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Thunderstrike 2: Computerwurm nistet sich in Apple-Hardware ein

Apple-Schnittstelle Thunderbolt: Der Schädling kann über Computerzubehör verbreitet werden Zur Großansicht
Matthias Kremp

Apple-Schnittstelle Thunderbolt: Der Schädling kann über Computerzubehör verbreitet werden

Computerexperten haben eine Schadsoftware entwickelt, die auf Apple-Rechnern sogar das Formatieren der Festplatte übersteht. Zum Glück ist das Ganze nur ein Forschungsprojekt - im Gegensatz zu einer anderen aktuellen Sicherheitslücke.

Zwei aktuelle Meldungen rütteln an dem Mythos, dass man bei Apple-Computern keine Angst vor Hackerangriffen haben muss. Eine davon ist ein Forschungsprojekt, genannt "Thunderstrike 2". Wie die entsprechende Lücke funktioniert, haben die US-Forscher Xeno Kovah, Trammell Hudson und Corey Kallenberg dem Tech-Magazin "Wired" gezeigt.

Die Technik der drei Experten umgeht auf perfide Weise allerlei Sicherheitsvorkehrungen, mit denen man sich gegen Angriffe schützen könnte. Eine E-Mail, versehen mit einem Link zu einer manipulierten Webseite, reicht aus, um die Software auf den Rechner eines Opfers zu bringen.

Anders als ein normaler Computervirus installiert sich der Schädling nicht auf der Festplatte. Stattdessen schmuggelt er sich in die sogenannte Firmware ein, ein Teil des Rechners, der fest zur Hardware gehört.

Die Firmware ist sozusagen das Grundprogramm jedes Computers, ein in einen Speicherbaustein einprogrammiertes Mini-Betriebssystem, das den Computerstart ermöglicht, indem es den verschiedenen Komponenten des Rechners Befehle erteilt. So wird etwa die Festplatte angesprochen und das Betriebssystem geladen.

Auch ein Plattentausch bringt nichts

Ein Wurm wie "Thunderstrike 2", der sich in der Firmware einnistet, ist von Antivirensoftware kaum zu erkennen. Er übersteht die Neuinstallation des Betriebssystems und könnte sogar nach dem Austausch der Festplatte wieder aktiv werden.

Aber die Angriffstechnik von "Thunderstrike 2" geht noch weiter: Um sich selbst zu verbreiten, braucht der Wurm kein Internet und keine Netzwerke. Vielmehr, so erklären es die Forscher, kann er sich über Computerzubehör auf weitere Rechner kopieren. Das funktioniert, indem er sich in die Hardware beispielsweise von Thunderbolt-auf-Ethernet-Adaptern oder SSD-Festplatten installiert.

Schließt man ein infiziertes Gerät an einen anderen Rechner an, kopiert sich Thunderstrike 2 in dessen Firmware. Theoretisch, so die Forscher, wäre es deshalb denkbar, dass jemand die Schadsoftware verbreitet, indem er bei eBay infizierte Ethernet-Adapter anbietet. Im schlimmsten Fall könnte die Infektion bereits in der Fabrik erfolgen.

Ein echtes PC-Problem

Ein auf Macs beschränktes Phänomen ist die Angriffsmöglichkeit allerdings nicht. Vergangenes Jahr entdeckten die Forscher ähnliche Sicherheitslücken in der Firmware von Computern von Dell, Lenovo, Samsung und HP. Dass sich einige dieser Lücken auch bei Macs ausnutzen lassen, entdeckten sie aber erst vor Kurzem.

Zumindest eine der Schwachstellen hat Apple bereits per Update beseitigt, schreibt "Wired", eine weitere ist zumindest teilweise behoben. Es gebe aber noch immer drei Lücken, die noch nicht gestopft worden seien. Ein Grund zur Panik ist das Ganze trotzdem nicht, da die Technik der Forscher noch nicht von Kriminellen ausgenutzt wird.

Eine akute Bedrohung

Eine akute Gefahr meldete am Montagabend allerdings das Sicherheitsunternehmen Malwarebytes. Demnach nutzen Unbekannte offenbar eine andere Sicherheitslücke im aktuellen Mac OS X aus. Die DYLD_PRINT_TO_FILE genannte Schwachstelle soll es Angreifern ermöglichen, sich durch die Modifikation einer versteckten Unix-Datei Administratorzugriff zum Betriebssystem zu verschaffen, selbst wenn sie das Passwort des Anwenders nicht kennen.

Der Sicherheitsexperte Stefan Esser hatte vor Kurzem auf die Sicherheitslücke aufmerksam gemacht. Per Blogpost erklärte er im Juli, dass es unklar sei, ob Apple sich des Problems bewusst ist. Während der Fehler im aktuellen OS X 10.10.4, Yosemite, zu finden sei, sei er in der Betaversion von OS X 10.11, El Capitan, bereits behoben.

Nervige Werbesoftware

Laut Malwarebytes nutzt nun eine Schadsoftware die von Esser entdeckte und publik gemachte Sicherheitslücke aus, um Macs verschiedene Adware-Programme unterzuschieben. Diese Programme nerven die Anwender mit Werbeeinblendungen und stehen oft im Ruf, die Stabilität des Systems zu gefährden. Unter anderem würden so etwa die Programme Vsearch, Genieo und MacKeeper installiert. Eine Google-Suche nach diesem Programm-Namen fördert in erster Linie Deinstallationsanleitungen zutage.

Bisher habe Apple das Problem leider nicht gelöst, so Malwarebytes. Zudem gebe es "keine gute Möglichkeit, sich dagegen zu schützen". Zwar gibt es eine von Esser auf dem Programmiererportal "Github" veröffentlichte Schutzsoftware, doch die zu installieren, ist für normale Anwender kaum möglich.

Bis Apple ein Sicherheitsupdate veröffentlicht, rät Malwarebytes Mac-Besitzern dazu, besonders genau darauf zu achten, was sie aus dem Netz herunterladen. Aber das sollte man ja sowieso immer.

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insgesamt 51 Beiträge
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1. Jaha
mhwse 04.08.2015
wir machen Hardware und Software in einer Firma .. damit ist das System optimal, stabil und sicher .. genau. Selbstüberschätzung kommt vor dem Desaster. Nokia war mal Marktführer .. inzwischen werden die iDingens schon verschenkt .. und keiner wills haben ..
2. 2.
mhwse 04.08.2015
hab schon alle Seiten rauf und runter gesurft um das (android) Ding zu infizieren - leider ohne Erfolg. (vorher natürlich einen Snapshot vom lauffähigen System gemacht .. ) Also ebeso theoretisch .. (hoffe ja mal auf eine aufgeheizte Diskussion.. aber in der letzten Zeit schwächelt das etwas .. alle sind immer so konstruktiv neuerdings; androiden Benutzer die Apple Umarmer wurden und umgekehrt .. am Schluss schreiben wir uns wieder Briefe auf Papier? )
3. Wie ging...
mac4me 04.08.2015
Zitat von mhwsewir machen Hardware und Software in einer Firma .. damit ist das System optimal, stabil und sicher .. genau. Selbstüberschätzung kommt vor dem Desaster. Nokia war mal Marktführer .. inzwischen werden die iDingens schon verschenkt .. und keiner wills haben ..
...gleich das Sprichwort mit dem Splitter im Auge des anderen und den Balken vor dem eigenen Kopf? Sicherheit ist immer nur relativ, selbstverständlich auch für Macs. Aber da ist es eben immer noch relativ sicher, Hard- und Software aus einer Hand zu haben. Infizierte Firmware ist eine Horrorvorstellung für jeden Jardwarehersteller - ich bin sicher, die Lücke wird bald behoben werden. Bei der Vielzahl der BIOSse auf PCs ist das schon schwieriger.
4.
GrinderFX 04.08.2015
Zitat von mhwsewir machen Hardware und Software in einer Firma .. damit ist das System optimal, stabil und sicher .. genau. Selbstüberschätzung kommt vor dem Desaster. Nokia war mal Marktführer .. inzwischen werden die iDingens schon verschenkt .. und keiner wills haben ..
Nur verstehen vermutlich 99% hier, wie auch sie, wieder mal nicht, dass man die Firmware, zumindest Remote, selber installieren muss, sprich, erst downloaden, dann installieren, dann Passwort eingeben, vorher nur mindestens 2 mal bestätigen, dass man den Virus wirklich installieren möchte und erst wirklich dann, ist dieser Aktiv. Einzig bei bereits infizierter Hardware kann dies anscheinend sofort passieren. Ob da eine Passworteingabe benötigt wird, wird hier ja wie immer absichtlich verschwiegen, da es sich sonst ja nicht so reißerisch anhören würde. Das wird ja jedes mal immer wieder gerne verschwiegen!
5. Das ist doch eh
cptlars 04.08.2015
nur Panikmache... niemals gab oder wird es jemals einen Virus für einen angefressenen Apfel geben. .. Irrtum ihr Obst Freunde. .. es gibt keine Software die zu 100% Sicherheit gewährleisten kann. ..
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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