Satellitenfernsehen: So überstehen Sie die Analogabschaltung

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Die Zeit wird knapp: Am 30. April werden die letzten analogen TV-Sender im deutschen Satellitenfernsehen abgeschaltet. Wer bis dahin nicht auf digitalen Empfang umgerüstet hat, sieht nur noch einen schwarzen Bildschirm. Was also ist jetzt noch zu tun?

Umstellung auf Digital-TV: Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens Fotos
klardigital.de

Die Nacht zum 30. April wird die Entscheidung bringen. Um drei Uhr morgens werden die letzten analogen TV-Sender im deutschen Satellitenfernsehen abgeschaltet. Eine der größten Umstellungen in der deutschen Fernsehgeschichte werde damit abgeschlossen, schreibt der Satellitenbetreiber Astra Deutschland GmbH. Von diesem Augenblick an ist Satellitenfernsehen nur noch digital empfangbar. Wer seine Empfangsanlage bis zu diesem Zeitpunkt nicht umgerüstet hat, ist von da an vom Fernsehprogramm ausgeschlossen.

Dass in Deutschland überhaupt noch analoges Satellitenfernsehen empfangen werden kann, ist ohnehin eine Skurrilität. Einzig Brasilien leistet sich ebenfalls noch analoge Satellitenkanäle. Ansonsten ist Sat-TV weltweit längst auf digitalen Empfang umgestellt worden. Die Gründe dafür sind leicht erklärt. In erster Linie lassen sich digital mehr TV-Sender mit besserer Bild- und Tonqualität übertragen. Zudem können bei Digitalfernsehen parallel zu Bild und Ton digitale Informationen, etwa die elektronischen Programmführer (EPG) oder Zusatzdienste, übertragen werden. Hochauflösendes Fernsehen, HDTV, funktioniert ausschließlich digital.

Was bei einer Analogabschaltung schiefgehen kann, hat sich Anfang April in Großbritannien gezeigt. Als dort die analoge Ausstrahlung von 54 Sendern beendet wurde, riefen Tausende TV-Nutzer bei den Hotlines an, weil ihre Bildschirme plötzlich dunkel blieben. Dabei hatte die Initiative Digital UK monatelang mit einer großen Anzeigenkampagne auf die anstehende Umstellung aufmerksam gemacht.

Wie viele sind betroffen?

Genau dasselbe versucht die von den Landesmedienanstalten mit einigen TV-Sendern gebildete Initiative klardigital in Deutschland. Seit 2011 macht sie mit TV-Spots, Plakaten und einer Website Werbung für den Umstieg. Wie erfolgreich die Kampagne wirklich war, wird man wohl erst am 1. Mai erfahren, wenn entweder alles glatt gelaufen ist oder Zigtausende uninformierte Menschen ohne TV-Programm dastehen.

Denn: Wie viele Analogseher ihre Empfangstechnik tatsächlich rechtzeitig umgestellt haben, lässt sich kaum abschätzen. Zum Jahresbeginn haben dem Satellitenbetreiber Astra zufolge noch 1,77 Millionen deutsche Haushalte analoge Programme empfangen. Allerdings haben sich Digital-Receiver in den ersten Monaten des Jahres auch so gut verkauft wie nie zuvor, insgesamt 1,44 Millionen Stück gingen weg. Hinzu kommen 1,18 Millionen Fernseher mit Sat-Empfangsteil. Wie viele dieser Geräte allerdings Ersatzbeschaffungen von bereits auf Digitalempfang aufgerüsteten Haushalten waren, ist nicht zu klären.

Für alle, die noch analoges Satellitenfernsehen empfangen und jene, die sich nicht sicher sind, ist jetzt also höchste Zeit, sich auf die Abschaltung vorzubereiten und auf digitalen TV-Empfang umzusteigen. Aber vorher gilt es zu klären:

Wie erkenne ich, ob ich noch analog empfange?

Grundsätzlich gilt, dass ausschließlich Nutzer von Satelliten-TV betroffen sind. Hausbesitzer sollten schon deshalb wissen, ob sie per Satellit, per Kabel oder per DVB-T fernsehen, weil sie für Kabel-TV eine Monatsgebühr zahlen müssen und für Sat-TV eine Satellitenschüssel auf dem Dach, dem Balkon, an der Hauswand oder im Garten haben. Mieter können auf ihrer Nebenkostenabrechnung nachschauen, ob dort Kabelgebühren aufgeführt sind. Oder Sie rufen bei ihrem Vermieter oder der Hausverwaltung an.

Aber es gibt auch ein paar einfache Möglichkeiten, schnell selbst herauszufinden, ob man zu den Analogempfängern gehört und Handlungsbedarf besteht:

Der einfachste Test: Prüfen Sie Ihren Satelliten-Receiver. Sollte der das DVB-Logo tragen, ist er digitaltauglich und Sie nutzen bereits die neue Technik.

Der Programmtest: Schauen Sie nach, ob Sie den Sender ZDFneo empfangen können. Sollte dies der Fall sein, empfangen Sie bereits digital. Falls Sie ihn nicht empfangen können, führen Sie noch einen weiteren Test durch.

Der sichere Test: führen Sie eine Teletext-Abfrage durch:

  • Stellen Sie an ihren TV-Gerät Das Erste oder ZDF ein.
  • Rufen Sie Teletext auf.
  • Wählen Sie die Seite 198 an.

Sofern Sie noch analog empfangen, erscheint jetzt eine Hinweisseite zur "Analogen Satellitenabschaltung". Ist Ihre Anlage schon auf Digitalempfang eingestellt, sehen Sie eine Seite mit dem Titel "Digitaler Empfang" (siehe Fotostrecke).

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insgesamt 27 Beiträge
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1. HD geht technisch auch ohne HDMI..
a.weishaupt 26.04.2012
..z.B. per Y/C (der Anschluss mit den 3 Cinch-Anschlüssen in Gelb, Schwarz und Grün), es sei denn irgendwelche Vorgaben der Filmwirtschaft verhindern das mal wieder. Das Bild ist bei vernünftigen Komponenten und kurzen Kabelwegen nicht von digitaler Übertragung zu unterscheiden.
2. Viel Spaß mit HDminus :p
audiatur_et_altera_pars 26.04.2012
Zitat von sysopDie Zeit wird knapp: Am 30. April werden die letzten analogen TV-Sender im deutschen Satellitenfernsehen abgeschaltet. Wer bis dahin nicht auf digitalen Empfang umgerüstet hat, sieht nur noch einen schwarzen Bildschirm. Was also ist jetzt noch zu tun? http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,829493,00.html
Vielleicht noch erwähnenswert, daß im Zuge der Abschaltung von analog, die Dritten ab dem 30.April mit HDTV starten, "kostenlos" beim staatlichen Pay-TV Anbieter GEZ. Wünschenswert wäre noch eine kurze Aufklärung über die Einschränkungen, die sich die Benutzer mit HD+ ins Haus holen, Begrenzung des zeitversetzten Fernsehens, kein Überspulen von Werbung, Aufnahmesperre bestimmter Sendungen etc... siehe auch hier https://www.youtube.com/watch?v=0wfhJcegcPo
3.
cobaea 26.04.2012
Zitat von sysopDie Zeit wird knapp: Am 30. April werden die letzten analogen TV-Sender im deutschen Satellitenfernsehen abgeschaltet. Wer bis dahin nicht auf digitalen Empfang umgerüstet hat, sieht nur noch einen schwarzen Bildschirm. Was also ist jetzt noch zu tun? http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,829493,00.html
Aha, alle Länder ausser Brasilien und Deutschland haben "längst" auf ausschliesslich digitalen Satellitenempfang umgestellt, lesen wir da in diesem Artikel. Klingt, als ob Deutschland und sein TV sozusagen vorsintflutlich wären. Und dann erfahren wir ein paar Zeilen weiter unten, dass in Grossbritannien "Anfang April" bei vielen TV-Konsumenten der Bildschirm wegen der Umstellung schwarz blieb. "Längst" ist damit einen knappen Monat her. Das Selbe gilt für den Satellitenempfang in der Schweiz, der auch eben erst vollständig auf digital umgestellt wurde. Was ein Getue....
4.
marthaimschnee 26.04.2012
Ich möchte nicht wissen, wievielen Omis man neue, teure Technik in diesem Zusammenhang aufgeschwatzt hat. Schließlich haben nahezu alle Elektronikhändler das böse Abschaltdatum immer werbewirksam neben die neuesten Fernsehgeräte gepappt, ohne in irgendeiner Form darauf hinzuweisen, daß es bei den meisten, die wirklich noch rein analog unterwegs sind, ein neuer LNB und ein Billigst-Receiver für insgesamt 50 Euro getan hätte. Aber egal, witzig wird erst das nächste Abschaltdatum. Das momentan für 2019 anvisierte Ende des SD-Empfangs. Es wird nämlich gemutmaßt, daß die Privaten dann keinen kostenlosen HD Kanal anbieten wollen, sondern nur noch HD+.
5. TV kommt aber nicht über kurze Kabelwege
wulfaro 26.04.2012
Zitat von a.weishaupt..z.B. per Y/C (der Anschluss mit den 3 Cinch-Anschlüssen in Gelb, Schwarz und Grün), es sei denn irgendwelche Vorgaben der Filmwirtschaft verhindern das mal wieder. Das Bild ist bei vernünftigen Komponenten und kurzen Kabelwegen nicht von digitaler Übertragung zu unterscheiden.
Über Satellit lassen sich kurze Kabelwege aber schlecht realisieren. Und ein DA ist wieder ein zusätzliches Gerät das man extra einschalten muss und ein extra Netzteil hat. Außerdem haben nur sehr wenige Fernseher Y/C und eine 24" Computerbildschirm-Röhre dürfte den meisten dann doch zu klein sein, zu mal die nicht in 16:9 zu haben ist.
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