Superschlanke Laptops Intel setzt auf Ultrabooks

Leichte Tastatur-Tablets und Ultrabooks mit Touchscreen: Chiphersteller Intel zeigt auf der Elektronikmesse CES, wie man sich die nahe Zukunft vorstellt. Die superflachen Prototypen werden Tablets immer ähnlicher. Was damit zu tun haben dürfte, dass Tablets Intel derzeit mächtig schaden.

DPA

Aus Las Vegas berichtet


Intel-Manager Mooly Eden stellt gleich zu Beginn der Pressekonferenz auf der CES in Las Vegas klar: Heute geht es nicht um Zahlen oder technische Details, heute geht es nur darum, was mit Ultrabooks möglich ist. Denn die, daran lässt die Präsentation des Managers keinen Zweifel, hält Intel für das nächste große Ding. Seit Billig-Notebooks und Tablets den Netbook-Markt zerstört haben, sucht Intel nach einem neuen Computertrend. Den will der Konzern mit Ultrabooks nun einfach selbst setzen - er fördert die auf Intel-Technik basierenden Ultrabooks mit einem 300-Millionen-Dollar-Fonds.

Das Geld ist nötig: Im traditionellen PC-Markt leiden Intel und seine Kunden, die PC-Hersteller, unter sinkenden Umsätzen. Das Interesse an Desktop-PC geht seit Jahren zurück. Aber jetzt sinken auch noch die Absatzzahlen von Net- und Notebooks, weil viele Kunden lieber Tablets kaufen. Und in Tablets stecken nur in den seltensten Fällen Intel-Chips. Hier sind Hersteller wie Qualcomm, Nvidia und Samsung besser im Geschäft.

Intel gibt den Kurs vor

Intel-Manager Eden lobte kurz aktuelle Ultrabooks, zum Beispiel ihre Rechenleistung: Beeindruckend war das schon, als er Dutzende Digitalfotos fast sekundenschnell zu einem kompakten digitalem Fotoalbum umrechnen ließ und ein Formel-1-Rennspiel mit hochauflösender Grafik auf einem Leichtbau-Laptop demonstrierte. Das hätte zwar auch jeder Notebook-Hersteller tun können. Eden gab dann aber anhand mehrerer Prototypen einen Ausblick darauf, wie sein Konzern sich die künftigen Ultrabooks vorstellt. Intel schreibt der Branche vor, wie die Leicht-Laptops gebaut werden (beispielsweise nicht dicker als 18 Millimeter) und welche Technik sie enthalten.

Bald kommen die Ultra-Touchbooks

Ein Kernelement künftiger Ultrabooks dürften Touchscreens sein. Ausführlich demonstrierte Eden anhand des Prototyps eines Touch-Ultrabooks, wie leicht man darauf durch digitale Zeitschriften blättern, wie intuitiv man Bilder und Texte vergrößern und verkleinern kann. Tests mit Versuchsnutzern hätten gezeigt, dass Menschen die Bedienung eines Touch-Laptops gar nicht schwerfalle. Auf die Kombination mit einer Tastatur wollten die Tester Eden zufolge aber nicht verzichten. Was nicht so recht zu den Tablet-Verkaufszahlen passt, aber gut zu Intels Strategie.

Pünktlich zur Veröffentlichung von Windows 8, vermutlich im späten Sommer oder im Herbst, wird es solche Rechner auch zu kaufen geben. Das neue Microsoft-Betriebssystem ist derart auf Touch-Bedienung ausgelegt, dass es erst mit entsprechender Hardware richtig Spaß macht.

Sensible Laptops

Aber Touch ist noch nicht alles. Mooly Eden zeigte auch ein Ultrabook, das mit Sensoren ausgestattet ist, wie man sie von Tablets und Smartphones kennt, also etwa Beschleunigungs- und Lagesensoren. Die Anwendungen für diese Sensoren sollten allerdings andere sein als die von Eden gezeigten Tabletspiele. Im Alltag dürfte es wenig Spaß machen, die Kugel in einem virtuellen Labyrinthspiel zu steuern, indem man ein komplettes Ultrabook hin- und herbalanciert. Leichtbau-Laptops wiegen ein Kilo oder mehr und sind lange nicht so handlich wie Tablets.

Zum Schluss der Präsentation holte der Intel-Manager noch einen Prototyp hervor, der musterhaft dafür sein dürfte, wohin sich die Leichtrechner nach Intels Willen entwickeln sollen: ein Convertible. Unter dieser Bezeichnung versteht man Laptops, bei denen man den Bildschirm umdrehen und über die Tastatur legen kann, um sie wie ein Tablet zu verwenden.

Das dürfte Intels Wunsch sein: Ultrabooks mit Intel-Chips auf den Markt zu bringen, die fast so klein, schlank und leicht sind wie Tablets werden, aber eine vollwertige Tastatur mitbringen. Dass Kunden sich solche Tastatur-Tablets wünschen, zeigt der Erfolg von Hybrid-Tablets wie dem Prime von Asus oder dem Lenovo S2, die mit Hilfe von Tastaturdocks zu Pseudo-Notebooks mutieren. Mit einer neuen Generation schlanker und leichter Ultra-Convertibles hätte der Chipkonzern Intel die Chance, die aktuelle Entwicklung umzukehren und den Tablets wieder Marktanteile abzuringen.

Ob dieser Plan aufgeht, hängt vor allem davon ab, wie gut Windows 8 wird - und wie viel besser als die aktuellen Tablet-Systeme iOS und Android.

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Seite 1
super_nanny 10.01.2012
1.
Zitat von sysopLeichte Tastatur-Tablets und Ultrabooks mit Touchscreen:*Chiphersteller Intel zeigt auf der Elektronikmesse CES, wie man sich die nahe Zukunft vorstellt. Die*superflachen Prototypen*werden Tablets immer ähnlicher. Was damit zu tun haben dürfte, dass Tablets Intel derzeit mächtig schaden. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,808139,00.html
Ein Tablett ist aber kein Laptop ohne Tastatur. Ein Tablett ist cool, ohne Frage, aber zumindest die Apple-Produkte haben kein Dateisystem auf das der User zugreifen kann, keine USB-Schnittstelle, begrenzte Softwareauswahl usw. Im Prinzip ist ein Tablett doch ein gepimpter Newton oder Palm Pilot. Deshalb hinkt der Vergleich mit dem Ultrabook.
einsponleser 10.01.2012
2. PC vs Tablet
Zitat von super_nannyEin Tablett ist aber kein Laptop ohne Tastatur. Ein Tablett ist cool, ohne Frage, aber zumindest die Apple-Produkte haben kein Dateisystem auf das der User zugreifen kann, keine USB-Schnittstelle, begrenzte Softwareauswahl usw. Im Prinzip ist ein Tablett doch ein gepimpter Newton oder Palm Pilot. Deshalb hinkt der Vergleich mit dem Ultrabook.
Fehlendes Dateisystem: Wofür brauchen Sie ein Dateisystem (außer, weil Sie es gewohnt sind)? Die Idee, das Dateisystem zu entsorgen gab's schon bei "Cairo" alias Windows 95. (wurde dort nur frühzeitig wieder von der Featureliste entfernt) keine USB-Schnittstelle: Über was laden die Dinger eigentlich? begrenzte Softwareauswahl: Das gilt auch für PCs! Sicher ist die Auswahl bei PCs größer als bei z. Bsp. dem iPad. Ob das jemanden tatsächlich konkret einschränkt ist eine andere Frage. (die Sie vor dem Kauf klären sollten!) gepimpter Newton: Palm Pilot und Newton hatten IMHO keine ladbaren Apps (was meiner Ansicht nach der Hauptunterschied zwischen PDA und PC ist).
sunhaq 10.01.2012
3.
Zitat von super_nannyEin Tablett ist aber kein Laptop ohne Tastatur. Ein Tablett ist cool, ohne Frage, aber zumindest die Apple-Produkte haben kein Dateisystem auf das der User zugreifen kann, keine USB-Schnittstelle, begrenzte Softwareauswahl usw. Im Prinzip ist ein Tablett doch ein gepimpter Newton oder Palm Pilot. Deshalb hinkt der Vergleich mit dem Ultrabook.
Naja, es stimmt schon, daß die Applegeräte sich an Spielekonsolen orientieren und nicht an normalen PCs. Aber es gibt ja auch seriöse Anbieter, die nicht den Fokus rein auf Spielen/Unterhaltung legen.
rex_danny 10.01.2012
4.
Zitat von sysopLeichte Tastatur-Tablets und Ultrabooks mit Touchscreen:*Chiphersteller Intel zeigt auf der Elektronikmesse CES, wie man sich die nahe Zukunft vorstellt. Die*superflachen Prototypen*werden Tablets immer ähnlicher. Was damit zu tun haben dürfte, dass Tablets Intel derzeit mächtig schaden. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,808139,00.html
Ich denke, man muss begreifen, dass der Markt in zwei Segmente auseinander fällt: Einmal der private Gebrauch, überwiegend Fun & Game, also Fotos, Video, Internet und ein bischen Briefe schreiben kann man auch. Da ist Tablet mit Touchscreen sicherlich super. Und zum zweiten der Markt im beruflichen Bereich; da wird man am altbewährten Desktop/Notebook nicht weg wollen, kann mir nicht vorstellen, was es besseres als Maus und Tastatur geben soll.
sunhaq 10.01.2012
5.
Zitat von einsponleserFehlendes Dateisystem: Wofür brauchen Sie ein Dateisystem (außer, weil Sie es gewohnt sind)? Die Idee, das Dateisystem zu entsorgen gab's schon bei "Cairo" alias Windows 95. (wurde dort nur frühzeitig wieder von der Featureliste entfernt) keine USB-Schnittstelle: Über was laden die Dinger eigentlich? begrenzte Softwareauswahl: Das gilt auch für PCs! Sicher ist die Auswahl bei PCs größer als bei z. Bsp. dem iPad. Ob das jemanden tatsächlich konkret einschränkt ist eine andere Frage. (die Sie vor dem Kauf klären sollten!) gepimpter Newton: Palm Pilot und Newton hatten IMHO keine ladbaren Apps (was meiner Ansicht nach der Hauptunterschied zwischen PDA und PC ist).
Ist das eine ernst gemeinte Frage? - Struktur (Daten verteilt in Ordnern, anstatt von 1000en von Dateien im gleichen Ordner) - Gemeinsames Bearbeiten einer Datei in mehreren Programmen. - Austausch von Dateien - etc Eine hirnrissige Idee stribt vor dem Release, wen wunderts? Traurig ist eigentlich nur, daß Apple so einen Mist wiederbelebt. Was bringts, wenn man keine Treiber dafür installieren darf? Natürlich ist man massiv eingeschränkt. Solange man nur etwas daddeln will, oder mal eine vorher konvertierte Videodatei anschauen, ist das iPad perfekt. Wenn es Aufgaben sein sollen, die etwas anspruchsvoller sind, ist man mit iOs idR ziemlich angeschmiert. Sie durften auf dem Palm Pilot bzw. dem Newton nur das Ausführen, was der Herstellen Ihnen explizit genehmigt. Das ist doch eigentlich das Appleprinzip, oder? Wie passen eigentlich die Windows CE-PDAs aus der Jahrtausendwende in Ihr Konzept? Da konnte man schon 10 Jahren selbst Software drauf installieren - und das ohne jede Herstellergängelung.
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