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Aus 4000 Kilometer Entfernung: Vater sieht Geburt seines Kindes per VR-Brille

Samsung-Werbefilm: Zukunftsszenarien mit der Datenbrille Zur Großansicht
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Samsung-Werbefilm: Zukunftsszenarien mit der Datenbrille

Ein Vater verfolgt die Geburt seines Kindes, als wäre er live im Kreißsaal. Dabei ist er 4000 Kilometer entfernt. In einem Werbefilm zeigt die Firma Samsung, wie das mittels Virtual Reality schon jetzt möglich sein könnte.

Virtual Reality (VR) ist in der Technologieszene gerade hip. Für das kleine VR-Start-up Oculus zahlte Facebook 2,2 Milliarden Dollar, weil dessen VR-Brille in dem Ruf steht, virtuelle Realitäten besonders realistisch darstellen zu können. Gleichzeitig entwickelt Sony eine ähnliche Technik, und Konzerne wie LG und Samsung bieten komplizierte Brillengestelle an, in denen High-End-Smartphones ihren Nutzern computergenerierte Welten vor die Augen spielen.

Das Problem, dass all diese Firmen haben: Abgesehen von ein paar Spielen und Demos gibt es bisher kaum sinnvolle Anwendungen für die teuren Spielereien. Samsung hat nun eine Gelegenheit genutzt, um zu zeigen, wozu man solche Datenbrillen sonst noch verwenden könnte: Das Unternehmen rüstete den Kreißsaal eines australischen Krankenhauses mit Kameras, Mikrofonen und Netzwerktechnik aus.

Der Grund für den Aufwand: Man wollte es einem werdenden Vater, der zum Zeitpunkt der Niederkunft Tausende Kilometer entfernt arbeiten musste, ermöglichen, zumindest virtuell bei der Geburt seines Sohns dabei zu sein. Der Unterschied zu einer Videokonferenz via Skype oder Facetime: Die Datenbrille ermöglicht einen 360 Grad-Rundumblick, vermittelt ihrem Träger das Gefühl, live dabei zu sein.

Teurer Einzelfall

Vollkommen selbstlos machte der Konzern die teure Aktion natürlich nicht mit. Vielmehr wurden Aufnahmen des bisher wohl einmaligen Unterfangens zu einem rührigen Werbefilm für Samsungs Datenbrille zusammengeschnitten.

Die ist bisher zwar ein sehr faszinierendes, aber noch nicht alltagstaugliches Produkt. Zum einen ist die Kombination aus High-End-Handy und VR-Brille mit rund 1000 Euro sehr teuer. Zum anderen gibt es bisher kaum lohnenswerte Anwendungen für die neue Technik.

Zudem erfordert eine Liveübertragung, wie sie Samsung in seinem Werbefilmchen zeigt, erheblichen technischen Aufwand. Die Kosten für die nötigen Spezialkameras und die Übertragungstechnik übersteigen den Preis der VR-Brille erheblich. Konkrete Angaben dazu, wie teuer die VR-Übertragung der Geburt war, macht Samsung nicht.

So bleibt Samsungs Werbefilm derzeit nicht viel anderes als ein hübsches Beispiel dafür, was mit Virtual Reality möglich ist, wenn man nur genug Geld investiert. So nett das anzusehen sein mag, wird VR-Technik in den kommenden Jahren wohl trotzdem vor allem für Computerspiele verwendet werden.

Matthias Kremp

Eine neue Art von Herrenhandtasche: Die Samsung Gear VR Innovator Edition wird mit einer solchen Tasche geliefert, in der sie unterwegs gut geschützt ist. Allerdings ist die Tasche recht klobig.

Matthias Kremp

Zusammengefaltet: In der Tasche findet die Brille nur Platz, wenn man die Tragebänder löst.

Matthias Kremp

Aufgebaut: Die Tragekonstruktion sieht unbequemer aus als sie ist. Tatsächlich sitzt die Gear VR sehr angenehm und stabil am Kopf.

Matthias Kremp

Hilfestellung: Ein Aufdruck auf der linken Seite zeigt, dass Samsung sich für die Gear VR Hilfestellung bei Experten geholt hat. Die US-Firma Oculus arbeitet seit Jahren an einer eigenen VR-Brille.

Matthias Kremp

Einblick: Auf der Innenseite der Brille ist rechts der Annäherungssensor zu erkennen, der registriert, wenn man die Gear VR aufsetzt.

SPIEGEL ONLINE

Das ist das Vorbild: Im Sommer 2014 präsentierte Google diese VR-Brille mit der Bezeichnung Project Cardboard. Die Pappbrille sollte das Grundprinzip zeigen, nach dem VR-Brillen auf der Basis von Smartphones funktionieren könnten.

Matthias Kremp

Speziallinsen: Einer der großen Unterschiede zu Googles Project Cardboard sind die Linsen, die von weit besserer Qualität sind als bei Googles Pappbrille.

Matthias Kremp

Kontaktstelle: Erst wenn das Galaxy Note 4 auf diesen USB-Stecker aufgesteckt wird, lassen sich die VR-Apps auf dem Handy starten.

Matthias Kremp

Es kann nur eines geben: Einzig Samsungs Galaxy Note 4 ist mit der Gear VR kompatibel. Zu den 200 Dollar für die Brille kommt also der Kaufpreis des Handys dazu. Nach Liste sind das 769 Euro.

Matthias Kremp

Prallschutz: Samsung liefert einen transparenten Plastikdeckel in Rauchglasoptik mit, den man über dem Handy auf die Brille stecken kann. Einen praktischen Nutzen hat die Abdeckung nicht.

Matthias Kremp

Scharfmacher: Über ein Rädchen wird die Bildschärfe justiert, in dem der Abstand zwischen Display und Linsen verändert wird.

Matthias Kremp

Bedienelemente: Auf der rechten Seite des Gehäuses befinden sich ein Touchpad und eine Zurück-Taste. Mehr braucht man nicht, um VR-Apps zu steuern.

Matthias Kremp

Komplettpaket: So sieht die Gear VR samt Galaxy Note 4 zusammengebaut aus. Der relativ schwere Vorbau wird von mehreren Gummibändern am Kopf fixiert.

Matthias Kremp

Die Gear VR am Kopf: Sieht komisch aus, fühlt sich aber gut an. Auch nach mehreren Stunden Dauernutzung drückte nichts. Allerdings wird es unter der Brille recht warm.

kbl/mak

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Umsonst mit Skype!
Walter987 16.03.2015
Um das zu sehen braucht man keine teure VR-Brille. Das geht auch mit einer billigen Web-Cam und Skype.
2. Keine Anwendung?
kein_gut_mensch 16.03.2015
Also welcher Industriezweig sich auf dieses Medium stürzen wird und ihn nach vorne pushen wird ist doch wohl den meisten klar die damit zu tun haben. Es wird die Sexindustrie sein. Weder Spiele, noch Entbindungen oder was auch immer. Aber auch in D ist man so prüde das man sich das erst gar nicht vorstellen will geschweige denn darüber sprechen will.
3. Weltfrieden
VinceW 16.03.2015
Ein werdender Vater musste zum Zeitpunkt der Niederkunft Tausende Kilometer entfernt arbeiten. Facebook übertrug deshalb die Geburt seines Sohnes live auf seine Virtual-Reality-Brille. Wie würdevoll. Bleibt am Ende nur noch die Frage offen, ob es den Darstellern der Virtual-Reality-Show gut geht. Und welchen enorm wichtigen Beruf der Virtual-Reality-Zuschauer hatte, der ihn vom Familienleben abhielt. Musste er den Weltfrieden retten?
4. Tolle neue Welt
matthias_b. 16.03.2015
Nachdem die Frau ihre Karriere ausreichend verfolgt hat, lässt sie ihre Eizelle auftauen und der Mann schickt sein Sperma per Kurier oder Drohne vorbei. Die Geburt wird live zwischen zwei Meetings übertragen, danach wendet sich der Mann auf der anderen Seite der Welt wieder seiner Arbeit zu. Die Powerfrau gibt ihr Kind zwei Monate später in die Krippe um wieder arbeiten zu können. Schöne neue Profitmaximierungswelt.
5.
HaioForler 16.03.2015
Zitat von VinceWEin werdender Vater musste zum Zeitpunkt der Niederkunft Tausende Kilometer entfernt arbeiten. Facebook übertrug deshalb die Geburt seines Sohnes live auf seine Virtual-Reality-Brille. Wie würdevoll. Bleibt am Ende nur noch die Frage offen, ob es den Darstellern der Virtual-Reality-Show gut geht. Und welchen enorm wichtigen Beruf der Virtual-Reality-Zuschauer hatte, der ihn vom Familienleben abhielt. Musste er den Weltfrieden retten?
Vielleicht mußte er Geld verdienen. Immerhin will der Kleine auch mal was futtern.
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