Im Kaufpreis inbegriffen ist die Akkulaufzeit des iPad 3G. Ganz egal ob man im Web surft, Filme anschaut oder spielt, es hält fast immer knapp zehn Stunden durch, bevor man es wieder aufladen muss. Was iPhone-Anwender dabei verwundern wird: Anders als beim iPhone scheinen die Nutzung von UMTS und Push-Diensten beim iPad nur marginale Auswirkungen auf die Akkulaufzeit zu haben.
Dafür braucht man eine kräftige Stromquelle, um den iPad-Akku überhaupt befüllen zu können. Apple liefert ein Zehn-Watt-Netzteil mit - und das braucht man auch. An einen Power Mac G5 oder einen von mehreren Test-PC per USB angeschlossen, nimmt Apples Gerät zwar Kontakt zum Rechner auf, weist aber selbst darauf hin, dass sein Akku auf diese Weise nicht geladen wird. Laut Norm müssen USB-Anschlüsse 500 Milliampere liefern, die dem großen iPad-Akku nicht zu genügen scheinen. Neuere Apple-Rechner haben entsprechend kräftiger ausgelegte USB-Buchsen. Selbst mein drei Jahre altes Macbook ist zu schlapp fürs iPad. Ein Ausweg ist, das iPad abzuschalten, dann reicht auch der USB-Strom älterer Geräte zum Aufladen.
Ohne Computer geht gar nichts
Eine Mär ist die Behauptung, das iPad sei der Computer für Leute, die eigentlich keinen haben wollen. Denn man braucht einen Computer, um das iPad überhaupt benutzen zu können. Das fängt bei der Aktivierung nach dem Kauf an und setzt sich über Updates der Systemsoftware fort, die nur via Computer eingespielt werden können. Ebenso wenig gibt es eine eingebaute Backup-Lösung, Daten lassen sich nur per iTunes-Software sichern.
Damit zu schreiben oder gar komplexe Dokumente zu erarbeiten wird schon schwieriger, erfordert oft eine externe Tastatur. Als Musikgerät oder für einfache Bildbearbeitung, also Dinge, die man per Fingersteuerung erledigen kann, ist es dagegen bestens geeignet.
Das einzige Problem: Wann komme ich dran?
Damit manifestiert sich die Erkenntnis, dass das iPad eben doch kein Netbook-Killer ist. Wer ein Gerät zum Arbeiten sucht, braucht etwas anderes. Wer bloß unterwegs Musik hören oder kleine Filmchen gucken will, auch. Mit solchen Aufgaben ist Apples Tablet unterfordert. Denn das iPad ist so etwas wie ein unspezialisierter Spezialist.
Es kann viel weniger und gleichzeitig viel mehr als ein Netbook. Nach herkömmlichen PC-Maßstäben betrachtet, ist das Ding eine Katastrophe: Sein Prozessor hat eine niedrigere Taktfrequenz als billige Netbooks, sein Speicher ist mickrig und per Hardware ist es kaum zu erweitern. Außerdem verweigert es einen direkten Zugriff auf das Dateisystem, ihm fehlt eine echte Tastatur, es ist teuer, zu schwer und klobig, um stets mitgenommen zu werden.
Aber vielleicht ist es genau das, was Apples Tablet den Erfolg bringen könnte. Man muss sich eben nicht mehr darum kümmern, wo man welche Dateien gespeichert hat, braucht sich keine Verzeichnisnamen zu merken, muss keine Ordner anlegen. Solche Eigenschaften sind es, mit denen sich das iPad binnen kürzester Zeit einen festen Platz im Familienleben erobern könnte.
Und jetzt bin schon wieder ich derjenige, der sich hinten anstellen muss, wenn es darum geht, etwas mit dem Ding anzufangen. Mittlerweile wird die Nutzungszeit des iPad bei uns im Halbstundentakt vergeben - und ich komme natürlich immer als Letzter dran.
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