HTC One S und Sony Xperia S: Android-Handys mit Weltraumtechnik
Neue Technik, neues Material: Sonys Android-Smartphone Xperia S trumpft mit 12-Megapixel-Kamera und HD-Display auf, das HTC One S mit Materialien aus der Raumfahrt und der neuesten Android-Software. Welches ist besser? Die neuen Oberklasse-Android-Handys im Vergleich.
Alle Android-Handys sind gleich. Das hatten Kritiker jedenfalls befürchtet, als Google sein Handybetriebssystem 2008 veröffentlichte. Heute wissen wir es besser: Obwohl Android einen gemeinsamen Unterbau bereitstellt, können Android-Handys sehr unterschiedlich ausfallen. So wie das Sony Xperia S und das HTC One S. Beide sind Andoid-Smartphones, beide sind neu und haben doch kaum etwas gemein.
Das liegt auch an der Software. Sony liefert sein Xperia S auch im April 2012 noch mit der Android-Version 2.3.7 aus, die im September 2011 veröffentlicht wurde. Das versprochene Update auf Android 4.0 (seit Oktober 2011 verfügbar) ist bis heute nicht verfügbar. HTC dagegen bestückt seine Smartphones der Serie One ab Werk mit Android 4.0.
Damit wäre das getestete One S eigentlich ideal für Kurzstreckenfunk nach NFC-Standard geeignet, den Android 4.0 unterstützt. Allerdings hat HTC beim One S auf einen NFC-Chip verzichtet. Vielleicht, weil der den Preis nach oben getrieben hätte, vielleicht, weil in dem nur 7,8 Millimeter dünnen Gehäuse kein Platz mehr dafür war.
Solche Platzprobleme hat das Sonys Xperia S nicht, ein NFC-Chip ist integriert. Weil es für NFC im Handy bisher aber kaum Anwendungen gibt, bietet Sony eigene NFC-Tags für 15 Euro pro Paar als Zubehör an. Im Grunde dienen die hochglanzpolierten Chips dazu, automatisierte Abläufe anzustoßen, die man per NFC-App selbst programmieren kann. Sony liefert als Beispiel ein "Schlafzimmer" genanntes Script mit, das W-Lan und Bluetooth abschaltet, die Lautstärke auf Null stellt und die Wecker-App aktiviert, sobald man einen damit geladenen NFC-Tag berührt.
Sony erleuchtet
Wie bei seinen Notebooks und PC bestückt Sony das Xperia S zudem mit einigen Software-Extras, wie der OfficeSuite-App und der Navigations-App. HTC ist da etwas zurückhaltender, liefert aber mit PolarisOffice ebenfalls eine Office-Software mit. Sony versucht sich außerdem mit seinen Medieninhalten von der Konkurrenz abzuheben und bietet über seine Music-Unlimited-App Zugang zum hauseigenen Musik-Abodienst. Ähnliche, zum Teil bessere Angebote gibt es freilich auch bei Diensten wie Simfy, Spotify oder Deezer.
Ein hübsches Gimmick am Xperia S ist die transparente Symbolleiste unterhalb des Bildschirms. In den durchsichtigen Kunststoff sind die drei Android-Buttons (Zurück, Home, Menü) eingebettet. Sobald einer dieser Buttons verwendet wird, leuchtet die Leiste sanft auf, was bei Dunkelheit einen hübschen optischen Effekt ergibt. Verwirrend ist aber, dass die eigentlichen Menütasten oberhalb der Symbole angeordnet sind. Wenn man die durchsichtige Leiste berührt, passiert nichts. Intuitiv ist das nicht.
Von der Seite gesehen verwaschen
In beide Smartphones sind Displays derselben Größe eingebaut. Dabei schneidet das Sony nominell besser ab. Mit 1280 x 720 Pixeln auf 4,3 Zoll Diagonale bietet es eine Auflösung, die sogar noch höher ist als die des iPhone 4S. Das Resultat erinnert an den Bildschirm des iPad 3: Fotos und Videos werden detailreich dargestellt, Texte extrem fein gezeichnet. Das einzige Manko: Das Display ist nicht sehr winkelstabil. Von der Seite betrachtet, wirkt die Darstellung schnell verwaschen und dunkel.
Von diesem Problem bleibt der Bildschirm des HTC One S weitgehend verschont. Er nutzt die sogenannte Amoled-Technik. Das Display erzeugt knackige Farben und starke Kontraste - und die wirken auch seitlich betrachtet so. Vor allem Spiele bereiten dank dieses Displays auf dem HTC One S viel Vergnügen. Im direkten Vergleich mit dem Sony-Bildschirm fällt allerdings auf, dass Texte trotz der ebenfalls hohen Auflösung von 960 x 540 Pixeln deutlich weniger scharf dargestellt werden. Eine Geschmacksfrage ist sicherlich die unterschiedliche Farbtemperatur der beiden Displays: Das Sony ist wärmer, also leicht gelblich, das HTC deutlich kälter, blauer.
Bei den fotografischen Fähigkeiten hat die Sony-Kamera mit 12,1 Megapixeln mehr zu bieten als das HTC mit seiner 8-Megapixel-Kamera. Zwar kann das One S mit einer größeren Blendenöffnung (F2,0 statt F2,4 bei dem Xperia S) auftrumpfen, die bei schlechter Beleuchtung etwas hilft, erreicht in der Praxis trotzdem nicht die Bildqualität der Sony. Die kitzelt einfach noch ein paar Details mehr aus den Motiven heraus, bringt etwas mehr Schärfe zustande. Dass beide ihre Kameras überdies mit Zusatzfunktionen, wie einem HDR-Modus (HTC) oder 3-D-Schwenkpanoramen aufwerten, macht sie zu ernstzunehmenden Konkurrenten für Kompaktkameras.
Kratzer im Spezial-Material
Eine Enttäuschung ist das von HTC hochgelobte neue Gehäusematerial. Mit Hilfe elektrolytischer Oxidation wird auf das Aluminiumgehäuse eine mattschwarze Keramik-Metall-Oberfläche aufgebracht. Ein Verfahren, das laut HTC für die Oberflächenbehandlung von Satelliten entwickelt wurde und die Oberfläche viermal härter als anodisiertes Aluminium machen soll. Trotzdem zeigte das Testgerät schon nach wenigen Tagen deutliche Kratzer. Laut Hersteller ist das auf ein Problem bei der Fertigung dieser Serie zurückzuführen, das soll inzwischen behoben sein. Wer ein derart kratzeranfälliges Gerät erwischt hat, sollte bei seinem Händler einen Austausch einfordern.
Aber auch das Xperia S mit seinem Plastikdeckel hat nach wenigen Wochen Benutzung deutliche Kratzspuren. Allerdings hat Sony auch nicht versprochen, eine besonders harte Oberfläche zu liefern.
Fazit - keines der beiden Smartphones ist perfekt
Nach mehreren Wochen ausgiebiger Tests bleibt es schwer, ein eindeutiges Urteil zu fällen, welches der beiden Android-Smartphones der S-Klasse denn nun das bessere ist. Denn auch bei den Nachteilen geben sie sich nichts. Beide haben nicht austauschbare Akkus, beiden fehlt ein Speicherkartensteckplatz. Dass sie Micro-Sim-Karten benötigen, mag manche Anwender nerven, ist aber nur ein Zeichen mehr dafür, dass die Tage der lange verwendeten Mini-Sim-Karte gezählt sind.
Für das Sony Xperia S sprechen seine Kamera, sein Bildschirm und der 32 Gigabyte große Speicher. Dafür muss man ein recht klobiges Design in Kauf nehmen. Das HTC One S besticht dagegen mit elegantem, extrem flachen Design und etwas, das man Anfassqualität nennen kann. Sein brillanter Bildschirm liefert mehr Kontrast, aber weniger Details, dafür hat es mit dem Android-4.0 und dem Snapdragon-S4-Prozessor die moderneren Innereien.
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- Dienstag, 24.04.2012 – 14:26 Uhr
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| Technische Daten | ||
| Hersteller/ Modell | Sony / Xperia S | HTC / One S |
| Maße (Zentimeter) | 12,8 x 69.4 x 1,1 | 13,1 x 6,5 x 0,8 |
| Gewicht | 144 Gramm | 120 Gramm |
| Sprechzeit | bis zu 8:30 Std. | Keine Angabe |
| Standby | bis zu 420 Std. | Keine Angabe |
| Display-Diagonale | 4,3 Zoll | 4,3 Zoll |
| Display-Auflösung | 1280 x 720 Pixel | 960 x 540 Pixel |
| Prozessor | 1,5 GHz | 1,5 GHz |
| Arbeitsspeicher | 1 GB | 1 GB |
| Massenspeicher | 32 GB | 16 GB |
| Kamera | 12,1 Megapixel | 8 Megapixel |
| Betriebssystem | Android 2.3 | Android 4.0 |
| Besonderheiten | NFC | Keine |
| Preis | 499 Euro | 499 Euro |
| Alle Daten sind Herstellerangaben | ||
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