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Expertentipps: Darauf müssen Sie beim Kamera-Kauf achten

Von Horst Gottfried

Kameraexperten auf der Photokina: Pixelzahl, Sensorgröße Zur Großansicht
Photokina

Kameraexperten auf der Photokina: Pixelzahl, Sensorgröße

Soll's zu Weihnachten eine neue Kamera sein? Wie findet man unter all den Angeboten die richtige, was bedeutet das Technik-Kauderwelsch? Diese Tipps machen das Shopping leichter.

Zu Weihnachten sind Kameras als Geschenke besonders gefragt. Doch technischer Overkill, ein kaum überschaubares Angebot und reißerische Werbung machen viele Interessenten die Wahl des richtigen Modells unnötig schwer. Durchblick hat nur, wer weiß, worauf es technisch ankommt. Wer sich dann noch klarmacht, was ihm wichtig und weniger wichtig ist, kommt seiner Traumkamera schon ein Stück näher.

Die Bandbreite ist enorm: Es gibt die teils sehr günstigen Kompaktkameras, die es dem Nutzer leicht machen - allerdings muss man sich dann aber auch mit der einmal gekauften Ausstattung begnügen.

Ganz anders sind die Spiegelreflexkameras, auch SLRs genannt, bei denen man das Objektiv wechseln kann und die meist größere Bildsensoren und damit mehr Qualität liefern. Und dann gibt es noch die Systemkameras. Sie bieten eine den SLRs ähnliche Bildqualität, haben Wechselobjektive, sind aber aufgrund ihrer Technik kleiner und leichter.

Auf diese drei Kameragruppen werden wir demnächst in weiteren Artikeln genauer eingehen. Jetzt kümmern wir uns erst mal und die technischen Grundlagen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Punkte, auf die Sie beim Kamerakauf achten sollten. Machen Sie sich dazu Ihre Prioritäten bei Ausstattung, Größe, Gewicht und dem Preis klar. Hilfreich kann eine Liste der von Ihnen bevorzugten Kameraeigenschaften sein, etwa unterteilt in die Kategorien "muss", "sollte" und "kann/schön zu haben".

Auf folgende Eigenschaften sollte man beim Kauf einer neuen Kamera besonders achten:

  • Pixelzahl und Sensorgröße

Achten Sie vor allem bei Kompaktkameras auf die Sensorgröße. Sie steht oft nur im Kleingedruckten, ist aber genauso wichtig wie Megapixelzahl. Zwölf Megapixel auf einem 1/1,7-Zoll-Sensor (rund 9,5 Millimeter Diagonale) können ein besseres Bild liefern als 16 Megapixel auf einem kleinen 1/2,3-Zoll-Sensor (rund 7,7 Millimeter Diagonale). Je größer das einzelne Pixel ist, desto besser ist die Bildqualität. Einige SLR- und Systemkameras sowie einige teurere Kompakt-Modelle haben noch größere Sensoren. Bei sogenannten Four-Thirds-Kameras etwa beträgt die Sensordiagonale 22 Millimeter, bei APS-C-Kameras 28 Millimeter. Beim Kleinbild-Format sind es 43 Millimeter.

  • Objektivbrennweite und Lichtstärke

Lassen Sie sich bei Kompaktkameras nicht von superlangen Tele-Brennweiten blenden. Mit zunehmender Tele-Brennweite verringern sich Lichtstärke und Qualität. Trotz Bildstabilisierung drohen verwackelte Bilder. Größere Weitwinkel (zum Beispiel 24 statt 28 Millimeter) und eine höhere Lichtstärke (Werte wie f/2,8, f/2,0 oder f/1,8) bringen in der Praxis mehr als superlange Teleobjektive.

Mit Spiegelreflex- und Systemkameras sind Sie freier in der Objektivauswahl und können sie bei Bedarf später ausbauen.

  • Monitor und Sucher

Achten Sie auf die Auflösung bzw. auf die Schärfe des Bildes. Ein Blick auf den Monitor sagt mehr als die reine Pixelzahl, bei der Hersteller gern tricksen. Sie geben manchmal die Gesamtzahl aller roten, grünen und blauen Pixel an. Die effektive Auflösung beträgt dann aber nur ein Drittel, da für einen farbigen Bildpunkt drei Pixel in drei Grundfarben zusammengefasst werden. Aus 2,36 Millionen Pixeln werden so effektiv 786.666 Bildpunkte.

Praktisch ist ein klappbarer Monitor, der Aufnahmen aus verschiedenen Betrachtungswinkeln ermöglicht. Ein elektronischer Sucher hilft bei hellem Sonnenlicht, weil dann das Monitorbild schlecht zu erkennen ist.

  • Geschwindigkeit und Empfindlichkeit

Wichtig ist eine kurze Einschaltzeit und ein schneller Autofokus. Hohe ISO-Werte (Indikator der Lichtempfindlichkeit) sollte man vor allem bei den Kompakten nicht überbewerten. Sie eignen sich wegen schlechterer Bildqualität meist nicht für normale Fotos, sondern nur als Reserve etwa für Dokumentationszwecke.

  • Größe und Gewicht

Das ist Geschmacksache. Man sollte aber immer daran denken: Was nützt die dickste Profi-Kamera, wenn sie zu Hause liegen bleibt, weil sie unterwegs zu groß und zu schwer ist?

  • Sekundärtugenden

Das Angebot an nützlichen Funktionen und Helferlein ist groß: Ein Bildstabilisator, eine einfache Bedienbarkeit und übersichtliche Menüs sind wichtig. Eine elektronische Wasserwaage, eine Videofunktion und ein Blitz sind praktisch. Digital-Effekte, W-Lan, NFC und GPS sind schön zu haben, machen aber keine besseren Bilder.

Was Sie noch beachten sollten

Vergleichen Sie vor dem Kauf die Preise. Anzeigen in Zeitungsbeilagen und Preissuchmaschinen können als Orientierung dienen. Die billigste Lösung muss nicht immer die beste sein: wenn eine gute Beratung in einem Fachgeschäft vor Ort vor einem Fehlkauf schützt, sind die paar Euro Aufpreis gut angelegt, die die Kamera dort vielleicht mehr kostet als beim Online-Händler.

Schauen Sie den Verkäufern in Elektronikmärkten wie Saturn und Co. auf das Namensschild. Daran sollte zu erkennen sein, ob sie wirklich Mitarbeiter des Hauses sind. In manchen Filialen sind teilweise auch von Herstellern gesponserte Promotor unterwegs, die nur ihre eigene Marke verkaufen wollen.

Achten Sie beim Preisvergleich von System- und SLR-Kameras, die im Set mit Objektiv angeboten werden, auf Brennweite und Lichtstärke des mitgelieferten Objektivs. Bei Kameras ohne Bildstabilisator im Gehäuse sollte das Objektiv damit ausgestattet sein. Das ist vor allem bei Dunkelheit sowie für Tele- und Nahaufnahmen wichtig.

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1.
schilichote 12.12.2014
"Was nützt die dickste Profi-Kamera, wenn sie zu Hause liegen bleibt, weil sie unterwegs zu groß und zu schwer ist?" Schwerer = weniger Verwacklungsgefahr. Und normalerweise auch: bessere Ergonomie. Lieber SPON. Wenn schon ein Artikel, dann bitte mit etwas mehr Tiefe.
2.
a-mole 12.12.2014
kann nur die Sony Cybershot DSC RX100 empfehlen (oder halt einen der Nachfolger) Preis/ Leistung ist top und nicht zu groß & schwer zum mitschleppen
3.
Celegorm 12.12.2014
Zitat von schilichote"Was nützt die dickste Profi-Kamera, wenn sie zu Hause liegen bleibt, weil sie unterwegs zu groß und zu schwer ist?" Schwerer = weniger Verwacklungsgefahr. Und normalerweise auch: bessere Ergonomie. Lieber SPON. Wenn schon ein Artikel, dann bitte mit etwas mehr Tiefe.
Was ist falsch an der Aussage? Es ging nicht um Verwacklungsgefahr, sondern um Transport und Handling im Allgemeinen. Und da ist das effektiv ein Problem. Profi-Kameras sind schwerer und auch teurer, was in vielen Situationen hinderlich ist, etwa weil man leicht unterwegs sein will, Gewichtsrestriktionen hat, Beschädigung oder Diebstahl befürchten muss, etc. Zumindest ist das immer mein Hauptargument gegen eine wirklich gute Kamera: Dort wo ich eine solche gerne nutzen würde (Wander/Bergtouren und entsprechende Reisen) ist diese gleichzeitig auch eine Belastung. Die Kosten-Nutzen-Rechnung fällt dadurch am Ende meist negativ aus, denn wie der Artikel schreibt: Was nützt die beste Profi-Kamera, wenn diese zuhause bleibt weil kein Platz im Rucksack ist oder das Handling irgendwo am Berg zu schwierig wäre?
4. Megapixel und Sensorgröße
Lenzor 12.12.2014
Sie schreiben Sensorgröße sei genauso wichtig wie die Megapixel. Das stimmt so nicht. Ab einer Aufösung von ca. 10 Megapixel spielt die Auflösung für den Hobbyfotografen nahezu keine Rolle mehr. Und die aktuellen Modelle haben in der Regel deutlich höhre Auflösungen. Die Seonsorgröße hingegen bringt einen deutlichen und auch für Laien sichtbaren Unterschied - vor Allem bei schlechten Lichtverhältnissen und hohen ISO-Weten. Die Sensorgröße ist also viel wichtiger als die Megapixel.
5. Megapixel und Sensorgröße
Lenzor 12.12.2014
Sie schreiben Sensorgröße sei genauso wichtig wie die Megapixel. Das stimmt so nicht. Ab einer Aufösung von ca. 10 Megapixel spielt die Auflösung für den Hobbyfotografen nahezu keine Rolle mehr. Und die aktuellen Modelle haben in der Regel deutlich höhre Auflösungen. Die Seonsorgröße hingegen bringt einen deutlichen und auch für Laien sichtbaren Unterschied - vor Allem bei schlechten Lichtverhältnissen und hohen ISO-Weten. Die Sensorgröße ist also viel wichtiger als die Megapixel.
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Fototechnik-Fachbegriffe
Konrad Lischka
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Brennweite
Konrad Lischka
Die Brennweite gibt eine Entfernung innerhalb des Objektivs einer Kamera an. Genauer: Die Brennweite ist der in Millimetern angegebene Abstand zwischen der Mittelachse der Linse und der Stelle, wo das einfallende Licht auf Sensor oder Film trifft. Relevant ist das für die Bildgestaltung so: Je höher die Brennweite, desto näher wird das abgebildete Objekt herangezoomt.

Die Brennweite verändert auch die Bildwinkel der Aufnahme. Hier spielen aber auch die verschiedenen Aufnahmeformate (sprich: Wie groß ist das auf den Sensor der Kamera einfallende Bild?) eine Rolle. Deshalb geben Hersteller meistens die sogenannte kleinbildäquivalente Brennweite (Equiv.135) an.

Kleinbildbrennweiten werden mit Werten wie zum Beispiel 24-60 mm bei digitalen Kompaktkameras angeben. Wenn ein solches Objekt den Bereich zwischen 17 und 35 mm umfasst (siehe Foto: links 35 mm, rechts 28 mm), sind Weitwinkelaufnahmen möglich (hilfreich, um zum Beispiel Menschengruppen oder Bauwerke aus nicht allzu großer Entfernung aufzunehmen), ab 50 mm ist man schon im leichten Telebereich.
Blendenöffnung
Für eine Kamera ist die Blende, was die Iris für das Auge ist: Diese Öffnung hat eine veränderbare Größe, und je größer sie ist, desto mehr Licht fällt ein. Bei kompakten Digitalkameras kann die Blende manchmal, bei Spiegelreflexkameras meistens auf Wunsch manuell eingestellt werden. Angegeben wird sie dabei mit der sogenannten Blendenzahl (wie um Beispiel 8, 5,6 oder 2,8).

Je größer die Blendenzahl (oft angegeben mit f/Blendenzahl), umso kleiner ist die Blendenöffnung. Konkret: Bei der Blendenzahl 4 ist die Blendenöffnung doppelt so groß wie bei der nächst höheren Blendenzahl 5,6. Die Blendenzahlen beruhen auf einer mathematischen Formel, nach der sich die sogenannte Blendenreihe berechnet. Hier verkleinert sich von Stufe zu Stufe die Blendenöffnung (0,5 / 0,7 / 1 / 1,4 / 2,8 / 4 usw.

Mehr Licht durch eine große Blendenöffnung ermöglicht eine kürzere Verschlusszeit. Eine möglichst kurze Verschlusszeit ist nötig, um sich schnell bewegende Objekte möglichst scharf aufzunehmen. Wer zum Beispiel einzelne Szenen eines Basketballspiels einer nicht allzu hell beleuchteten Sporthalle aufnehmen will, kann eine kleinere Blendenzahl (also eine größere Blendenöffnung) wählen und dafür die Verschlusszeit verkürzen. Als Richtwert gilt dabei: Ein Stufe abwärts in der Blendenreihe erlaubt eine gleichzeitige Halbierung der Belichtungszeit.

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Blendenöffnung die sogenannte Schärfentiefe. Grundregel: Je kleiner die Blendenzahl (und je größer somit die Blendenöffnung), desto geringer die Schärfentiefe. Geringe Schärfentiefe bedeutet: Das Motiv im Vordergrund ist scharf, der Hintergrund ist unscharf. Große Schärfentiefe bedeutet, dass die Partien im Vorder- und Hintergrund scharf auf dem Bild erscheinen.
Verschluss-/ Belichtungszeit
Wie lange die Blende geöffnet ist, wie lange also Licht auf den Sensor der Kamera fällt, gibt die Belichtungszeit an. Je länger diese Verschlusszeit ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Diese Verschlusszeit wird meistens in Sekundenbruchteilen angegeben. 1/1000 ist zum Beispiel eine tausendstel Sekunde. Bei Kompaktkameras kann die Verschlusszeit manchmal, bei Spiegelreflexkameras immer auch manuell eingestellt werden. Angeben wird sie in Zeitstufen (wie 0,5"; 1/4; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125 usw.). Je größer die Zeitstufe, umso länger ist der Verschluss geöffnet.

Bei einer kurzen Verschlusszeit erscheinen auf dem Bild sich schnell bewegende Objekte scharf, bei längeren Verschlusszeiten wirken sie verwischt, das ist die sogenannte Bewegungsunschärfe. Verwendet man bei solchen Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten kein Stativ oder zumindest eine feste Unterlage für die Kamera, verwackeln die Aufnahmen oft durch die Bewegung der Hand. Ruht die Kamera auf einer festen Unterlage, kann man mit längeren Belichtungszeiten zum Beispiel Autos auf Fotos verwischt erscheinen lassen, während alle statischen Objekte in der Umgebung scharf erscheinen.

Bei sehr kurzen Belichtungszeiten ist eine starke Beleuchtung oder eine entsprechend große Blendenöffnung nötig, um ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Grundregel: Stellt man eine Zeitstufe größer ein, kann man eine Blendenzahl weniger einstellen.
Schärfentiefe
Konrad Lischka
Schärfentiefe meint den Bereich in einer bestimmten Entfernung der Kamera, der auf dem Foto als scharf erscheint - je größten dieser Entfernungsbereich ist, umso größer ist die Schärfentiefe.

Konkret: Geringe Schärfentiefe bedeutet, dass das Motiv im Vordergrund scharf, der Hintergrund aber unscharf ist. Große Schärfentiefe bedeutet: Die Partien im Vorder- und Hintergrund erscheinen auf dem Bild scharf. Die Schärfentiefe eines Bildes hängt unter anderem von der Größe der Blendenöffnung ab, aber auch von der Brennweite des Objektivs und dem Bildformat beziehungsweise der Sensorgröße.
Sensorgröße
Die Größe des Fotosensors einer Digitalkamera beeinflusst neben anderen Faktoren die Qualität der Fotos. Angegeben wird die Größe oft in Standardgrößen wie 1/2,3 Zoll oder 1/1,7 Zoll. Diese Größen sind von einem Format für TV-Kameras aus den fünfziger Jahren übernommen, haben keinen direkten Zusammenhang mit der Oberfläche des Sensors.

Einige Beispiele für Sensorgrößen:

- 1/2,3", z.B. Pentax Q: 0,28 cm²
- 1/1,7", z.B. Canon G12, Canon S100: 0,43 cm²
- 2/3", z.B. Fujifilm X10:0,58 cm²
- 1", z.B. Nikon J1, Sony RX100: 1,16 cm²
- 4/3", z.B. Panasonic GF3: 2,25 cm²
- Canon G1X: 2,62 cm²
- Canon APS-C, z.B. 7D: 3,32 cm²
- Nikon DX, z.B. Nikon D90: 3,72 cm²
- Sony APS-C, z.B. Nex-5n: 3,81 cm²
- Kleinbild-Vollformat, z.B. Canon 5D Mark II, Nikon D700, Sony A900: 8,64 cm²
- Mittelformat, z.B. Pentax 645D: 17,28 cm²

Ein Problem bei der Sensorgröße entsteht, wenn auf der gleichen Fläche immer mehr Fotodioden untergebracht werden. Sprich: Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung (gemessen in Megapixel) wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Fotodioden auf einer kleineren Oberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jede einzelne der Fotodioden, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen, das sogenannte Bildrauschen, mit sich bringt.
Lichtempfindlichkeit / ISO-Wert
Konrad Lischka
Wie lichtempfindlich Filmmaterial ist, wird unter anderem mit den sogenannten ISO-Werten angegeben. Ein Film mit ISO 200 ist doppelt so lichtempfindlich wie ein ISO-100-Film, bei ISO 400 verdoppelt sich die Lichtempfindlichkeit gegenüber ISO 200 und so weiter.

Bei Digitalkameras haben die Hersteller diese Skala übernommen, um die Empfindlichkeit anzugeben. Wenn in einem dämmrigen Umfeld die Verschlusszeit wegen Verwacklungsgefahr nicht stark genug erhöht werden kann und eine allzu große Blendenöffnung wegen des Verlusts an Schärfentiefe nicht erwünscht ist, kann die Empfindlichkeit erhöht werden, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten. Hebt man die ISO-Stufe um einen Schritt an, kann die Verschlusszeit zum Beispiel um einen Schritt vermindert werden.

Bei Digitalkameras verstärkt die Software das auf dem Sensor eingehende Signal. Dabei verstärkt die auch die Störungen, das sogenannte Bildrauschen nimmt zu.
Megapixel
Der Megapixel-Wert gibt die Auflösung einer Digitalkamera an, also wie viele Bildpunkte der Sensor erfasst. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkte. Aus der Pixelmenge resultiert die Rasterung beim Druck der Fotos - je höher die Auflösung, desto größer können die Fotos gedruckt werden, ohne dass die Pixel sichtbar werden.

Laut Kodak genügt für einen Ausdruck in A4-Format (20x30 cm) in guter Qualität eine Auflösung von 1920 x 1280 Pixeln (2,4 Megapixel), für optimale Qualität ist eine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln (3,1 Megapixel) nötig.

Eine digitale Kompaktkamera mit derselben Auflösung wie eine Spiegelreflexkamera bringt dieselbe Menge an Bildpunkten auf einer kleineren Sensoroberfläche unter. Eine Folge: Auf der kleinen Fläche erreicht weniger Licht jeden einzelnen der Bildpunkte, das Signal muss daher verstärkt werden, was wiederum mehr Störungen durch das sogenannte Bildrauschen mit sich bringt.
Bildrauschen
Konrad Lischka
Die Ursache für das Bildrauschen sind physikalische Effekte auf dem Bildsensor und den dort untergebrachten Fotodioden, vor allem den sogenannten Dunkelstrom. Wie stark diese Effekte im Foto sichtbar (siehe Foto mit 1600 ISO) sind, hängt von mehren Faktoren ab:

- Bei gleicher Auflösung rauschen Sensoren mit kleinerer Oberfläche stärker als größere.

- Je stärker die Lichtempfindlichkeit der Kamera eingestellt ist, umso stärker ist das Rauschen, da das vom Sensor eingehende Signal verstärkt wird - einschließlich der Störungen.

- Je wärmer der Sensor ist, umso stärker ist das Bildrauschen.

Digitalkameras nutzen diverse Software-Routinen, um das Bildrauschen schon beim Abspeichern einer Aufnahme herauszurechnen. Die Hersteller nutzen verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Ergebnissen. Manchmal beeinträchtigt die Rauschunterdrückung wiederum die Schärfe eines Bildes sichtbar.


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