Urlaubsfotos Was beim Reisen mit Drohne zu beachten ist

Drohne statt Selfiestick: Für spektakuläre Urlaubsbilder muss der Multikopter mit auf Reisen. Dabei gibt es einiges zu beachten, vom richtigen Transport bis zu Zollvorschriften.

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Von c't-Redakteur Hannes A. Czerulla


Immer die gleichen Fotos vom Traumstrand, das obligatorische Gruppenbild beim Wandern und zwischendurch ein verwackeltes Video der Actioncam - laaangweilig. Spannender wird es, wenn man einen Multikopter mit Kamera dabei hat. Ähnlich wie die Actionkameras produzieren Drohnen Videos und Fotos aus überraschenden Perspektiven und von eigentlich unerreichbaren Orten.

Doch bei der Reise kann vieles schiefgehen. Das ist zu beachten:

Packliste

Als Zubehör sind Speicherkarten, mindestens ein Akku und das passende Ladegerät selbstverständlich. Fast alle Ladegeräte haben einen proprietären Ladeanschluss.

Außerdem sollte die zugehörige Fernsteuerung eingepackt werden. Die Steuerung per Smartphone hat ihre Tücken: Die auf dem Touchscreen dargestellten Steuerelemente reagieren extrem unpräzise, weswegen die meisten Drohnen ihre maximale Geschwindigkeit reduzieren. Zudem sperren die Apps einige Manöver und Flugmodi. Die Reichweite entspricht nur einem Bruchteil dessen, was man per Fernsteuerung mit leistungsfähigerer Funkhardware erreicht.

Ob Ersatzakkus nötig sind, muss jeder selbst entscheiden: Wer die Drohne nur für den Strandspaziergang braucht, ist mit Laufzeiten von 15 bis 30 Minuten einigermaßen gut bedient. Doch bereits für mehr als einen Start pro Tag braucht man einen zweiten Stromspeicher. Ob es ein Mehrfachladegerät gibt, prüft man am besten erst mal beim Hersteller - drei Akkus nützen wenig, wenn man nur einen pro Nacht laden kann.

Modellspezifische Transporttasche
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Modellspezifische Transporttasche

Auch wenn die Drohnen meist Flash-Speicher eingebaut haben, ist dieser nur eine Notfalllösung. Eine Speicherkarte sollte zusätzlich ins Fluggerät. Dabei lohnt es, auf die vom Hersteller empfohlenen Speichergeschwindigkeiten zu achten - 4K-Videos verursachen einen großen Datenstrom. Mindestens eine Ersatzkarte und ein Smartphone, Tablet oder Notebook für regelmäßige Backups sollten ebenfalls ins Gepäck.

Ob man Ersatzrotoren oder Propellerschützer mitnimmt, sollte man davon abhängig machen, wo man wie mit welchem Fluggerät fliegt. Beim freien Flug weit über dem Strand oder der Steppe muss man sich wenig Sorgen machen. Möchte man im Wald oder in Innenräumen fliegen, stellen die Ersatzteile beziehungsweise Schützer eine sinnvolle Investition dar - vor allem bei starren Rotoren.

Versicherungen

Das deutsche Luftverkehrsgesetz schreibt eine Haftpflichtversicherung für Drohnenpiloten vor. Deswegen sollte sie ohnehin vorhanden sein. Neben speziellen Multikopter- beziehungsweise Modellflugversicherungen gibt es auch Kombinationen aus klassischer Haftpflicht und Flughaftpflicht.

Immer mehr klassische Haftpflichtversicherungen decken Drohnenschäden ab, in der Regel sogar weltweit. Allerdings findet man besonders bei diesen Anbietern oft zahlreiche Einschränkungen in den Vertragsbedingungen. Einige verbieten beispielsweise die Veröffentlichung von Bildmaterial. Die Privathaftpflichtversicherungen decken keine kommerziellen Flüge ab. Die Preise solcher Versicherungen bewegen sich zwischen 30 und 100 Euro pro Jahr.

Achten Sie vor allem auf das erlaubte Gewicht der Drohne. Bei einigen Anbietern gibt es auch die Klausel, dass nur Flugmodelle versichert sind, die gesetzlich nicht versicherungspflichtig sind. Das würde Drohnen ausschließen, da bei ihnen ja diese Pflicht besteht.

Weiter kritisch ist die Gefährdungshaftung, die von den wenigsten dieser Versicherungen abgedeckt wird. Es geht dabei darum, dass klassische Haftpflichtversicherungen nur Schäden abdecken, die der Versicherte nachweislich verursacht hat.

Verursacht die Drohne einen Schaden, weil sie beispielsweise von einer Windböe erfasst wurde oder ein Vogel sie rammt, könnte die Versicherung die Zahlung verweigern und auf den eigentlichen Verursacher verweisen. Nach Luftrecht greift in diesem Fall aber die Gefährdungshaftung, nach der derjenige haften muss, der das Risiko, in diesem Fall die Drohne, in den Luftraum gebracht hat.

Francis Markert, my-road.de

Besser auf die Bedürfnisse von Drohnenpiloten zugeschnitten sind Luftfahrthaftpflichtversicherungen, die sich explizit auf den Drohnen- und Modellflug beziehen. So bieten Modellsportverbände eine solche Versicherung ab 40 Euro Jahresprämie an. Für Mitglieder ist eine Luftfahrthaftpflichtversicherung meist inklusive.

Außer den erwähnten Punkten sollte man folgende Konditionen beachten: Deckungssumme, Zahl der erlaubten Piloten, Zahl der Fluggeräte, Abdeckung im Ausland (Europa und weltweit), erlaubte Flugmanöver (beispielsweise automatische Flüge). Die Versicherungsbestätigung muss während jedes Fluges mitgeführt werden. Am besten in derselben Tasche wie die Drohne.

Im Flugzeug

Beim Einchecken warten die nächsten Schwierigkeiten: Wegen Zwischenfällen mit explodierenden Akkus haben die Fluggesellschaften Regeln aufgestellt, wie welche Akkus zu transportieren sind. Von den Vereinten Nationen werden sie als "Gefahrengut" eingestuft. In Bezug auf Drohnen muss man nur auf die Regeln für die modernen Lithium-Ionen-Akkus achten.

Allerdings kann jede Fluggesellschaft individuell beschränken, was sie an Bord lässt. Vor dem Flug sollte man sich also unbedingt auf der Webseite des Unternehmens über die aktuell gültigen Beschränkungen informieren.

Im Regelfall darf man zwei Akkus mit bis zu 100 Wh Energie ohne spezielle Genehmigung mit an Bord nehmen. Sie müssen im Handgepäck transportiert werden und dürfen nicht ins aufgegebene Gepäck - so können sie im Brandfall schneller gelöscht werden.

Sind die Akkus fest ins Gerät eingebaut, wie beispielsweise bei den meisten Fernsteuerungen, darf man sie oft auch aufgeben. Die Kontakte müssen einzeln gegen Kurzschluss geschützt sein. Dafür reicht es, sie mit Klebebandstreifen abzukleben. Eine spezielle Verpackung ist normalerweise nicht vorgeschrieben.

Bei mehr als 100 Wh pro Akku muss man die Energiespender bei der Fluggesellschaft anmelden. Ansonsten sollten die gleichen Regeln wie für kleinere Akkus gelten. Bei über 160 Wh nehmen die Fluglinien den Akku nur noch als Gefahrengut auf.

Schutz gegen Kurzschlüsse
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Schutz gegen Kurzschlüsse

Besonders lange Rotoren sollte man vorsichtshalber aufgeben, da sie bei der Sicherheitskontrolle als mögliche Waffe angesehen werden könnten.

Einreise

Vor der Einreise in andere Länder sollte man sich dringend über die dortigen Regeln informieren. In vielen Staaten gelten ähnliche Drohnengesetze wie in Deutschland. Die Einfuhr ist dann ohne Anmeldung erlaubt und die Fluggeräte werden nicht als Gefahr angesehen.

Beim Flug muss man allerdings die nationalen Regeln wie eine maximale Flughöhe, obligatorischen Versicherungsschutz oder No-Flight-Zones beachten. Missachtet man sie, sind meist Geldstrafen die Folge.

In einigen Staaten müssen Drohnen vor oder während der Einreise angemeldet werden und man muss damit rechnen, dass diese Genehmigung während des nächsten Drohnenflugs kontrolliert wird. Andere Länder wiederum haben den privaten Drohnenimport und -flug komplett verboten.

Missachtet man die Regeln, drohen vereinzelt sogar Gefängnisstrafen - unter Umständen schon für den Besitz. Fast alle Länder unterscheiden außerdem zwischen privaten und kommerziellen Flügen. Die hier erwähnten Regeln sind auf Erstere bezogen.

Einige Beispiele:

  • In Spanien gelten ähnliche Gesetze wie in Deutschland. Die Einreise ist unproblematisch; beim Flug gelten Grenzen für Flughöhe (120 Meter), Entfernung zum Piloten (500 Meter) und Betriebseinschränkungen (nachts maximal zwei Kilogramm Gewicht und 50 Meter über Grund).
  • In Italien sieht es zunächst ähnlich aus, dort fordern die Behörden aber beispielsweise eine Haftpflichtversicherung, die mindestens eine Summe von 750.000 Euro abdeckt. Eine Registrierung des Fluggeräts ist dagegen nicht notwendig.
  • In Österreich wird es kompliziert, denn die Behörden unterscheiden verschiedene Arten von Gebieten: unbebaut, unbesiedelt, besiedelt und dicht besiedelt. Je nachdem, wie viel die Drohne wiegt, gelten nochmals unterschiedliche Regeln. Über besiedelten und dicht besiedelten Gebieten dürfen keine Quadrocopter fliegen, sondern nur Hexa- und Octacopter mit Redundanzen. Es müssen also Rotoren ausfallen können, ohne dass das Fluggerät abstürzt. Eine Versicherung ist Vorschrift.

Radikaler gehen Länder wie Saudi-Arabien, Ägypten oder Mexiko mit dem Thema um. Grundsätzlich sind dort Drohnenflüge für Ausländer verboten. Teils gibt es Ausnahmeregelungen für bestimmte kommerzielle Flüge. Will man dort partout fliegen, sollte man die zuständigen Behörden zuvor kontaktieren und alle Unterlagen während der Einfuhr und jedem Flug bei sich tragen.

Für die Einreise gilt das gleiche wie für die Flugreise: Kurz vor dem Urlaub muss man sich über die aktuellen Regelungen der Flugsicherung auf den jeweiligen Webseiten informieren. Falls online keine Informationen zu finden sind, sollte man die Landesvertretung hierzulande direkt kontaktieren.

Eine interaktive Version der Weltkarte mit detaillierten Informationen zu vielen Ländern finden Sie unter my-road.de/drohnen-gesetze-weltweit/.

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
tuvalu2004 17.06.2018
1. Und die Menschen die darunter leiden?
Kein Wort? An den einsamsten, schönsten Plätzen plötzlich Drohnengeratter und Kameras von oben. Man stelle sich vor, jeder mit Selfi hat plötzlich eine Drohne. Nicht auszudenken. Oder viele Menschen, z.B. auf dem Adams Peak in Sri Lanka, die andächtig auf den Sonnenaufgang warten und plötzlich sursursursur eine Drohne über allen. Irgendwie ist das dem Autor wohl egal. Nein, Drohnen gehören grundsätzlich verboten und sollten nur in dazu zugelassenen Gebieten steigen dürfen, wie z.B. bei Modeflugzeugen. Oder müssen Genehmigungen einholen wie bei professionellen Filmaufnahmen oder wissenschaftlichen Aufnahmen. Es ist echt nicht erträglich wenn man im Urlaub, auf dem Trek oder beim Relaxen von Drohnen belästigt wird.
smartphone 17.06.2018
2. Zu schwache Informationen
Hier wird ansatzweise suggeriert , daß man in den nichtgenannten Ländern "problemlos" fliegen kann. Die Sache mit den Rotoren ... also wer einen Filmkopte rmit 17 Zoll Latten mitnehmen muß, der ist eh Profi und das Ding fliegt in einer Spezialbox als Luftfracht... in solche Länder wie Thailand uvm sollte man gleich genug Zahnbürsten für nen langdauernden Knastbesuch einkalkulieren. Hinzu kommt, was dem typischen technikunbegabten Drohentourist nicht klar ist ...Viele Ressorts habn längst passend aufgerüstet, interessante Spots sind mit Hochwattsendern ausgestattet, die diese RC Copter mal ganz schnell unkontrolliert zu Plastikmüll verarbeiten . Nur Dumme kaufen als Hobbyflieger als Selfiearm .....
desoie 17.06.2018
3. Es nervt!
Letztes Jahr in Italien: Berg mit viel Mühe erklommen, oben angekommen genossen wir die Aussicht. Schon bald fragten wir uns, wo der Bienenschwarm wäre, den man deutlich hörte. Nein, ein nerviger Drohnenpilot liess über unseren Köpfen und in der Aussicht seine Kamera kreisen um Fotos der Landschaft zu machen und von uns gleich mit. Es waren Deutsche, die dann sinnierten, dass ja ohne diese tollen Bidler alles bald wieder vergessen sein würde. Und dann saßen sie da, schauten nur auf die Drohne und tippten auf ihrem Smartphone herum anstatt den Moment zu geniessen. Ich finde es höchst ärgerlich, wenn diese besonderen Orte auch noch durch sinnlose Technik, die nur einen freut und viele stört, dazu noch Daten erzeugt, die mich betreffen, die ich aber nicht kontrolieren kann, beeinträchtigt werden.
smartphone 17.06.2018
4. wg zugelassenem Areal
Nun, der Punkt ist nicht das nur zugelassene Areal . Defacto kann man MIT Zulassung ( also entspr Genehmigung) auch dort fliegen - nur solche Genehmigungen bekommt kein "Tourist" ...Also das Problem sind flugunkundige und leichtgläubige Käufer solcher ach so easy fliegender Multicopter ...Leute also die nicht mal ein richtiges Modellflugzeug ( bzw so nen Copter ohne Computerassist ) fliegen können. Aber an Locations fliegen, wo kaum ein Proficopterflieger ohne idealerweise Polizeipräsens agieren würde ( Weil das ungewollte Publikum sich nicht an gewisse Hinweise / Absperrung hält - sogar gerne massiv den Piloten anmacht ,also laufend schwere Eingriffe in den Luftverkehr begeht .... - so sieht das aus !!! ) Was btw ein Problem generell ist , dass Medien mit hochfragwürdiger Niedermache einer Neuen Technik die einheimischen Gründer ( vor DJI ) quasi in eine Ecke drängen , in die man besser VW und co stellen müßte - und zwar dauerhaft , damit die Dreckskarren endlich von den Straßen verschwinden.
JiggiZiggi 17.06.2018
5.
Zitat von tuvalu2004Kein Wort? An den einsamsten, schönsten Plätzen plötzlich Drohnengeratter und Kameras von oben. Man stelle sich vor, jeder mit Selfi hat plötzlich eine Drohne. Nicht auszudenken. Oder viele Menschen, z.B. auf dem Adams Peak in Sri Lanka, die andächtig auf den Sonnenaufgang warten und plötzlich sursursursur eine Drohne über allen. Irgendwie ist das dem Autor wohl egal. Nein, Drohnen gehören grundsätzlich verboten und sollten nur in dazu zugelassenen Gebieten steigen dürfen, wie z.B. bei Modeflugzeugen. Oder müssen Genehmigungen einholen wie bei professionellen Filmaufnahmen oder wissenschaftlichen Aufnahmen. Es ist echt nicht erträglich wenn man im Urlaub, auf dem Trek oder beim Relaxen von Drohnen belästigt wird.
Für Modellflugzeuge gelten quasi die gleichen Regeln wie für Drohnen, jedenfalls für Modellflugzeuge mit Elektroantrieb. "Zugelassene Gebiete" (ich vermute Sie meinen Modellflugplätze) braucht man dafür nicht.
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