Asus, Dell, Toshiba: So gut sind die neuen Ultrabooks

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So unterschiedlich können Ultrabooks sein: Toshiba will das leichteste Gerät seiner Klasse bauen, Asus viel Leistung für wenig Geld hübsch verpacken - und Dell verbindet Überall-Internet mit hohem Gewicht. Was können die neuen Mitnehmrechner?

Asus, Dell und Toshiba: So ultra sind die neuen Notebooks Fotos
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Was das Äußere angeht, hat man sich bei Asus auf Bewährtes verlassen. Das neue Zenbook UX32VD sieht aus wie das alte Zenbook. Keine schlechte Entscheidung, bietet das verschraubte Aluminiumgehäuse doch guten Schutz vor Kratzern und Dellen. Mit einem 13,3-Zoll-Bildschirm und einem Gewicht von knapp 1,5 Kilogramm ist das Zenbook ein typischer Vertreter der Kategorie Ultrabook.

Toshiba betont beim Satellite Z930 das "Ultra". Mit 1,12 Kilogramm ist der Mobilrechner ultraleicht, mit 8,3 Millimetern an der Vorderseite extrem dünn. Um trotzdem möglichst viel Stabilität zu gewähren, wird das Chassis aus einer Magnesiumlegierung hergestellt. Deren matte Oberfläche passt gut zum entspiegelten Bildschirm, der leider nur von mittelmäßiger Qualität ist, etwas flaue Kontraste liefert und Schriften schärfer darstellen könnte.

Mit solchen Dingen hat das Display des Dell XPS 14 keine Probleme. Dafür ist es hochglänzend und nervt konstruktionsbedingt mit Spiegelungen und Reflexionen. Die Bildschirmauflösung von 1600 x 900 Pixeln ist ein Mittelding aus HD-Ready und Full HD. Es eignet sich gut zum Arbeiten mit mehreren offenen Fenstern. Allerdings machen sich die 2,1 Kilo Grundgewicht unterwegs erheblich stärker bemerkbar als die maximal eineinhalb Kilo der Konkurrenzmodelle.

Dass so etwas überhaupt als Ultrabook bezeichnet werden kann, ist Intels merkwürdiger Klassifizierung anzulasten. Der Chip-Hersteller sollte überdenken, ob es sinnvoll ist, derart dicke und schwere Rechner noch als Ultrabooks zu bezeichnen, oder ob diese Geräte nicht das Gesamtbild der Kategorie Ultrabook belasten.

Leistung

Auf alle drei Testgeräte wurden ein paar gängige Testprogramme losgelassen. Mit Cinebench wurde die Leistung von Prozessor und Grafikkarte geprüft, die beiden Testprogramme 3DMark06 und 3DMark11 messen in erster Linie, wie gut sich ein Computer für PC-Spiele eignet. Die Ergebnisse dieser Messungen sind in einer Tabelle zusammengefasst, wobei höhere Werte besserer Leistung entsprechen.

Benchmarks der getesteten Ultrabooks
Hersteller Asus Dell Toshiba
Modell Zenbook UX32VD XPS 14 Satellite Z930-119
Cinebench OpenGL 26,7 10,28 14,64
Cinebench CPU 2,79 2,26 2,37
3DMark 06 7459 3984 5501
3DMark 11 1137 534 619
Höhere Werte sind besser
Das Zenbook von Asus lässt die Konkurrenz weit hinter sich. Das war zu erwarten. Während in den Rechnern von Dell und Toshiba Core-i5-Chips werkeln, steckt im getesteten Zenbook eine Core-i7-CPU, die mehr Rechenoperationen pro Taktzyklus schafft. Zudem setzt Asus im UX32VD nicht wie die Konkurrenz auf Intels lahme integrierte Grafikkarte, sondern verbaut einen GeForce-Chip von Nvidia. Das macht sich bemerkbar.

Wichtig ist all das freilich nur, wenn man das Ultrabook auch mal als Spieleplattform benutzen oder damit Fotos und Videos bearbeiten will. Für Alltagsaufgaben wie Web-Surfen, Textverarbeitung und E-Mail bieten die anderen beiden Geräte ebenfalls mehr als genug Leistung. Positiv hebt sich hier Toshibas Z930 durch seine SSD-Festplatte ab. Der spürbare Unterschied: Das Toshiba ist zwölf Sekunden nach dem Druck auf den Einschaltknopf betriebsbereit. Dells XPS 14 braucht für denselben Vorgang satte 45 Sekunden, das Asus-Ultrabook schafft es, dank einer zwischengeschalteten Mini-SSD, immerhin in etwa 35 Sekunden.

Fazit

So edel Dells XPS 14 auch daherkommt - mit dem, was man sich unter einem Ultrabook vorstellt, hat es nichts zu tun. Dafür ist es zu dick und zu schwer. Mehr als zwei Kilogramm trägt man in dieser Kategorie nur ungern mit sich herum. Zumal die Konkurrenz teils nur halb so viel auf die Waage bringt. Die von Dell beworbene Bildfläche eines 14-Zöllers im 13-Zöller-Chassis kann nicht überzeugen. Offenbar hat Dell als Referenz alte 13-Zoll-Notebooks herangezogen. Aktuelle Modelle sind da viel schlanker.

So wie Toshibas Satellite Z930: Mit nur knapp über einem Kilo gehört es zu den Leichtgewichten in seiner Klasse. Die Magnesiumlegierung als Gehäusematerial verspricht dabei viel Stabilität. Im Alltag sollte man sich dennoch bemühen, insbesondere das Display nicht allzu sehr zu malträtieren. Sein dünner Rückendeckel gibt schon bei leichten Beanspruchungen deutlich nach. Mühelos kann man mit einem Finger so auf den Deckel drücken, dass sich auf dem Bildschirm Verfärbungen zeigen. Wer damit klarkommt, bekommt bei Toshiba einen schönen und leichten Mitnehmcomputer mit brauchbarer Tastatur und einem recht ordentlichen Bildschirm.

Der Bildschirm wiederum ist eines der Highlights beim Zenbook UX32VD von Asus. Das getestete Top-Modell der Serie begeistert mit Full-HD-Auflösung und entspiegelter Oberfläche. Diese Kombination war bisher schwer zu finden, vor allem bei 13-Zoll-Ultrabooks. Gepaart mit der Kombination aus schnellem Prozessor und schneller Grafikkarte bekommt man hier sehr viel Leistung für vergleichsweise wenig Geld. Das einzige Manko ist, dass eine SSD nicht mal als Option angeboten wird. Die integrierte Mini-SSD wetzt diese Scharte nur zum Teil aus. Wer damit leben kann, bekommt mit dem Zenbook den derzeit besten Kompromiss aus Tragbarkeit und Leistung zu einem günstigen Preis. Und gut sieht es auch noch aus.

Ultrabooks im August 2012
Hersteller Asus Dell Toshiba
Modell Zenbook UX32VD XPS 14 Satellite Z930-119
Bildschirmdiagonale 13,3 Zoll 14 Zoll 13,3 Zoll
Auflösung 1920 x 1080 1600 x 900 1366 x 768
Prozessor Intel Core i7 Intel Core i5 Intel Core i5
Taktfrequenz 1,9 GHz 1,7 GHz 1,7 GHZ
Grafik nVidia GeForce GT 620M Intel HD Graphics 4000 Intel HD Graphics 4000
Arbeitsspeicher 4 GB 4 GB 4 GB
Festplatte 24 GB SSD + 500 GB HD 500 GB HD 256 GB SSD
Bluetooth 4.0 4.0 4.0
W-Lan 802.11 a/b/g/n 802.11 b/g/n 802.11 b/g/n
Ethernet - Ja Ja
USB 2.0 - - 2
USB 3.0 3 2 1
Sonstiges SD-Kartenleser, VGA, HDMI SD-Kartenleser, Mini-Displayport, HDMI, UMTS-Karte SD-Kartenleser, VGA, HDMI
Gewicht 1,45 Kg 2.1 Kg 1,12 Kg
Preis 1099 Euro 1149 Euro 1349 Euro

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insgesamt 36 Beiträge
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1. ASUS Topmodell
arnedererste 21.08.2012
Das Asus Topmodell ist eher das Asus Zenbook UX31A-R4003V mit 256GB SDD und Intel Core i7, ist aber zugegebenermaßen deutlich teurer.
2. Samsung 900X3C
thespiegelpoliceman 21.08.2012
Eins fehlt: das Samsung 900X3C hat einen matte, hochauflösenden, hellen Bildschirm, eine SSD, ist leicht und hat meines Erachtens keine Schwächen. Dieser Text ist damit getippt wurden ;)
3. Fehler im Artikel
shodan 21.08.2012
Im Artikel steht "Zudem setzt Asus im UX32VD nicht wie die Konkurrenz auf Intels lahme integrierte Grafikkarte, sondern verbaut einen Geforce-Chip von Nvidia." Dies erweckt den falschen Eindruck das Asus-Book hätte *nur* die Geforce Karte verbaut, diese ist aber *zusätzlich* zur integrierten "Intel HD Graphics 4000" verbaut. Dieses Missverständnis wird noch unterstützt dadurch, dass in der Tabelle am Ende beim Asus wieder nur der NVidia Chip aufgelistet ist. In der Praxis wird die Intel-Karte genutzt (stromsparend) und nur für leistungshungrige Anwendungen (Spiele) auf die NVidia umgeschaltet.
4. optional
doppel_j 21.08.2012
Der Vergleich hinkt etwas. Es dürfte jedem klar sein, das eine separate Grafikkarte eine höhere Leistung hat als eine im Prozessor integrierte. Statt dem UX32 hätte man das UX31 nehmen sollen.
5.
ChriDDel 21.08.2012
Bei Toshiba gibt es auch eine UMTS version. In der PORTÉGÉ-Reihe. Das ist baugleich, aber fürs Business.
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