Update für iPhones, iPads und iPods Diese Neuerungen bringt Apples iOS 7

Mit iOS 7 hat Apple das bisher umfangreichste Update für sein Mobilbetriebssystem veröffentlicht. Die neue Software verleiht i-Geräten einen anderen Look und bringt viele neue Funktionen. Doch was hat der Nutzer davon?

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Hamburg - Nur einen Tag, nachdem Apple angekündigt hatte, das neue iOS am 18. September zum Download freizugeben, schickte der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco eine mahnende E-Mail an die Presse. Die Veröffentlichung der Apple-Software werde "die Infrastruktur des mobilen Internets weltweit an ihre Kapazitätsgrenzen bringen", hieß es darin. Die Netzbetreiber haben tatsächlich Grund zur Sorge. Erst im Juni meldete Apple, man habe bisher 600 Millionen iOS-Geräte verkauft, von denen 93 Prozent mit der bis dahin aktuellen Systemversion 6 aufgerüstet wurden.

Man kann also davon ausgehen, dass Apple-Anwender Updates gerne annehmen und auch dieses Mal zugreifen werden, wenn iOS 7 als kostenlose Aufrüstung veröffentlicht wird. Mehr als 200 neue Funktionen verspricht Apple für das aktualisierte Betriebssystem, das gemeinsam mit den neuen iPhones 5s und 5c sein Debüt gibt.

Auch wenn Apple Chart zeigen dabei vom größten iOS-Update bisher spricht, geht es dabei nicht nur um technische Neuerungen. Vor allem wurde das Design renoviert. Der Grund: Nach der Entlassung von iOS-Entwicklungsleiter Scott Forstall übernahm Designchef Jonathan Ive dessen Job und warf alles über Bord, was beim iOS an amerikanische Mittelschichtsgemütlichkeit erinnert.

Alle sogenannten Skeuomorphismen, Effekte, die reale Objekte oder Materialien wie Filz nachbilden sollen, wurden gestrichen. Icons, die früher plastisch wirkten, sind jetzt flach. Wer sich erinnern möchte, wie es vorher aussah, kann sich die Freunde-App anschauen, die immer noch so zu tun versucht, als wäre sie in Leder gebunden (siehe Fotostrecke).

Eine Begründung für den Designwechsel ist, dass das Betriebssystem an die hohe Auflösung der Retina-Displays angepasst werden sollte. Viele Schriften sind jetzt schlanker, manche Symbole feiner gezeichnet, so dass teilweise mehr Information als bisher auf den Bildschirm passt.

Die Highlights von iOS 7

Nicht alle neuen Funktionen, die mit iOS 7 eingeführt werden, sind auf den ersten Blick sichtbar, nicht alle sind auf allen Geräten nutzbar und nicht alle sind für jeden interessant. Hier sind die Neuerungen, die bei einem ersten Test positiv aufgefallen sind:

  • Auf das neue Kontrollzentrum, das man in jeder laufenden App per Wisch von unten auf den Bildschirm holen kann, will man schon nach wenigen Stunden nicht mehr verzichten. Es bietet Bedienelemente für die Bildschirmhelligkeit, die Lautstärke und die Abspielfunktionen des Musik-Players. Außerdem kann man per Fingertipp schnell mal eben Funktionen wie Bluetooth oder W-Lan an- und abschalten. Zudem lassen sich hier die Kamera, der Taschenrechner, die Stoppuhr und die Taschenlampenfunktion aufrufen.
  • Ebenso unverzichtbar macht sich die Mitteilungszentrale, die unter anderem über anstehende Termine oder das Wetter informiert. Ganz so selbstdenkend und multifunktional wie Google Now ist sie aber nicht.
  • Mit Airdrop kann man endlich, was bisher nur umständlich über Zusatz-Apps machbar war: Fotos, Videos oder Adressen schnell mal eben von Handy zu Handy beamen. Google Chart zeigen hat jüngst die App Bump gekauft, die Ähnliches leistet - derartige Funktionalität dürfte auch Android also bald enthalten.
  • Das neue Multitasking macht laut Apple dem Prozessor das Leben leichter. Vor allem aber macht es dem Anwender weniger Mühe, zwischen aktiven Apps zu wechseln oder nicht mehr benötigte Apps zu beenden - sie lassen sich einfach vom Bildschirm schubsen.
  • Mehr Sicherheit und Abschreckung soll die Funktion Activation Lock bringen. Sie ermöglicht es, ein verlorenes oder geklautes iPhone gegen eine erneute Aktivierung zu sperren, so dass es für den Finder oder Dieb wertlos ist.

Mehr zum neuen Look und über die neuen Funktion von iOS 7 erfahren Sie in der Fotostrecke. Das Update ist ab dem 18. September kostenlos über die Update-Funktion von iOS 6 sowie über iTunes verfügbar und läuft auf dem iPhone 4 und höher, iPad 2 und neuer, iPad mini und iPod touch (5. Generation).



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insgesamt 235 Beiträge
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Seite 1
Walter Sobchak 18.09.2013
1.
Komisch, Windows 7/8 sieht viel schoener aus. Und Kremp erwaehnt es nichtmal, woher Apple auf einmal die Idee zur neuen Oberflaeche herhat.
felisconcolor 18.09.2013
2. Hagrrr
warum müssen uns die Amis immer mit Bonbonfarben beglücken. Das fand ich bei Windows schon immer schrecklich. Und beim IOS7 sieht es nur noch billig aus. Schade. das Update lohnt sich beim IPhone4 wahrscheinlich eh nicht.
spon-facebook-1524937802 18.09.2013
3.
... des mobilen Internets weltweit an ihre Kapazitätsgrenzen bringen". Aus meiner Sicht vollkommener Quatsch! Die meisten werden größere Updates über WLan ausführen, um ihre "Geiz-ist-Geil-9,95€-200MB-Flatrate" nicht schon Mitte des Monats ausschöpfen zu müssen ...
hartungp 18.09.2013
4. Nachgefragt.
Zitat von sysopMit iOS 7 hat Apple das bisher umfangreichste Update für sein Mobilbetriebssystem veröffentlicht. Die neue Software verleiht i-Geräten einen anderen Look und bringt viele neue Funktionen. Doch was hat der Nutzer davon? http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/update-fuer-iphones-ipads-und-ipods-die-neuerungen-von-apple-ios-7-a-922685.html
Wieviel hat Apple für diese Anzeige an SPON bezahlt?
antaron 18.09.2013
5. Wo wäre die Welt ohne Microsoft?
Zitat von Walter SobchakKomisch, Windows 7/8 sieht viel schoener aus. Und Kremp erwaehnt es nichtmal, woher Apple auf einmal die Idee zur neuen Oberflaeche herhat.
Stimmt - das sollte auf jeden Fall mal erwähnt werden. Wo wäre nur Apple heute ohne die ganze Inspiration aus Redmond. Ich bin mir sicher der Jonathan Ive von Apple hat sicher extra gewartet bis MS sein neues OS rausbringt, damit sie 1:1 abkupfern können. Würde eh keiner merken wenn Sir John abkupfert und tut einem Top-Designer ja auch nicht weh. Der neue Mac-Pro sieht ja auch wie ein Braun-Kaffeeautomat KF20 aus den 70ern aus.
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