Von Matthias Kremp
Neulich hat mal wieder Kollege B. angerufen. Er wolle beim Fernsehen zu Hause auch endlich Surroundsound hören. Im Kino würden die Filme viel imposanter klingen als in seinem Wohnzimmer. Der schicke Flachbildfernseher, den er sich an die Wand gehängt hat, hätte zwar ein tolles Bild bekäme nur eine ausgesprochen dürftige Klangkulisse zustande. Von Heimkino könne man da nicht reden. Aber was braucht man denn da und...
...was ist denn eigentlich Surround-Sound?
Als Surroundsound bezeichnet man eine Technik die den Klang von Musik oder Filmen mit entsprechender Elektronik und Lautsprechern so um den Zuschauer herum verteilt, dass er den Eindruck hat, mitten im Geschehen zu sitzen. Das ist auch der große Unterschied zu Stereomusik, die zwar eine räumliche Komponente hat, aber eben doch nur aus einer Richtung kommt.
Seinen Ursprung hat Surroundsound im Kino. Die Raumklangtechnik soll die Zuschauer tiefer in die Handlung auf der Leinwand hineinziehen, für ein intensiveres Filmerlebnis sorgen. Surround-Pioniere sind die amerikanischen Dolby Laboratories und die DTS Inc., die mit Dolby Pro Logic, Dolby Digital 5.1 und DTS-HD Standards setzten.
Was braucht man, um Surround-Sound hören zu können?
Um Filme oder Musik in Surroundsound hören zu können, müssen eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt sein. Man braucht:
Was bedeuten Bezeichnungen wie 5.1, 6.1 und 7.2?
Sie weisen darauf hin, wie viele Tonspuren der jeweilige Standard unterstützt. Die erste Ziffer bezeichnet dabei die Zahl der rundum aufgestellten Lautsprecher, die zweite Ziffer benennt die Zahl der Subwoofer (Basslautsprecher).
Was ist Virtual Surround?
Diese Technik soll ohne die sonst nötige Vielzahl an Lautsprechern den Eindruck eines Raumklangs erzeugen. Sie kann auch mit den zwei für Stereoton in TV-Geräte eingebauten Lautsprechern einen scheinbar räumlichen Klangeindruck erzeugen. Dazu macht man sich psychoakustische Effekte zunutze, die dem Gehirn den Eindruck vermitteln, die Ohren würden eine Klangquelle wahrnehmen, wo gar keine ist. Ganz so realistisch wie echte Surroundanlagen ist der das Klangerlebnis damit aber nicht.
Was bringt das alles?
Verglichen mit dem Klang, den die Lautsprecher in einem Flachbildfernseher produzieren, erzeugen selbst günstige Surroundanlagen einen spürbar volleren Sound, wobei zwischen teuren und billigen Systemen noch mal deutliche Klangunterschiede hörbar sind. Der Center-Speaker macht Gespräche besser hörbar, der Subwoofer sorgt nicht nur für imposante Effekte, sondern lässt auch dramatische Musikuntermalung eindringlicher wirken (oft zum Nachteil der Nachbarn, da die Tiefbässe in vielen Häusern durch die Zwischenwände dringen). Nebenbei kann man so eine Surroundanlage im Stereomodus als normale Hifi-Anlage nutzen.
Was sind die Nachteile?
Drei Dinge können davon abhalten, Surround-Sound ins Wohnzimmer zu holen. Zum einen sind das die vielen Lautsprecher, die im Raum aufgestellt oder an Wände gehängt werden müssen. Zum anderen die dafür nötigen Kabel, die nur mit recht großem Aufwand unsichtbar verlegt werden können. Drahtlose Lösungen sind oft teuer und stehen in dem Ruf, es klanglich nicht mit verkabelten Lautsprechern aufnehmen zu können.
Und schließlich sind da noch die Kosten für so eine Anlage. Heimkino-Komplettsets bekommt man zwar schon ab 200 Euro, muss dann aber beim Klang Abstriche machen. Für ein gutes Heimkinosystem mit AV-Receiver und Boxen dagegen muss man eine vierstellige Summe kalkulieren. Nach oben gibt es, wie im Audiobereich üblich, keine Grenzen.
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