Ubuntu Edge: Crowdfunding für Linux-Telefon scheitert

12,81 Millionen Dollar sind ein Rekord - und reichen doch nicht aus: Beim Crowdfunding für ein neues Linux-Smartphone kam viel Geld zusammen. Für den Bau des Ubuntu Edge reicht es trotzdem nicht.

CES 2013: So gut funktioniert das Ubuntu-Handy Fotos
SPIEGEL ONLINE

Auf einem alten Samsung-Smartphone läuft das Linux-Betriebssystem Ubuntu bereits. Insgesamt 32 Millionen Dollar wollte der südafrikanische Unternehmer Mark Shuttleworth für ein komplett neues Ubuntu-Smartphone einsammeln. Doch bis zum Ende der gesetzten Frist Mittwochnacht kamen auf der Plattform Indiegogo nur 12,81 Millionen US-Dollar zusammen - und damit nur rund 40 Prozent der Summe, die für Entwicklung und Bau von 40.000 Telefonen nötig gewesen wäre.

Shuttleworth, der Chef des britischen Software-Unternehmen Canonical, das hinter Ubuntu steht, schreibt nun von einem "verrückten Monat". Trotz des Scheiterns der Finanzierung sei mit der Kampagne für das Ubuntu Edge ein Rekord gebrochen worden. Noch nie sei so viel Geld per Crowdfunding über das Internet gesammelt worden.

"Fast 20.000 Menschen glaubten an unsere Idee und trugen Monate im voraus Hunderte von Dollar zu einem Telefon bei - einfach, um es Wirklichkeit werden zu lassen", schreibt Shuttleworth. Nicht nur Einzelpersonen hätten Geld gegeben. Auch Bloomberg etwa habe 80.000 Dollar beigesteuert. Nach dem Scheitern der Finanzierung bekämen die Interessenten nun innerhalb von fünf Werktagen ihr Geld erstattet.

Ubuntu-Smartphones soll es trotzdem geben

Das Ubuntu Edge sollte das erste Smartphone mit dem Betriebssystem Ubuntu mobile sein und Maßstäbe in der Smartphone-Welt setzen. Das Gerät sollte mit angeschlossenem Bildschirm und einer Tatstatur als ausgewachsener Computer genutzt werden können. Dazu hätte es mit drei Betriebssystemen parallel laufen sollen: der Smartphone-Variante von Ubuntu, der Vollversion für Computer und der Google-Software Android, die auf 80 Prozent aller Smartphones zum Einsatz kommt.

Auch mit vielen anderen Ausstattungsmerkmalen hätte das umgerechnet 520 Euro teure Ubuntu Edge andere aktuelle Hochleistungs-Smartphones übertroffen. Der Datenspeicher sollte mit 128 Gigabyte doppelt so groß sein wie bei derzeitigen Geräten mit Spitzenausstattung. Der Arbeitsspeicher war mit vier Gigabyte so umfangreich angelegt wie bei vielen Notebooks heute. Das Display sollte hochauflösend und aus kratzfestem Saphirglas sein.

Ubuntu-Smartphones anderer Hersteller kämen nun 2014 in den Handel, erklärte Shuttleworth. Ob diese an den Leistungsumfang des Ubuntu Edge heranreichen, ist ungewiss. Shuttleworth gab sich trotz des Scheiterns kaum resigniert: "Wer weiß: Vielleicht nehmen wir eines Tages alles zusammen, was wir aus dieser Kampagne gelernt haben - Gelungenes und Fehler -, und versuchen es noch mal."

ore/AFP

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Schade
olaf_olafson 22.08.2013
Wahrscheinlich war der Preis einfach zu hoch für ein erstes Modell, das noch niemand gesehen hat und dessen Betriebssystem (bzw dessen Mobiloberfläche) sich noch nicht im Einsatz bewährt hat. Ich könnte mir vorstellen, dass ein zweiter Anlauf erfolgreich ist, falls das OS auf anderen Smartphones überzeugt. Bedarf für einen vollwertigen Rechner im Smartphone gibt es sicherlich bei einigen und mit Saphirglas, 128GB Speicher und Top-Verarbeitung wäre es sicher ein Vorreiter gewesen.
2. Ubuntu
fort-perfect 22.08.2013
Zitat von sysop12,81 Millionen Dollar sind ein Rekord - und reichen doch nicht aus: Beim Crowdfunding für ein neues Linux-Smartphone kam viel Geld zusammen. Für den Bau des Ubuntu Edge reicht es trotzdem nicht. Ubuntu Edge: Crowdfunding für Linux-Telefon gescheitert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/ubuntu-edge-crowdfunding-fuer-linux-telefon-gescheitert-a-918056.html)
Auch wenn ich an dieser Crowdfunding Aktion nicht teil genommen habe, da ich ungern Geld für etwas ausgebe, dass nur auf dem Papier existiert, unterstütze ich die Nutzung von Linux / Ubuntu. Man mag zu den Linux Desktops stehen wie man will, aber Ubuntu bietet dem normalen Nutzer ein stabiles Betriebssystem nebst so ziemlich allen notwendigen Applikationen. Ich nutze Linux jetzt seit mehreren Jahren auf dem PC und starte Windows lediglich in einer VM für die Steuererklärung / Finanzsoftware..... Wenn Shuttleworth es vermeidet, sein Ubuntu zu einem MS oder Apple ähnlichen proprietären abgekapselten Betriebssystem zu verbasteln, dann könnte sein Ubuntu zu einem echten alternativen Betriebssytem werden. Allerdings werden dem wohl finanzielle Interessen entgegen stehen.......
3. optional
Unification 22.08.2013
Neben Android gibt es ein Ubuntu OS auf dem Gerät. Nur die Darstellung ist eine andere je nachdem welche Bildschirm Dimension angeschlossen ist. Auch Android ist nur ein Krücke die langfristig verschwinden soll, so dass es nur ein einziges OS sein wird.
4. optional
Unification 22.08.2013
Neben Android gibt es ein Ubuntu OS auf dem Gerät. Nur die Darstellung ist eine andere je nachdem welche Bildschirm Dimension angeschlossen ist. Auch Android ist nur ein Krücke die langfristig verschwinden soll, so dass es nur ein einziges OS sein wird.
5. optional
lronmcbong 22.08.2013
es wäre wirklich wert gewesen, einen beitrag über das anlaufen des crowdfundings einzustellen, vlt hätte so ein beitrag über das scheitern vermieden werden können! vlt wäre damit auch wieder eine echte alternative geschaffen worden! schade! schon allein deshalb, weil ich die mitternächtlich anstehenden heinis in apple shops nicht leiden kann!
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