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Ultrabook Acer Aspire S3: Schlank und schnell gegen Apple

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Seit Jahren dominiert Apple mit seinem MacBook Air den Markt der Ultraleicht-Rechner - jetzt zieht die Konkurrenz endlich nach. Als erster Hersteller bringt Acer ein abgespecktes Windows-Gerät auf den Markt. Im Test zeigt das Aspire S3, was es drauf hat.

Ultrabook statt MacBook: Acer Aspire S3 Fotos
Matthias Kremp

Knapp drei Jahre hatte Apple Chart zeigen Ruhe. Mit großer Show hatte Steve Jobs im Januar 2008 das extrem dünne MacBook Air vorgestellt. Es war damals das erste Notebook, das serienmäßig mit SSD-Festplatte erhältlich war, einem Massenspeicher, der keine beweglichen Teile enthält, sehr robust und schnell ist - aber auch teuer.

Die dünnen und leichten Air-MacBooks wurden trotzdem zu Bestsellern, auch weil die Konkurrenz lange Zeit nichts vergleichbares im Angebot hatte. Jetzt aber bekommt Apple Konkurrenz. Der Chip-Hersteller Intel Chart zeigen bietet der Branche mit seinem Ultrabook-Standard einen Baukasten an, mit dem auch sie superschlanke Laptops bauen können. Als erstes Exemplar dieser neuen Gerätegattung ist nun Acers Aspire S3 in den Handel gekommen. Mit 799 Euro kostet das Gerät einige Hunderter weniger als ein entsprechender Apple-Laptop.

Um die Herstellungskosten - und damit den Preis - zu senken, hat sich Acer Chart zeigen einiger Tricks bedient. Statt in einer teuren einteiligen Aluminiumhülle steckt das S3 in einem Material-Sandwich. Display-Deckel und Gehäuseboden sind aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung. Das sieht gut aus, fühlt sich gut an und ist stabil. Die Innenseiten von Gehäuse und Display bestehen aus viel billigerem Plastik, das allerdings sehr überzeugend mit einer Metallicfarbe versehen wurde, die sich kaum vom Farbton der Außenhülle unterscheidet.

Gespart wurde auch bei der Festplatte. Apple baut in seine MacBook Air ausschließlich teure aber schnelle SSD-Festplatten ein. Im kleinen S3 setzt Acer dagegen auf eine Kombination aus einem sehr kleinen Flash-Speicher (20 GB) und einer rotierenden Festplatte (320 GB). Das System soll dabei so intelligent sein, oft benötigte Dateien, vor allem Windows-Systemdateien, automatisch auf die SSD auszulagern, so dass sie schnell geladen werden können. Der Anwender bekommt davon nichts mit, ihm präsentiert Windows den kombinierten Speicher als einheitliches Laufwerk mit rund 280 GB Kapazität.

Und schließlich hat Acer noch am Bildschirm gespart. Gegenüber dem gleichgroßen 13-Zoll-Display des MacBook Air ist die Auflösung geringer. Statt 1440 x 900 Pixel zeigt das S3 1368 x 768 an. Dramatisch ist der Unterschied freilich nicht. Die Auflösung reicht, um HD-Videos auch in HD wiederzugeben.

Deckel auf - betriebsbereit

Leistungsmäßig muss sich Acers Ultrabook nicht vor der Apple-Konkurrenz verstecken. Als Antrieb dient ihm ein Intel Core i5 Dualcore-Prozessor mit 1,6 GHz. Im entsprechenden MacBook Air ist ein ähnlicher Chip mit 1,7 GHz eingebaut, ein Unterschied, der kaum mess- und schon gar nicht spürbar ist. Der Arbeitsspeicher ist bei beiden Rechnern 4 GB groß.

Beim Akku folgt Acer dem von Apple gesetzten Trend: Er ist nicht vom Anwender wechselbar, zumindest nicht ohne Werkzeug. Immerhin: Das Notebook-Gehäuse lässt sich mit einem Kreuzschlitz-Schraubenzieher öffnen.

Das Versprechen, mit der Kombination aus Mini-SSD und Festplatte ähnlich schnell zu sein wie ein Laptop mit reinem SSD-Speicher, kann das S3 nicht erfüllen. Im Test brauchte es nach einem Kaltstart durchschnittlich mehr als 60 Sekunden, bis das vorinstallierte Windows 7 Home Edition betriebsbereit war. Ähnlich lange dauert das Abschalten. Aus dem Ruhezustand hingegen wacht das S3 so schnell auf, dass es nach dem Aufklappen des Deckels sofort betriebsbereit ist.

Alles nach hinten

Weil der Hersteller zudem einen außerordentlich geringen Stromverbrauch im Ruhezustand verspricht - 50 Tage soll das S3 im Standby durchhalten - drängt es sich auf, Acers Ultrabook gar nicht abzuschalten und nur nach größeren Windows-Updates neu zu starten. An eine Steckdose muss man Acers Flunder trotzdem regelmäßig andocken. Bis zu sieben Stunden Dauerbetrieb auf Akkustrom verspricht Acer, mehr als vier Stunden hat das Testgerät im Einsatz als Surf-, E-Mail- und Schreibmaschine nicht durchgehalten. Auf die Akku-Anzeige war dabei nicht immer Verlass. Vor allem nach längeren Ruhephasen ging die angezeigte Restlaufzeit manchmal rasend schnell zurück.

Die Tastatur dürfte nicht jedermanns Sache sein. Zwar reagieren die Tasten flink auf jeden Anschlag, für Vielschreiber ist der Tastenhub aber etwas kurz, der Anschlag etwas zu hart. Ein Detail stört: Die Pfeiltasten sind so winzig, dass es schwierig ist, mit ihnen zuverlässig zu navigieren.

Anders als Apple hat Acer die Mehrzahl der Anschlüsse auf die Rückseite des Notebooks verlegt. Damit, so die Argumentation, würde man lästige, seitlich aus dem Gehäuse ragende Kabel vermeiden und so im Büro für Ordnung sorgen - was grundsätzlich stimmt. Nur unterwegs ist man schneller dabei, wenn man etwa einen USB-Stick seitlich anstecken kann, statt auf der Rückseite nach einer Buchse suchen zu müssen.

Gelungener Erstling

Unterm Strich ist Acer sein Ultrabook-Erstling gelungen. Das Aspire S3 sieht schick aus, ist genauso leicht wie Apples MacBook Air und im Alltag meist schnell genug. Dass Acer hier keine reine SSD als Datenspeicher nimmt, bekommt man vor allem beim Systemstart zu spüren. Angesichts eines Preisunterschieds von 450 Euro gegenüber dem günstigsten 13-Zoll-MacBook-Air, lässt sich das aber verschmerzen.

Wer sich davon ausgebremst fühlt, sollte auf die noch kommenden Modelle der Aspire-S3-Serie warten. Die werden mit reinen SSD-Festplatten und teilweise mit schnelleren i7-Prozessoren ausgestattet sein. Und sie werden teurer, kosten zwischen 1200 bis 1400 Euro - fast genauso viel wie ein MacBook Air.

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insgesamt 105 Beiträge
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    Seite 1    
1. Was tun..
Systemrelevanter 01.11.2011
Was würden diese Firmen nur machen, wenn sie nirgends mehr abgucken könnten? Nach 2,5 Jahren so einen Schrott auf den Markt zu bringen, ist wirklich selbst für die Copycats schwach. Das kann Samsung mittlerweile deutlich besser. Aber Onkel Windows wirds nicht jucken. Hauptsache der Plastikklumpen ist billiger.. :D
2. Geschichtsunterricht
Mo2 01.11.2011
Zitat von SystemrelevanterWas würden diese Firmen nur machen, wenn sie nirgends mehr abgucken könnten? Nach 2,5 Jahren so einen Schrott auf den Markt zu bringen, ist wirklich selbst für die Copycats schwach. Das kann Samsung mittlerweile deutlich besser. Aber Onkel Windows wirds nicht jucken. Hauptsache der Plastikklumpen ist billiger.. :D
Nun ja, Crapple hat Anfang der Neunziger seine ersten portablen Plastikklumpen gebaut. Andere Hersteller waren fast 10 Jahre früher dran. Aber natürlich habt Jobs da nix abgekupfert, war eine ureigenen Erfindung ;-)
3. Total daneben
bauesel 01.11.2011
So ein Ultra-Notebook Laptop zu nennen ist ja wohl komplett daneben. Laptops waren die ersten tragbaren PCs mit rund 7 kg Masse. Das gibts schon längst nicht mehr. Auch schon gemerkt?
4. Titel
EmmetBrown 01.11.2011
Ich bin wahrlich kein Apple Freund aber für das Teil sollte sich Acer in die Ecke verkriechen und schämen. Das ist wie gewollt und nicht gekonnt. Noch schlimmer, man kopiert das Design ziemlich lieblos und billig und übernimmt sogar die unsägliche Problematik mit dem Akkutausch. Dann lieber etwas dickeres. Wer eine Windows-Kiste möchte wird bei der Vielzahl der Modelle schon fündig werden. Wenn man aber so tun möchte als hätte man ein Air, dann solle lieber das Original kaufen und zur Not Windows installieren. Aber das wäre sogar für mich als Windows-User fast schon Frevel :-)
5. Acer gegen Apple.
betawa 01.11.2011
Ach hört auf. Dell, HP, Lenovo gegen Apple. Ja. Aber Acer!? Hyundai gegen BMW, das wäre genauso lächerlich. (Oha, ein Autovergleich, Entschuldigung!)
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