Naturfotografie Tierisch bunt

Fotograf Detlef Knapp zeigt die Natur, wie man sie gerne hätte, wunderschön und makellos. Dem Magazin "DOCMA" hat er verraten, mit welcher Technik er seine Bilder veredelt.

Von "DOCMA"-Chefredakteur Christoph Künne

Detlef Knapp/ DOCMA

In seinen Bildern zeigt Detlef Knapp dem Betrachter die Schönheit der Schöpfung. Tiere und Pflanzen wirken durch ihre natürliche Form und faszinieren mit zarten Details. Auf den zweiten Blick fragt man sich allerdings, um wessen Schöpfung es sich hier wohl handelt. Es gibt keine erkennbaren Hintergründe, nur Andeutungen. Die Farben verzaubern, haben aber keinerlei Ähnlichkeit mit dem Licht, das wir gemeinhin in der Natur wahrnehmen. Schnell wird klar: Hier ist die Welt "schöner als wahr" - um den Titel des DOCMA-Awards 2013 zu bemühen.

Erschaffen hat sie Detlef Knapp zunächst nur für sich, weil er bei der Ausarbeitung dieser Art von Bildern so gut entspannen kann. Sein Portfolio bei www.500px.com umfasst inzwischen über 1200 Bilder in diesem Stil - mit einigen von ihnen hat er Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen. "Anfangs habe ich viel experimentiert", gesteht er ein, "doch inzwischen weiß ich ziemlich genau, bei welchen Gattungen diese Art der Bearbeitung ihre größte Wirkung erzielt. Meine Motive erfüllen immer ganz bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich der Behaarung, des Gefieders oder der Hautstrukturen, deren Details erst die Nachbearbeitung in Photoshop richtig sichtbar macht."

Einen großen Teil seiner Freizeit verbringt er in Zoos, vor Terrarien, in Schmetterlingshäusern und am Rande von Gewässern. "Die Voraussetzung für diese Bilder ist, dass man erahnen muss, was die Tiere gleich tun werden, um dann möglichst viele Bilder davon aufzunehmen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass später bei wenigstens einem Foto der Moment perfekt eingefangen ist. Dafür sitze ich manchmal Stunden vor den Gehegen oder am Ufer, während ich mehr beobachte als fotografiere."

Bei der Wahl seiner Technik ist Knapp Purist: "Das wichtigste Kriterium ist die Schärfe. Ich arbeite mit einer Canon 7D Mark II. Für Makros verwende ich eine 150-Millimeter-Festbrennweite des Herstellers Sigma, sonst ein 150-600-Millimeter Telezoom von Tamron."

Auf die Frage, ob ihm die jetzt erhältlichen bildstabilisierten Versionen der Objektive die Arbeit erleichtern, lächelt er nur. "Meine Linsen sind etwas älter, und ich bin bisher gut ohne Stativ oder Stabilisierung ausgekommen. Eine Schießausbildung bei der Polizei hat mir die nötigen Techniken vermittelt, um sicher aus der Hand arbeiten zu können. Außerdem muss ich ja schon wegen der Bewegung der Tiere mit relativ kurzen Verschlusszeiten und halb geschlossener Blende arbeiten." Kompensiert wird der damit verbundene hohe Lichtbedarf mit der Empfindlichkeits-Einstellung. "Bis ISO 1000 kann ich gehen, ohne dass das Rauschen die Schärfe sichtbar beeinträchtigt."

Das Tutorial, in dem Detlef Knapp zeigt, wie solche Veredelungen in Photoshop funktionieren, finden Sie in der aktuellen "DOCMA" 67 ab Seite 67.

Zur Person
Detlef Knapp, Jahrgang 1962, beschäftigt sich seit 2005 mit der digitalen Fotografie. Er lebt mit seinen Kindern im rheinland-pfälzischen Wallmerod und verdient sein Geld im Innenministerium.
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