Verbraucherschutz: Apple wegen Garantieverlängerung abgemahnt

Verbraucherschützer haben Apple abgemahnt: Die Werbung des Unternehmens erwecke den Eindruck, man müsse seine Gadgets mit kostenpflichtigen Garantien absichern, um mehr als ein Jahr Gewährleistung zu haben. Dabei sehen es gesetzliche Regelungen anders vor.

AppleCare-Angebot: Garantieverlängerung für i-Geräte und Macs Zur Großansicht

AppleCare-Angebot: Garantieverlängerung für i-Geräte und Macs

Berlin - Im Verbund mit zehn europäischen Verbraucherorganisationen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Apple wegen der Garantieverlängerung "AppleCare Protection Plan" abgemahnt. Die Verbraucherschützer bemängeln, dass Apple seinen Kunden den Kauf der Garantieverlängerung empfiehlt, ohne deutlich auf die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung hinzuweisen.

Apple wollte zu dem Vorgehen der Verbraucherorganisationen auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa keine Stellung nehmen. Das Unternehmen hat bis zum 30. März Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Die gesetzliche Gewährleistung gelte in der Europäischen Union unabhängig von einer Herstellergarantie "mindestens zwei Jahre ab Übergabe der Kaufsache". Hersteller, die eine eigene Garantie abgeben, müssten "einfach und verständlich auf die gesetzlichen Ansprüche hinweisen", erklärte der Verband. Diesen Anforderungen genügt die Aufmachung der Apple-Garantie nach Ansicht des vzbv nicht. "Vielmehr könne bei Verbrauchern der Eindruck entstehen, dass sie ohne die kostenpflichtige Herstellergarantie nach einem Jahr keinen Anspruch mehr auf Gewährleistung haben." Damit halte Apple sie davon ab, ihre gesetzlichen Ansprüche geltend zu machen. Dies verstoße gegen die Vorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.

Apple hatte in Sachen "AppleCare" schon Ärger in Italien. Dort musste das Unternehmen im vergangenen Dezember eine Strafe von 900.000 Euro zahlen, weil es die Verbraucher unzureichend über seine Pflichten informierte. Der italienische Marktregulierer AGCM bemängelte ebenfalls, dass der iPhone- und iPad-Hersteller seine Kunden nur mangelhaft über die Garantielaufzeit und Einzelheiten seiner Garantieverlängerung informiert habe. Die Behörde AGCM (Autorita Garante della Concorrenza e del Mercato) war nach Beschwerden italienischer Verbraucherschützer aktiv geworden.

Ganz anderen Ärger wegen seiner Garantieverlängerung hatte Apple bereits 2009 ausstehen müssen. Damals war einigen Kunden in den USA die Reparatur ihrer Geräte auf Garantie verwehrt worden, weil diese wohl in Raucherhaushalten verwendet worden seien. Aufgrund von "Gesundheitsrisiken wegen Mitrauchens" hatte man sich geweigert, überhaupt Hand an die Geräte zu legen. Per E-Mail erklärte eine Mitarbeiterin des Unternehmens einem Betroffenen seinerzeit, Nikotin stehe auf einer Liste gesundheitsgefährdender Substanzen, welche die OSHA (Occupational Safety and Health Administration), eine Art US-Arbeitssicherheitsbehörde, herausgegeben habe. Eben deshalb werde man bei Apple keinen Mitarbeiter dazu zwingen, etwas zu reparieren, das als gesundheitsschädlich eingestuft wird.

mak/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Faulheit siegt
Arno Nühm 19.03.2012
---Zitat--- Eben deshalb werde man bei Apple keinen Mitarbeiter dazu zwingen, etwas zu reparieren, das als gesundheitsschädlich eingestuft wird. ---Zitatende--- Ich würde mal fast wetten, die Bestandteile des iPhones sind gesundheitsschädlicher als die paar Mikrogramm Nikotin, die da vielleicht dran hängengeblieben sind.
2. Apple extrem Kulant - überrascht
global_citizen 19.03.2012
Ich hatte meinen Apple in USA gekauft als ich dort noch lebte incl. des Apple Care programs. Nach exakt 3 Jahren und 2 Monaten hatte meine Batterie angefangen die Ladung nicht mehr zu halten. Bei Apple in USA angerufen. 15 min Gespräch, Gutschein per email erhalten, am Tag drauf zum nächsten Apple Laden und Bingo : neue Batterie für 0 Euro ! Der Artikel hat sicher recht. Aber Kulanz in dieser Größenordnung ist heutzutage echt selten. Besonders bei Grossunternehmen. Ich sehe mich darin nur bestätigt Apple zu kaufen. Design, Qualitaet UND Service. :) Thorsten
3.
Kesha 19.03.2012
Zitat von sysopVerbraucherschützer haben Apple abgemahnt: Die Werbung des Unternehmens erwecke den Eindruck, man müsse seine Gadgets mit kostenpflichtigen Garantien absichern, um mehr als ein Jahr Gewährleistung zu haben. Dabei sehen es gesetzliche Regelungen anders vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,822289,00.html
Auf der Apple-Seite ist eindeutig von einer Verlängerung der *Herstellergarantie* die Rede. Die gesetzliche Gewährleistung des Verkäufers ist etwas vollkommen anderes und wird dort an keiner Stelle erwähnt.
4.
Kesha 19.03.2012
Nun, auf der verlinkten dt. Seite des Herstellers ist eindeutig von "Herstellergarantie" die Rede... Ansonsten unterscheidet man im Englischen halt zwischen der "manufacturer`s warranty" und der "legal warranty", wobei letztere auch gerne als "EU legislation" bezeichnet wird, wenn es Europa betrifft.
5. Fact ist
hdudeck 19.03.2012
Zitat von sysopVerbraucherschützer haben Apple abgemahnt: Die Werbung des Unternehmens erwecke den Eindruck, man müsse seine Gadgets mit kostenpflichtigen Garantien absichern, um mehr als ein Jahr Gewährleistung zu haben. Dabei sehen es gesetzliche Regelungen anders vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,822289,00.html
dass diese extended warranties ein multi million Dollar warmer Regen in die Taschen der Hersteller sind, die die wirklich auftetenden Garantiefaelle um ein Vielfaches uabdecken.
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