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Twitter: Schwarzer Werbebalken nervt App-Nutzer

Da ist Werbung in der Hosentasche: Nutzer der mobilen Twitter-App wunderten sich in den letzten Tagen über einen schwarzen Balken mit Text. Der ist Teil des neuen Geschäftsmodells - und nervt viele gewaltig.

Twitter auf dem Smartphone: Werbebalken soll Kostenlos-Dienst refinanzieren Zur Großansicht
Getty Images

Twitter auf dem Smartphone: Werbebalken soll Kostenlos-Dienst refinanzieren

Hamburg - Twitter-Nutzer beschweren sich über Twitter - natürlich via Twitter. So schrieb eine Nutzerin heute: "Ich verliere sehr schnell die Geduld mit dem neuen schwarzen Trending-Topics-Balken quer über meine Timeline. Ich suche mir jetzt eine neue App. Entfernt das bitte!" Sie ist nicht die einzige: Die Beschwerden über Twitters neue Werbemaßnahme in der speziellen Version für Smartphones häufen sich derzeit.

Die neue Version der iPhone-App des Kurznachrichtendienstes nervt mit einem immer wieder auftauchenden Info-Balken. Die dünne schwarze Leiste soll Trend-Themen anzeigen, überlagert aber für kurze Zeit die Übersicht aktueller Tweets. Ein Teil davon sind von Unternehmen plazierte Begriffe, etwa der Name einer Fernsehserie. Klickt man auf den Balken, werden Tweets zu dem Thema angezeigt.

Was die Twitter-Nutzer erregt, ist weniger die "Quick Trends"-Leiste selbst, sondern dass sie sich nicht ausschalten lässt. Twitter will jedoch hart bleiben. Firmenchef Dick Costolo kündigte zwar eine neue App an, in der der Balken weniger penetrant sein solle. Zugleich machte er deutlich, dass der Versuch fortgesetzt werde. Laut US-Medienberichten kann solch ein "promoted Tweet" den Auftraggeber locker 100.000 Dollar kosten.

Auch einen obszönen Spitznamen hat der Werbebalken schon weg: "Dick Bar", nicht zuletzt auch eine Anspielung auf den neuen Twitter-CEO Costolo.

Twitter versucht seit einiger Zeit, mit Hilfe von Werbung ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen. In den ersten Jahren wollte der 2006 gestartete Dienst vor allem möglichst viele Nutzer gewinnen. Vor Werbung schreckten die Gründer zunächst zurück, weil sie Angst hatten, die Nutzer zu vergraulen. Spätestens seit Costolo im vergangenen Jahr den Chefposten übernahm, setzt Twitter stark auf Werbeeinnahmen. Demnächst sollen die Nutzer auch gezielt Werbe-Tweets erhalten. Laut Costolo schreibt Twitter nach jahrelangem Minusgeschäft inzwischen schwarze Zahlen.

cis/dpa

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1. Obernervige Werbung
Michael Giertz, 07.03.2011
Zitat von sysopSo mancher Nutzer der mobilen App des Kurznachrichtendienstes Twitter wunderte sich in den letzten Tagen über einen schwarzen Balken mit Text. Der ist Teil des neuen Geschäftsmodells - und nervt viele gewaltig. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,749519,00.html
Onlinewerbung nervt auch viele gewaltig. Besonders jene, die sich mitten im Bild platziert und auch noch Töne produziert, also optisch und akustisch nach Aufmerksamkeit heischt. Richtig ärgerlich ist solche Werbung besonders dann, wenn es kein deutlich kenntlich gemachtes "Kreuz" zum schließen gibt, dafür aber der eigentliche Inhalt, den man lesen will, unerreichbar ist. Leider gibts am PC keine App, um derartig nervige Werbung zu entfernen; man muss damit leben. Warum ich das geschrieben hab, obschon es offenkundig nicht viel mit der "Schwarze-Balken-Nerverei" zu tun hat? Ganz einfach: diese Unsitte, mit aufdringlicher, nicht mehr ignorierbarer Werbung den eigentlichen Content einer Website zu verdecken ist ein durchaus gängiges Geschäftsmodell, Twitter hat das nicht erfunden, sondern eine eigene Interpretation eingebracht. Gegen Werbung dieser Art kann man sich auch nicht wirklich wehren - außer natürlich, Nutzer sind vermehrt bereit, für Netzangebote zu bezahlen. Nun, Geiz-ist-Geil, wenigstens aber im Netz: da ertrag ich lieber obernervige Musikwerbung mitten auf dem Bildschirm, wenn ich dafür nix zahlen muss ...
2. ...
Crom 07.03.2011
Zitat von Michael GiertzOnlinewerbung nervt auch viele gewaltig. Besonders jene, die sich mitten im Bild platziert und auch noch Töne produziert, also optisch und akustisch nach Aufmerksamkeit heischt. Richtig ärgerlich ist solche Werbung besonders dann, wenn es kein deutlich kenntlich gemachtes "Kreuz" zum schließen gibt, dafür aber der eigentliche Inhalt, den man lesen will, unerreichbar ist. Leider gibts am PC keine App, um derartig nervige Werbung zu entfernen; man muss damit leben. Warum ich das geschrieben hab, obschon es offenkundig nicht viel mit der "Schwarze-Balken-Nerverei" zu tun hat? Ganz einfach: diese Unsitte, mit aufdringlicher, nicht mehr ignorierbarer Werbung den eigentlichen Content einer Website zu verdecken ist ein durchaus gängiges Geschäftsmodell, Twitter hat das nicht erfunden, sondern eine eigene Interpretation eingebracht. Gegen Werbung dieser Art kann man sich auch nicht wirklich wehren - außer natürlich, Nutzer sind vermehrt bereit, für Netzangebote zu bezahlen. Nun, Geiz-ist-Geil, wenigstens aber im Netz: da ertrag ich lieber obernervige Musikwerbung mitten auf dem Bildschirm, wenn ich dafür nix zahlen muss ...
Ach, da gibt's schon ein paar nette Firefox-Plugins.
3. Werbung ja - die Frage ist nur wie
RaoulLübeck 07.03.2011
Diese Thematik kratzt doch an dem Grundthema im Netz. Firmen bringen ein Angebot ins Netz, wie hier Twitter. Das alles läuft erstmal ohne Werbung bis sich die Investoren melden und etwas von Return on Invest murmeln. Also wird Werbung plaziert oder man setzt auf Bezahlmodelle. Letzteres funktioniert noch nicht wie gewünscht, also setzt man aufs bekannte Pferd "Onlinewerbung", unterstützt durch wachsende Werbeausgaben in diesem Segment. Nun ist die Frage, wie wird die Werbung plaziert - dezent oder doch als Bildschirmfüllende Frontalbotschaft? Und wird Werbung überhaupt noch akzeptiert oder sagen die Nutzer "Keine Werbung, es wird schon ein nächstes und gleichartiges Angebot online gehen" ? Mit einem Bezahlmodell wären diese Überlegungen überflüssig. Vielleicht erleben wir das eines Tages ja doch nochmal.
4. Falsch geraten
Gani, 07.03.2011
Zitat von Michael GiertzOnlinewerbung nervt auch viele gewaltig. Besonders jene, die sich mitten im Bild platziert und auch noch Töne produziert, also optisch und akustisch nach Aufmerksamkeit heischt. Richtig ärgerlich ist solche Werbung besonders dann, wenn es kein deutlich kenntlich gemachtes "Kreuz" zum schließen gibt, dafür aber der eigentliche Inhalt, den man lesen will, unerreichbar ist. Leider gibts am PC keine App, um derartig nervige Werbung zu entfernen; man muss damit leben. Warum ich das geschrieben hab, obschon es offenkundig nicht viel mit der "Schwarze-Balken-Nerverei" zu tun hat? Ganz einfach: diese Unsitte, mit aufdringlicher, nicht mehr ignorierbarer Werbung den eigentlichen Content einer Website zu verdecken ist ein durchaus gängiges Geschäftsmodell, Twitter hat das nicht erfunden, sondern eine eigene Interpretation eingebracht. Gegen Werbung dieser Art kann man sich auch nicht wirklich wehren - außer natürlich, Nutzer sind vermehrt bereit, für Netzangebote zu bezahlen. Nun, Geiz-ist-Geil, wenigstens aber im Netz: da ertrag ich lieber obernervige Musikwerbung mitten auf dem Bildschirm, wenn ich dafür nix zahlen muss ...
Schon mal was vob AdBock und Kobsorten gehört?Für jeden gängigen Browser gibt add-ons und plugins um sämtliche Werbung auf Webseitenzu eliminieren. Selbst für Google's Chrome gibts diverse Lösungen. Nur Safari tanzt aus der Reihe und macht es seinen Nutzern schwerer aber nicht unmöglich.
5. Das kommt auf die Wertigkeit der Inhalte an ...
vmontantus 07.03.2011
Zitat von Michael GiertzOnlinewerbung nervt auch viele gewaltig. Besonders jene, die sich mitten im Bild platziert und auch noch Töne produziert, also optisch und akustisch nach Aufmerksamkeit heischt. Richtig ärgerlich ist solche Werbung besonders dann, wenn es kein deutlich kenntlich gemachtes "Kreuz" zum schließen gibt, dafür aber der eigentliche Inhalt, den man lesen will, unerreichbar ist. Leider gibts am PC keine App, um derartig nervige Werbung zu entfernen; man muss damit leben. Warum ich das geschrieben hab, obschon es offenkundig nicht viel mit der "Schwarze-Balken-Nerverei" zu tun hat? Ganz einfach: diese Unsitte, mit aufdringlicher, nicht mehr ignorierbarer Werbung den eigentlichen Content einer Website zu verdecken ist ein durchaus gängiges Geschäftsmodell, Twitter hat das nicht erfunden, sondern eine eigene Interpretation eingebracht. Gegen Werbung dieser Art kann man sich auch nicht wirklich wehren - außer natürlich, Nutzer sind vermehrt bereit, für Netzangebote zu bezahlen. Nun, Geiz-ist-Geil, wenigstens aber im Netz: da ertrag ich lieber obernervige Musikwerbung mitten auf dem Bildschirm, wenn ich dafür nix zahlen muss ...
sind die Inhalte "etwas wert", zahlt man dafür. Zahlt man, ohne dass sie etwas wert sind, ist man kein Anhänger der Geiz-ist-Geil-Fraktion, sondern einfach nur dumm. In Foren werden oft diejenigen, die sich über mangelnde Qualität bei Billiganbietern beschweren als nervige "Geiz-ist-geil"-Fans abgewertet. Dabei wird vergessen, dass der vernünftige Konsument keine andere Möglichkeit hat, als den preiswertesten Anbieter auszuwählen, der oft auch der billigste ist. Bleibt er bei einem Anbieter, weil dieser zwar teurer ist, aber seriöser erscheint, hat das nur zur Folge, dass die billigeren Anbieter ihre Preise erhöhen können. Spaßig, aber dumm. Und man sollte auch nicht zu sehr auf die "Darf-nichts-kosten"-Einstellung der Onliner schimpfen: Das Internet ist ursprünglich staatsfinanziert, die privaten Provider haben nun Teile davon gemietet (von der ehemals staatlichen Telekom), aber die Hauptinvestition, die Anschaffung, erfolgte auf Staatskosten d.h. auf Basis von Steuern. Deshalb: Abzocker, Werbung - raus aus dem Netz! Das Internet kann ohne euch prima leben. Und hat dies am Anfang auch.
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