Universeller Videodienst: Ultraviolet soll nach Deutschland kommen

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Videodienst Ultraviolet: Nutzer sollen leichter legal auf Filmmaterial zugreifen können

Ein branchenübergreifendes Konsortium will eine legale und leicht nutzbare Alternative zu illegalen Downloads bieten. Ab Ende September soll die Videoplattform Ultraviolet auch in Deutschland verfügbar sein. Deren Erfolg ist jedoch ungewiss.

Der Videodienst Ultraviolet soll es Nutzern ermöglichen, einen einmal gekauften Film auf verschiedenen Geräten seiner Wahl anzusehen. Die Videoplattform ist seit 2011 in den USA und Großbritannien aktiv und soll ab Herbst auch in Deutschland und in Frankreich starten. Das erklärte Mark Teitell, Manager der Allianz DECE (Digital Entertainment Content Ecosystem) gegenüber dem "Hollywood Reporter". Zu der Allianz gehören zahlreiche internationale Medienunternehmen wie Warner Bros, Sony Pictures, und Paramount, aber auch Streaming-Dienste wie Lovefilm sowie Gerätehersteller und Händler.

Ultraviolet soll Videofreunden den legalen Zugriff auf das Filmmaterial ihrer Wahl erleichtern und stellt dafür einen Cloud-basierten Streaming-Dienst bereit. Von dem aus kann der Nutzer einen zuvor erworbenen Film auf einem beliebigen Gerät seiner Wahl abspielen. Das Branchenmagazin Heise.de bezeichnet das Konzept als Konten-System, das die zentrale Verwaltung regelt, also wer auf welchen Film Zugriff erhält.

Die branchenübergreifende Plattform soll einen der größten Wettbewerbsnachteile legaler Videos gegenüber der illegalen Konkurrenz beenden: die bisherige mangelnde Flexibilität. Denn wer einen einmal heruntergeladenen Film auf jedem Gerät seiner Wahl ansehen will, dem bleibt bislang nur der illegale Download. Das komplizierte Kopierschutz-Management legaler Filme macht es Nutzern derzeit noch fast unmöglich, denselben Film auf dem Fernseher, dem PC, Handy oder Tablet anzuschauen. Ultraviolet soll Filmfans dagegen neben Live-Streaming auch das Herunterladen von DRM-geschützten Kopien erlauben. Die Videos werden dabei in einem einheitlichen Kopierschutz-Format namens CFF (Common File Format) abgespeichert. Auch Blu-rays oder DVDs können erworben werden.

Doch das Projekt geht mit zwei Handicaps an den Start: Zum einen deckt das Ultraviolet-Konsortium nicht sämtliche Anbieter in der Branche ab. Weder Disney noch Apple ist dabei. Letzterer bietet Medieninhalte bereits seit Jahren im hauseigenen iTunes-Store an.

Zum anderen darf bezweifelt werden, ob die anvisierte Nutzerschaft über mögliche Folgekosten der Ultraviolet-Plattform sonderlich begeistert sein wird. In den Nutzungsbedingungen, die hier "Angebots-Details" heißen, findet sich ein Passus, laut dem das Streaming eines erworbenen Films "für mindestens ein Jahr nach dem Kauf" nicht extra berechnet werde. Nach Ende dieser Frist könne der jeweilige Anbieter Gebühren erheben - in welcher Höhe, bleibt ungenannt. Überdies kann es Beschränkungen für das Streaming geben, sollte ein Nutzer dieses Angebot in einem anderen Land anfordern, als der Film ursprünglich erworben wurde.

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insgesamt 29 Beiträge
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1. <->
silenced 17.04.2013
Dabei sind es doch genau diese Unsicherheiten die Kunden davor zurückschrecken lassen etwas zu investieren im Internet. ---Zitat von www.spiegel.de--- Zim anderen darf bezweifelt werden, ob die anvisierte Nutzerschaft über mögliche Folgekosten der Ultraviolet-Plattform sonderlich begeistert sein wird. In den Nutzungsbedingungen, die hier "Angebots-Details" heißen, findet sich ein Passus, laut dem das Streaming eines erworbenen Films "für mindestens ein Jahr nach dem Kauf" nicht extra berechnet werde. Nach Ende dieser Frist könne der jeweilige Anbieter Gebühren erheben - in welcher Höhe, bleibt ungenannt. Überdies kann es Beschränkungen für das Streaming geben, sollte ein Nutzer dieses Angebot in einem anderen Land anfordern, als der Film ursprünglich erworben wurde. ---Zitatende--- Das klingt, wenn man es langsam liest, wie die typische Abzocke welche man von genau den Unternehmen so gewohnt ist die daran beteiligt sind. Immerhin, es tut sich etwas, das ist besser als gar nichts.
2.
Mr Bounz 17.04.2013
Zitat von sysopEin branchenübergreifendes Konsortium will eine legale und leicht nutzbare Alternative zu illegalen Downloads bieten. Ab Ende September soll die Videoplattform Ultraviolet auch in Deutschland verfügbar sein. Deren Erfolg ist jedoch ungewiss. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/ultraviolet-soll-im-september-nach-deutschland-kommen-a-894841.html
Oh weh, Apple macht nicht mit. Wie tragisch!!! ... obwohl das Geschäftsgebaren fast wie Apple klingt. Keine wirklichen rechte für den Nutzer, alles Wage und für die Zukunft ungewiss ....
3.
Crom 17.04.2013
Die Leute werden schon wieder andere Ausreden finden, warum sie lieber illegal und vor allem *kostenlos* sich die Filme herunterladen. ;)
4. optional
NackteElfe 17.04.2013
Wenn diesmal daran gedeacht wird englische Untertitel mit anzubieten würde ich den Dienst ausprobieren. Lovefilm und Watchever bekommen das nicht hin und daher bin ich wieder bei Hulu Plus gelandet. Dort ist die Auswahl allerdings recht bescheiden.
5. optional
bip01 17.04.2013
Also ich würde sagen, dass einen großen Teil illegaler Downloads inzwischen US-Serien ausmachen, die hierzulande noch nicht gesendet wurden. Ist ja auch klar. Man liest online über die tollen neuen Folgen, andere Leute diskutieren in Foren darüber, und man selbst muss teilweise über ein Jahr warten, bis die Folge dann schlecht synchronisiert im Fernsehn läuft. Und da wird es wohl in Zukunft keine Änderung geben. Die Sender wollen ja nicht, dass alle die Folgen der teuer gekauften Serie schon gesehen haben. Was Filme angeht könnte so ein Angebot durchaus Wirkung haben, wenn es vernünftig umgesetzt ist. Irgendwann bald wird Netflix ja vermutlich auch nach Deutschland kommen.
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