Systemkameras J1 und V1: So gut sind Nikons Kamera-Mischlinge

Von Konrad Lischka

Schnell und kompakt: Nikons erste Systemkameras mit Wechselobjektiven sind ungewöhnliche Mischlinge. Die Bedienung erinnert an Anfängerkameras, die Geschwindigkeit bei Autofokus und Serienaufnahmen an Spiegelreflexmodelle. Eine Kamera für Kindergeburtstag und Katzensport.

Nikon J1 und V1: So fotografieren Nikons Systemkameras Fotos

Bislang war das Geschäft des Kamerariesen Nikon übersichtlich: Für Gelegenheitsfotografen gab es Kompaktkameras mit kleinen Bildsensoren und fest verbauten Objektiven. Spiegelreflex-Kameras waren für alle da, die viel Zeit mit dem Fotografieren verbringen - beruflich oder privat.

Nun hat Nikon seine ersten Systemkameras vorgestellt, die nicht in dieses Schema passen: Die Nikon J1 und V1 sind Mischlinge - die Objektive kann man auswechseln wie bei Spiegelreflexkameras, doch die Bedienung erinnert eher an Einsteiger-Kompaktkameras.

Die Bedienung der Nikon J1 und des teureren Modells V1 ist recht ähnlich. Als erstes fällt auf, dass Nikon bei beiden Modellen viele Elemente weggelassen hat, die Fotografie-Enthusiasten schätzen. Es gibt zum Beispiel kein Modus-Drehrad, mit dem man zwischen Automatik- und Halbautomatikprogrammen wählen oder ganz in einen manuellen Modus schalten kann.

Spielerische Modi wie bei der Kompaktkamera

Diese Einstellungen sind bei den Nikon-Systemkameras in einem Untermenü versteckt. Überhaupt gibt es wenig direkte manuelle Einstellmöglichkeiten: Die ISO-Empfindlichkeit ist nur über ein Untermenü veränderbar. Und die vier bisher verfügbaren Nikon-Objektive für das neue Kamerasystem lassen sich mangels Fokussierring nicht manuell scharf stellen.

Trotz dieser reduzierten Bedienung lassen sich bei den Nikon-Systemkameras Blendenöffnung und Verschlusszeit von Hand bestimmen - ein Drehrad und ein Wippschalter an der Rückseite taugen dazu leidlich. Die Nikon-Ingenieure gehen offenbar davon aus, dass Besitzer der J1 und V1 viel lieber im Vollautomatik-Modus fotografieren. Das Moduswahlrad an der Rückseite der Kamera bietet nur diese Optionen: Videoautomatik, Fotomodus, bewegter Schnappschuss und Smart Photo Selector.

Das ist eine Auswahl, die man bei Einsteiger-Kompaktkameras vermutet: Der bewegte Schnappschuss bastelt aus einer Aufnahme einen vertonten Mini-Clip, der ins Foto hineinzoomt und zur Seite scrollt. Untermalt wird das von merkwürdigen Musikstücken, man kann zwischen vier voreingestellten Werken wählen.

Schneller Serienbild-Modus

Der Smart Photo Selector ist interessanter: Hier nutzt die Kamera die verblüffende Serienbild-Geschwindigkeit aus: Bis zu 60 Fotos in voller Auflösung können die J1 und V1 aufnehmen - begrenzt wird das nur von der Kapazität des Zwischenspeichers. Im Automatikmodus Smart Photo Selector nimmt die Kamera bis zu 20 Fotos eines Motivs auf und lässt den Nutzer zwischen fünf von der Software als beste markierten Aufnahmen wählen. Diese Funktion ist sicher hilfreich, wenn man Kinder auf dem Spielplatz oder Katzen beim Kartonhüpfen fotografiert.

Kompakte Objektive, kleiner Fotosensor

Beim Fotografieren fällt auf, dass die Nikon-Systemkameras auch sonst schnell arbeiten: Sie sind fix eingeschaltet - allerdings muss man jedes Mal die Objektive per Knopfdruck entsichern und ausfahren, was diesen Geschwindigkeitsvorteil relativiert. Der Autofokus stellt sehr schnell und zuverlässig scharf, auch in der Dämmerung und nachts. Und auch wenn die Kamera in kurzer Abfolge mehrere Aufnahmen im Rohdatenformat speichert, friert sie nicht ein wie manche anderen Modelle.

Die J1 ist deutlich handlicher als die größere V1. Die größere, recht klobige und teurere Systemkamera hat unter anderem diese Vorteile gegenüber der kleinen Schwester: Der Bildschirm auf der Rückseite hat eine höhere Auflösung, man kann auch durch einen elektronischen Sucher blicken, es gibt einen Klinkenanschluss für ein externes Mikrofon, der Akku hält länger.

Ordentliche Bildqualität, sparsame Auflösung

Trotz dieser Vorzüge: Wer nur fotografiert, dürfte mit der eleganteren und günstigeren J1 mehr Freude haben, die V1 wirkt im Vergleich recht klobig. Ein Vorzug des Nikon-Systems ist die Größe der Objektive: Sie sind recht kompakt, das fällt insbesondere bei den Zoom-Objektiven auf, die deutlich kleiner ausfallen als vergleichbare Brennweiten für Kameras mit größeren Fotosensoren.

Das ist zugleich der Nachteil der Nikon-Systemkameras: Der Bildsensor ist knapp halb so groß (1,16 Quadratzentimeter) wie der Sensor von MicroFourthirds-Kameras (2,25 Quadratzentimeter). Dafür, dass der Sensor so klein ist, fällt die Bildqualität ordentlich aus. Bildrauschen ist bei Aufnahmen in der Dämmerung zu sehen, auch wenn man die Aufnahmen im Rohdatenformat speichert und später mit der Nikon-Software entwickelt. Dem Seheindruck bei unseren Aufnahmen nach ist die Bildqualität der Nikon Systemkameras gleichauf mit MicroFourthirds-Kameras wie der Panasonic GF3, die Messergebnisse der Softwarefirma DxO-Labs erlauben eine ähnliche Einschätzung.

Schnappschusskamera für Katzen und Kinder

Die J1 und V1 bieten eine merkwürdige Mischung: Einerseits sind sie schneller als viele teure Systemkameras, was Autofokus und Serienbilder angeht. Andererseits orientiert sich die Bedienung an der von Schnappschuss-Kompaktkameras - direkte manuelle Einstellmöglichkeiten fehlen, ein Touchscreen auch. Die Auswahl bei den Objektiven ist gering: Festbrennweiten mit großen Blendenöffnung fehlen, ebenso ein Makroobjektiv. Der kleine Bildsensor macht es sehr schwierig, gezielt Schärfe auf bestimmte Bildbereiche zu legen - bei den Nikon-Systemskameras ist qua Bauweise und Objektivauswahl einfach sehr viel standardmäßig scharf.

Für wen hat Nikon diese nicht ganz billigen Systemkameras gebaut? Die Bildqualität ist ordentlich, aber nicht überragend, die Bedienung richtet sich an Gelegenheitsfotografen, die Objektivauswahl und die Gestaltungsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Die Nikon Systemkameras sind wohl am besten geeignet für Menschen, die schnelle Serienaufnahmen von Katzen, Kindern und allem anderen in Bewegung machen wollen. Kompaktkameras sind dafür oft zu langsam, die Geschwindigkeit in Verbindung mit ordentlicher Bildqualität, kompaktem Gehäuse und recht handlichen Zoomobjektive sprechen für die Nikon J1.

Kompakte Kameras: Nikon J1, V1, Panasonic GF3, Sony NEX5N
Kamera Nikon J1 Nikon V1 Panasonic GF3 Sony NEX5N
günstigster Preis Gehäuse * 515,99 (inkl. Objektiv) 746 (inkl. Objektiv) 378,90 (400,99 inkl. Objektiv) 546 (597 inkl. Objektiv)
Maße (Gehäuse) 10,6 x 6,1 x 3 cm 11,3 x 7,6 x 3,6 cm 10,8 x 6,7 x 3,3 cm 11 x 5,9 x 3,8 cm
Objektiv VR 10-30mm 3.5-5.6 (27 - 81 mm Kleinbild-äquivalent) VR 10-30mm 3.5-5.6 (27 - 81 mm Kleinbild-äquivalent) Objektiv Lumix G Vario 14 - 42mm 3.5-5.6 (28 - 84 mm kleinbild-äquivalent) Sony E 18 - 55mm f/3,5 - f/5,6 (27 - 83 mm kb-äquivalent)
Naheinstellgrenze 20 cm 20 cm 30 cm 25 cm
günstigster Preis Objektiv 171 171 139 169,1
Gewicht (Gehäuse mit Akku, Objektiv ca. in Gramm) 392 498 387 419,0
Auflösung (Megapixel) 10,1 10,1 12 16,1
Sensorgröße (cm²) 1,16 1,16 2,25 3,75
Megapixel pro cm² 8,71 8,71 5,37 5,37
Display (Zoll Diagonale) 3 Zoll, 460.000 Pixel 3 Zoll, 921.000 Pixel (zusätzlich elektronischer Sucher) 3 Zoll, 460.000 Pixel 3 Zoll, 921.600 Pixel
Dateiformat RAW (Nikon-NEF) / JPG RAW/JPG RAW/JPG RAW/JPG
Besonderheiten Serienbild: bis zu 60 Fotos / Sekunde in voller Auflösung USB, Audioeingang (Mini-Klinke), HDMI-Mini, Serienbildgeschwindigkeit: bis zu 60 Fotos / Sekunde in voller Auflösung Touchscreen Touchscreen, Display neigbar
* günstigster Preis im deutschen Online-Handel (laut geizhals.at, Stand 7.11.2011)

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  • Dienstag, 08.11.2011 – 14:07 Uhr
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Systemkamera Pentax Q: Kleine Kamera, winzige Objektive

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Panasonic, Olympus & Co.: Spiegellose Systemkameras im Überblick
Fototechnik-Fachbegriffe
Konrad Lischka
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Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.