Universalladegerät Idapt: Die Vierfach-Strom-Tanke

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Eines für alle: Statt vieler Stecker und Kabel soll künftig das Ladegerät Idapt i4 ausreichen, um bis zu vier Geräten gleichzeitig Energie zu liefern. Wir haben getestet, ob sich der Energielieferant im Alltag bewähren kann.

Eines für alle: Universalladegerät Idapt Fotos
Matthias Kremp

Das Problem kennt jeder, der mehr als ein elektronisches Gadget besitzt: Überall liegen Netzteile herum, über den Schreibtisch schlängeln sich etliche Ladekabel, die sich gerne ineinander verheddern. Die Einführung von USB als Netzteilstandard hätte dieses Problem eigentlich beseitigen können. Aber nur, wenn man ausschließlich USB-Geräte nutzt und diese nur nacheinander aufladen will. Will man dagegen mehrere Geräte gleichzeitig aufladen, muss man doch wieder mehrere Netzteile nebeneinander in die Steckerleiste drücken.

Außer man hat ein universelles Netzteil, mit dem sich mehrere Gadgets zugleich mit Strom betanken lassen. Genau das verspricht die spanische Firma Inoitulos für ihre Ladegeräte der Idapt-Serie. Das Modell Idapt i4 haben wir getestet.

Bis zu drei Geräte lassen sich damit parallel betanken. Dass der Hersteller dabei in erster Linie an Handys und MP3-Player gedacht hat, ist dem Design leicht anzusehen. Drei leicht zueinander versetzt angebrachte Ladeadapter recken die Stecker, auf die zu ladenden Geräte aufgesetzt werden sollen, senkrecht nach oben. Drei Handys normaler Bauform lassen sich prima darauf anbringen.

Wenn es nicht passt, kann es passend gemacht werden

Schwierig wird es, wenn die Bauform des zu ladenden Geräts von der Norm abweicht. Einige Handyhersteller bringen die USB-Anschlüsse ihrer Mobiltelefone nicht unten, sondern seitlich am Gerät an. Sonys neues Xperia S ist ein Beispiel dafür. Sind die Geräte klein, stört das kaum, größere Apparate hingegen können sich in die Quere kommen. Im Zweifel hilft es, den passenden Ladeadapter in die vordere der drei möglichen Positionen einzusetzen, wo am meisten Platz ist und seitlich keine anderen Geräte stören können.

Diese Variabilität der Ladeadapter ist das Besondere an dem spanischen Energielieferanten. Alle drei Adapter können einzeln ausgetauscht werden. Sechs Adapter liefert der Hersteller beim Kauf mit: iPhone und iPod, Mini-USB, Mikro-USB sowie Adapter für Nokia-, Sony-Ericsson- und Samsung-Handys.

Schieflage beim iPad

Gegen zwei Euro Aufpreis kann man sich im Onlineshop des Unternehmens beim Kauf eines Idapt i4 auch ein individuelles Adapterset zusammenstellen lassen. Dann bekommt man statt sechs allerdings nur vier Adapter mitgeliefert. Weitere Adapter, etwa für die Nintendo 3DS, den iPod shuffle oder Sansa-MP3-Player können zugekauft werden, kosten allerdings happige acht Euro pro Stück. Noch teurer ist das optionale Batterieladegerät mit 15 Euro. Geräte, für die es keinen passenden Adapter gibt, können über eine USB-Buchse angeschlossen und aufgeladen werden.

Genau das ist in manchen Fällen auch dringend angeraten. Wackelig wird es zum Beispiel bei Handys, deren USB-Anschluss von einer Plastikabdeckung vor Staub und Schmutz geschützt wird. Solche Geräte stehen wegen der zur Seite ausladenden Abdeckung leicht schief auf dem Ladeadapter. Alle von uns getesteten Geräte wurden aber trotz Seitenneigung zuverlässig mit Strom befüllt.

Dasselbe gilt grundsätzlich auch für das iPad. Doch das kann man zwar auf den mitgelieferten iPhone/iPod-Adapter aufstecken, es neigt sich dann aber so weit nach vorn, dass iPad samt Ladegerät umzukippen drohen oder man Angst hat, der Ladestecker könnte abbrechen. Mehr als eine Notlösung ist das nicht. Besser greift man hier zum Kabel.

Einfach mal abschalten

Bemerkenswert ist, dass sich der iPad-Akku überhaupt mit dem Idapt aufladen lässt. Denn die meisten Ladegeräte scheitern an Apples Flachrechner, weil dessen großer Akku einen doppelt so hohen Ladestrom verlangt wie ihn gewöhnliche USB-Netzteile liefern. Er braucht zehn Watt statt der üblichen fünf. Mit seinen 13 Watt Ausgangsleistung ist das Idapt 4 mit einem iPad allerdings auch nahezu ausgelastet. Für weitere aufgesteckte Geräte bleibt da kaum etwas übrig.

Ansonsten aber hatte das Universalladegerät keine Mühe damit, zwei Smartphones, den W-Lan-TV-Adapter Tizi+ und ein Headset gleichzeitig aufzuladen. Eine schöne Idee ist der Ein/Aus-Schalter, der das Gerät vom Strom trennt, wenn es nicht gebraucht wird. So kann man unnötigen Stromverbrauch vermeiden, wenn das Gerät im Leerlauf am Netz hängt. Noch schöner wäre es freilich, wenn sich das Idapt selbst ausschalten würde, sobald kein Gerät aufgesteckt ist oder alle Akkus geladen sind.

Aber auch ohne diese Abschaltautomatik gewöhnt man sich schnell an die eine Ladestation für alles und vergisst die vielen Kabel und Stecker von damals. Was man dabei aber nicht vergessen sollte, ist der Preisvergleich. 50 Euro koste das Modell i4, heißt es im Web-Shop des Herstellers. Inklusive Versand nach Deutschland werden daraus aber schnell 63 Euro. Besser also, man schaut sich nach deutschen Internetversendern um. Bei denen bekommt man das Idapt i4 für knapp 40 Euro, inklusive Lieferung.

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insgesamt 5 Beiträge
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1.
Haith 28.03.2012
Zitat von sysopMatthias KrempEines für alle: Statt vieler Stecker und Kabel soll künftig das Ladegerät iAdapt i4 ausreichen, um bis zu vier Geräten gleichzeitig Energie zu liefern. Wir haben getestet, ob sich der Energielieferant im Alltag bewähren kann. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,824008,00.html
Das Produkt ist unter der Bezeichnung: "Hama IDAPT i4 Multi Ladegerät" bereits seit dem 26. März 2010 im deutschen Onlineshop von Amazon gelistet. Das Gerät ist in schwarz oder weiß verfügbar und kostet unter 40€. Hersteller ist die bekannte deutsche Elektronik Firma Hama GmbH und Co KG. Dies soll keine Schleichwerbung werden, ich bin nur sehr verwundert, warum der Artikel den Eindruck vermittelt, dass es sich bei dem Ladegerät um eine absolute Produktneuheit handelt, die man im Ausland bestellen muss, bzw. welche gerade erst bei den deutschen Online Händlern verfügbar wird.
2.
pro13 28.03.2012
Zitat von HaithDas Produkt ist unter der Bezeichnung: "Hama IDAPT i4 Multi Ladegerät" bereits seit dem 26. März 2010 im deutschen Onlineshop von Amazon gelistet. Das Gerät ist in schwarz oder weiß verfügbar und kostet unter 40€. Hersteller ist die bekannte deutsche Elektronik Firma Hama GmbH und Co KG. Dies soll keine Schleichwerbung werden, ich bin nur sehr verwundert, warum der Artikel den Eindruck vermittelt, dass es sich bei dem Ladegerät um eine absolute Produktneuheit handelt, die man im Ausland bestellen muss, bzw. welche gerade erst bei den deutschen Online Händlern verfügbar wird.
Naja, das stimmt glaub ich nicht. Ich wohne in der Schweiz und habe so eine Ladestation bei IDAPT direkt online gekauft vor ein paar Monaten. Hama vertreibt das bloss in Deutschland. Das Gerät ist nicht so ganz neu, richtig, aber ich find s saupraktisch.
3.
Flari 28.03.2012
HAMA ist fast ausschl. ein reiner Vertriebler. Und wenn die das Ding verkaufen, ist das an sich ein schlechtes Zeichen.. *gg Es hat schon seinen Grund, dass die meisten Hersteller von Akkugeräten entweder nur Kabelladelösungen, oder aber spezielle Ladehalterungen anbieten, die auch das Gerät halten. Mini-USB-Buchsen sind nicht konstruiert, ein Gerät wie ein Smartphone zu tragen, geschweige denn, einen Stoss gegen das Gerät zu verkraften, wenn der Stecker in der Halterung nicht nachgibt. Eine ausgebrochene USB-Buchse o.ä., oder auch nur gelöste Lötpunkte können einen Schaden von mehreren 100,-€ bedeuten! Von daher meine Meinung: Finger weg von solchen Konstruktionen.
4.
ginfizz53 29.03.2012
Zitat: "Bemerkenswert ist, dass sich der iPad-Akku überhaupt mit dem Idapt aufladen lässt. Denn die meisten Ladegeräte scheitern an Apples Flachrechner, weil dessen großer Akku einen doppelt so hohen Ladestrom verlangt wie ihn gewöhnliche USB-Netzteile liefern. Er braucht zehn Watt statt der üblichen fünf. " Daran ist überhaupt nichts bemerkenswert. Ein Netzteil kann - bei geeigneter Konstruktion - eine beliebig hohe Leistung abgeben. Auch ein USB-Netzteil. Der Irrtum kommt daher, dass die USB-Buchsen an PCs - vor allem Notebooks - spezifiziert sind auf 5v und 0,5A (insgesamt 2,5Watt). Dies geschieht, um die Platine und die Bauteile im Inneren des Computers zu schützen. Manche Computer sind schon etwas großzügiger und liefern von sich aus eine höhere Leistung (5V bei 1A entsprechend 5Watt). Z.B. um die beliebten USB-Harddisks zu betreiben, die einen hohen Anlaufstrom benötigen. Daher kommen wohl die von Ihnen zitierten 5 Watt. Ein Netzteil unterliegt diesen Beschränkungen nicht und kann für beliebig hohe Ströme und somit beliebig hohe Leistungen konstruiert werden. Wer übrigens bei seiner USB-Harddisk ein Anschlusskabel mit zwei USB-Steckern für den Computer mitgeliefert bekommen hat (Y-Kabel), darf nicht glauben, er bekäme dann die o.g. 5Watt. In einem solchen Fall liefert die zweite Buchse nämlich 0,125A, damit insgesamt 0,625A bei 5V. Macht 3,125W. Diese geringe Leistungssteigerung hat bei alten USB-Harddisks aber ausgereicht, die höhere Anlaufleistung auszugleichen. Heutige USB-Harddisks sind aber genügsamer konstruiert und haben damit sowieso keine Probleme mehr.
5. Buchsenzerstörer
breadbaker 29.03.2012
Wer auch nur auf die Idee kommt Buchsen der Geräte auf diese Weise zu malträtieren hat es eigentlich auch nicht besser verdient. Es lässt sich lediglich mit der technischen Unbedarftheit des Autors erklären so etwas als eine Art "Neuheit" oder gar Errungenschaft zu bewerben. Es hat schon einen Grund warum Dockingstationen i.d.R. auch mit einer Halterung daherkommen, um die Buchsen zu entlasten. Wer schon einmal an seinem iPhone sporadische Fehlermeldungen über nicht unterstützte angeschlossene Geräte erhalten hat obwohl überhaupt nichts am Dockanschluss eingesteckt ist, weiß auch warum.
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