder ein Teil ihrer Infrastruktur kompromittiert, hätte ein Angreifer vollen Zugriff auf das Onlinebanking, persönliche Daten und private Nachrichten."

Lenovo lobt Superfish

Lenovo erklärte auf Anfrage, die Software werde seit Januar 2015 nicht mehr auf den Rechnern des Unternehmens vorinstalliert. Zudem habe der Hersteller von Superfish seit diesem Zeitpunkt verhindert, dass die Software auf bereits verkauften Computern aktiviert werden könne. Überdies würde Lenovo alle Bedenken bezüglich Superfish untersuchen.

Dreimal so viel Raum wie diese Ausführungen nimmt in Lenovos Stellungnahme allerdings eine ausführliche Erklärung und Lobpreisung der Funktionen von Superfish ein. Demnach soll das Programm Anwendern helfen, "Produkte visuell zu finden und zu entdecken". Die Technologie analysiere Bilder im Internet und zeige "identische oder ähnliche Angebote an, die niedrigere Preise haben können". Eine fein gewählte Formulierung, die keinen echten Preisvorteil verspricht.

Was ist zu tun?

Betroffen sind generell nur Webbrowser, die den Zertifikatspeicher von Windows benutzen. Die wichtigsten sind Microsofts Internet Explorer und Googles Chrome. Wer nur Mozillas Firefox-Browser benutzt, kann beruhigt sein, da Firefox eine eigene Zertifikatsverwaltung einsetzt, in die Superfish nicht eingreift.

Wer wissen will, ob die Software auf seinem Computer installiert ist, kann sich über die Webseite "Can I Be Super-Phished?" Gewissheit verschaffen. Erscheint statt der Webseite eine Fehlermeldung, kann man davon ausgehen, dass man nichts zu befürchten hat.

Andernfalls sollte man sowohl die Superfish-Software als auch deren Zertifikat vom Rechner entfernen. Ein YouTube-Video zeigt, wie man dabei vorgehen soll. Außerdem lässt sich das Superfish-Zertifikat mithilfe des Zertifikatmanagers in Windows auch gezielt entfernen.

Update: Nach Veröffentlichung dieses Artikels erreichte uns eine weitere Stellungnahme von Lenovo. Demnach wurden alle serverseitigen Interaktionen auf allen Lenovo-Produkten im Januar seitens Superfish " abgeschaltet. Die Software sei auf Lenovo-Rechnern also nicht mehr aktiv. Außerdem erklärte der Konzern: "Wir werden diese Software in Zukunft nicht mehr vorinstallieren."

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insgesamt 31 Beiträge
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1. Das es
alangasi 19.02.2015
so was 2015 noch gibt.... Leider ist es im PC Bereich Teil des Geschäftsmodells jeden Menge Bloatware mitzuliefern. Ein Grund mehr einen Mac zu kaufen.....
2. Werbung einblendet?
verdi49 19.02.2015
Das ist doch üblich! Was passiert, wenn ich SPON lese?
3.
NightToOblivion 19.02.2015
Dieser ganze Bloadware Misst ist heute auf allen Geräten und sollte unterbunden werden.
4. Was ist zu tun? Mac kaufen!
Gorgon 19.02.2015
Steht im Artikel. Nun ich habe mir einen iMac zugelegt und seidem kann ich über diesen ganzen Windows-Müll nur noch müde lächeln. So entspannt geht Computer, nachdem ich 16 Jahre Windows ertragen habe. Rechner, Software und Beriebssystem kommen aus einer Hand, da fummelt niemand drinn herum, so muss es sein! Der läuft und läuft und läuft!
5. Lenovo
Gabor 19.02.2015
Eine serverseitige Abschaltung Ändert NICHTS an der Bedrohung. Nachdem Lenovo die Geräte bereits geknackt ausliefert, ist es für Kriminelle ein Leichtes beispielsweise ihre Kommunikation mit der Bank abfangen. Lenovo könnte auch selektiv jene Geräte auswählen an deren Inhalten sie interesse haben und für diese die Schadsoftware reaktivieren.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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