Künftiger Standard Neuer USB-Stecker soll immer passen

Der neue USB-Standard 3.1 soll weit mehr Daten und Strom übertragen können als seine Vorgänger. Außerdem bringt er einen neuen Stecker mit, den man nicht mehr falsch herum einstöpseln kann. Für Apple könnte die Technik zum Problem werden.

USB 3.1: Kleinere Stecker, mehr Durchsatz
Foxconn

USB 3.1: Kleinere Stecker, mehr Durchsatz


Mit der Einführung des Universal Serial Bus (USB) Ende der neunziger Jahre wurde für PC-Nutzer vieles einfacher. Der damals neue Standard vereinheitlichte die Anschlussstecker und Buchsen vieler Zusatzgeräte. Aber die flachen Stecker brachten auch ein neues Problem mit sich: Ober- und Unterseite sind bis heute leicht zu verwechseln. Wer blind versucht, einen USB-Stecker einzustöpseln, wird ihn mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit falsch herum halten und scheitern.

Auf dem Intel Developer Forum (IDF) in der chinesischen Industriestadt Shenzhen ist nun eine mögliche Lösung dieses Problems präsentiert worden: der neue USB-3.1-Stecker, Typ C. Seine Abmessungen ähneln den Micro-USB-2.0-Steckern, die man heutzutage vor allem in Smartphones findet. Anders als diese hat er aber keine Ober- oder Unterseite und passt deshalb egal wie herum in die entsprechenden Buchsen. Möglich wird das, weil die Kontakte auf beiden Seiten identisch sind.

Außer diesem Komfortmerkmal, das auch den Umgang mit USB-Sticks sehr vereinfachen könnte, sollen mit der USB-Version 3.1 und dem neuen Stecker auch einige handfeste technische Verbesserungen eingeführt werden.

Mehr Speed, mehr Strom

Das ist zum einen die Verdopplung der möglichen Datenübertragungsrate: Anders als bei USB 3.0 sollen bis zu zehn Gigabit pro Sekunde durch das dünne Kabel geleitet werden können. Noch bemerkenswerter sind allerdings die Möglichkeiten, via USB 3.1 außer Daten auch Strom zu übertragen.

Computergrafik der neuen Kabel: Nie mehr falsch einstecken
Foxconn

Computergrafik der neuen Kabel: Nie mehr falsch einstecken

Während bei USB 2.0 maximal 500 Milliampere und bei USB 3.0 auch nur 900 Milliampere möglich sind, sollen die neuen Anschlüsse bis zu fünf Ampere aushalten. Einer Intel-Präsentation zufolge würde das für bis zu 100 Watt Leistung ausreichen. Die Verheißung ist also, dass man über einen solchen USB-Anschluss nicht nur Handys und Tablets, sondern auch Notebooks aufladen könnte.

Wie reagiert Apple?

Noch sind die in Shenzhen präsentierten Daten und Zeichnungen allerdings nur Vorschläge, die noch vom USB Implementers Forum als Standard beschlossen werden müssen. Vor dem Jahresende wird man deshalb kaum Geräte mit derartigen Anschlüssen zu sehen bekommen.

Abzuwarten bleibt, wie es nach der Einführung von USB 3.1 mit der von Intel und Apple gemeinsam entwickelten Thunderbolt-Technik weitergeht. Auch diese Technik hatte der Chiphersteller auf einem IDF präsentiert. Technisch hat sie noch etwas mehr zu bieten, überträgt Daten mit bis zu 20 Gigabyte pro Sekunde. Obwohl schon 2009 vorgestellt, ist sie bis heute aber fast nur in Apple-Rechnern zu finden. Schuld daran dürften die im Vergleich zu USB höheren Kosten sein.

Interessant dürfte in diesem Zusammenhang sein, wann Apple sich auf USB 3.1 einlässt. Mit der Integration von USB 3.0 hatte sich der Konzern viel Zeit gelassen. Die ersten MacBooks mit den markant blauen Buchsen stellte er Mitte 2012 vor, rund ein Jahr, nachdem entsprechende Geräte Einzug ins Windows-Ökosystem hielten.

Ein mögliches Problem könnte für Apple die optische Gestaltung der neuen USB-Buchsen werden. Sie sehen Apples eigenen Lightning-Anschlüssen ähnlich, mit denen iPhone, iPods und iPads bestückt sind - das könnte zu Verwechslungen führen.

mak

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 155 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Strothmann 03.04.2014
1.
Wer als Verbraucher der Meinung ist, er müsse (aus welchen Gründen auch immer) Apple-Produkte verwenden, der muss sich dann auch darauf einstellen, dass eben diese Produkte nicht zwangsläufig kompatibel mit dem "Mainstream" der Endverbrauchertechnik ist. Dass Apple seit Ewigkeiten keine standardisierten Anschlüsse verwendet ist nicht neu - wie oft kommen die Kunden des Apfelkonzerns in die Verlegenheit, dass ihre iPhones nicht mit dem MiniUSB-Standard kompatibel sind? Also wieder einmal mehr die alte Leier.
HarrySe 03.04.2014
2.
Schön. Ich bin dafür, dass es auch nur noch einen USB Stecker gibt und nicht noch mini, medi, flach usw. Wenn ich auf Reisen gehe muss ich für Tablet, Handy und Kamera 3 Ladegeräte mitnehmen.
Petersbächel 03.04.2014
3.
...also ich hab ja mit vielen Dingen der modernen Technik so meine Schwierigkeiten. Aber nen USB-Stecker richtigrum einzustecken hab ich bis jetzt noch nicht als Herausforderung gesehen. EIN Stecker für alles wäre ja eher mal was Anzustrebendes, statt wegen ein paar % Leistungszuwachs wieder was neues zu erfinden.
Bundesinnenminister 03.04.2014
4. optional
Wenn man darüber auch noch Monitor + Sound anschließen könnte, wäre klasse.
bcb86 03.04.2014
5. aha...
... P=U x I... 5V x 5A machen jetzt also 100 Watt... Oder haben die neuen USB Buchsen jetzt 20 Volt?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.