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Medienbericht: Google plant Smartphone-freie VR-Brille

Nutzer mit der Google Cardboard: Bald könnte es offenbar eine selbstständig funktionierende VR-Brille von Google geben Zur Großansicht
REUTERS

Nutzer mit der Google Cardboard: Bald könnte es offenbar eine selbstständig funktionierende VR-Brille von Google geben

Google arbeitet laut einem Medienbericht an einer Virtual-Reality-Brille, die weder ein Smartphone noch einen PC oder eine Konsole voraussetzt. Auch ein Cardboard-Nachfolger ist offenbar in Planung.

Alles in einem: Diesen Ansatz verfolge Google offenbar beim Bau seines Headsets für die Virtual Reality (VR), berichtet das "Wall Street Journal". Die Zeitung beruft sich dabei auf "informierte Kreise".

Die Brille soll laut dem Bericht keinen PC oder eine Spielekonsole als unterstützende Hardware brauchen, ebenso wenig wird ein Smartphone benötigt, wie etwa bei Googles Cardboard. Das neue Headset soll einen eigenen Bildschirm mit Hochleistungs-Prozessoren besitzen und außerdem mit nach außen gerichteten Kameras ausgestattet sein.

Google wäre das erste Unternehmen, das ein solches Produkt veröffentlicht. Dieses Jahr werden zwar mit der Oculus Rift und der HTC Vive beinahe zeitgleich zwei lang erwartete Virtual-Reality-Headsets auf den Markt kommen. Beide brauchen aber den Anschluss an einen teuren PC. Die Oculus Rift allein kostet 700 Euro plus Versandkosten. Etwas günstiger könnte Playstation VR werden, ein Sony-Headset, das aber eine Playstation 4 voraussetzt.

Die Oculus Rift gilt als Vorreiter der Branche. 2012 wurde ein erster Prototyp gezeigt, bis Mitte 2015 war online eine zweite Version des sogenannten Entwickler-Kits erhältlich. Im Juni 2015 wurde schließlich die Version für Endkunden angekündigt. Seit Ende März 2016 wird sie an Vorbesteller ausgeliefert, angeboten wird sie Käufern aus Deutschland für rund 700 Euro plus 42 Euro Versandkosten.

Das früher oft bemängelte Problem, dass sich beim Benutzen der Brille Übelkeit einstellt, fällt bei den meisten Spielen mittlerweile weg, auch weil die Entwickler stärker auf den Komfort beim Spielen achten.

Über eine Kamera kann die Rift die Bewegungen des Nutzers erkennen, und in die virtuelle Welt übertragen. Zur Spielsteuerung mit Handcontrollern hat Oculus - übrigens eine Facebook-Tochter - den Controller Oculus Touch angekündigt. Dieser erscheint aber erst einige Monate nach der Brille - bis dahin dient ein Xbox-One-Gamepad als Controller.

Anders als die Oculus Rift arbeitet Sonys Project Morpheus beziehungsweise mittlerweile Playstation VR genannte VR-Brille nicht mit PC sondern mit der Playstation 4 zusammen. Wer eine der Konsolen besitzt, kann also sicher sein, dass die Brille bei ihm funktioniert.

Zur Steuerung von Spielen lassen sich die Move-Controller nutzen, die es bereits seit einiger Zeit für die Playstation gibt. Bei ersten Tests mit Prototypen stellte sich bei der Morpheus ein ähnliches Spielerlebnis ein wie mit der Rift. Bei Playstation VR kommt ein 5,7 Zoll großes OLED-Panel mit einer Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln zum Einsatz. Sony will seine VR-Brille im Oktober 2016 für 400 Euro auf den Markt bringen, die zum Betrieb nötige Kamera und die optionalen Move-Controller sind im Preis nicht enthalten.

Nach Oculus und Sony hat auch der Handyhersteller HTC eine eigene VR-Brille vorgestellt. Das Vive genannte Gerät wird gemeinsam mit den Spielentwicklern von Valve konstruiert. Über den Onlinedienst Steam VR sollen VR-Games via PC mit der Brille gespielt werden können.

Die beiden eingebauten Bildschirme stellen Full-HD-Video bei 90 Hertz Bildwiederholfrequenz dar, was für eine gute Bildqualität ohne Ruckler sorgen sollte. Bemerkenswert ist vor allem die Technik, mit der die Bewegungen des Spielers in die VR-Welt übertragen werden: Zwei Laser messen dazu millimetergenau, wo man sich aufhält, wie man sich bewegt. Erste Vive-Exemplare für Endkunden sollen im April ausgeliefert werden, sie kosten 900 Euro, hinzu kommen 60 Euro für den Versand.

Das Project Cardboard haben bei Google zwei Entwickler in den 20 Prozent ihrer Arbeitszeit entworfen, die sie für eigene Projekte nutzen dürfen. Googles Chefs fanden daran Gefallen und ließen eine Abteilung bilden, die daraus eine kommerziell nutzbare Technik machte. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2014 wurde das Projekt offiziell vorgestellt. Damit die Teilnehmer sich eigene VR-Brillen basteln konnten, wurden Pappbausätze verteilt.

Mittlerweile gibt es eine Reihe interessanter Apps für Handys, die man dann einfach in die Pappkonstruktion einsteckt. Im Juni 2015 präsentierte der Konzern zudem sein Project Jump: Es beinhaltet eine Software zur Erstellung von Virtual-Reality-Filmen, den Bauplan für einen Kameraaufbau zum Filmen solcher VR-Videos und außerdem den Vertriebskanal für VR-Inhalte, nämlich YouTube.

Mit der Gear VR hat Samsung Googles Project Cardboard zu einem kommerziellen Produkt gemacht. In unserem Test hat die Brille einen guten Eindruck hinterlassen, etwa dank eigener Sensoren und exklusiven Apps. Die im Dezember 2015 auf den Markt gekommene Endkunden-Version kostet 99 Euro und ist derzeit nur mit vier Samsung-Handys kompatibel.

Von Brillen wie der Oculus Rift unterscheidet sich die Gear VR unter anderem dadurch, dass es kein Positional Tracking gibt. Das heißt: Es wird nicht erfasst, ob sich der Spieler nach vorn beugt oder hinten lehnt.

Eine Edel-Variante des Project Cardboard hat die Optikfirma Zeiss entwickelt. Ein Unterschied zu den Produkten mancher Handyhersteller: Mit entsprechenden Adaptern lässt sich die Zeiss-Brille mit verschiedenen Smartphones nutzen. Derzeit sind Adapter für das iPhone 6 sowie Samsungs Galaxy S5 und S6 verfügbar.

Eine Besonderheit sind die von Zeiss entwickelten Speziallinsen. Sie sind auch für Brillenträger geeignet und derart gestaltet, dass man damit immer ein scharfes Bild sehen soll, ohne vorher den Abstand zu den Augen einstellen zu müssen. Anders als Samsungs Gear VR bietet die Brille aber keine eigenen Sensoren.

Auf der CES in Barcelona wurde im Februar 2016 die 360 VR von LG vorgestellt. Die vergleichsweise kleine und leichte Brille ist für das LG G5 gedacht und soll unter anderem mit der Gear VR konkurrieren.

Tester auf der CES konnte das Gerät noch nicht wirklich überzeugen: So wurde unter anderem bemängelt, dass die Brille zu viel Licht von außen reinlässt und so das VR-Erlebnis schwächer macht. Das Tech-Blog "The Verge" schrieb: "LGs neues Virtual-Reality-Headset hat ein Problem: zu viel Realität." Was die 360 VR kosten wird, ist noch nicht bekannt.

Erst am Montag hatte die "Financial Times" (kostenpflichtiger Artikel) berichtet, dass Google an einer neuen Version seiner Pappbrille Project Cardboard arbeitet. Im Gegensatz zur Ursprungsversion solle das zweite Modell laut der Zeitung mit "verbesserten Sensoren, Linsen und einem robusteren Kunststoffgehäuse" ausgestattet sein.

Diesen Informationen widerspricht der aktuelle Bericht des "Wall Street Journals" nicht. Dort heißt es vielmehr, dass Google plant, beide Produkte auf den Markt zu bringen: die selbstständig funktionierende VR-Brille, sowie die verbesserte Version der Cardboard-Brille. Wann das neue Headset erscheinen soll, lässt der Bericht aber offen.

Firmen wie VirtualRealPorn locken mit einem angeblich neuartigen Videoerlebnis: Viele Virtual-Reality-Pornos sind so aufgenommen, dass man glaubt, selbst etwa auf einem Bett oder einer Couch in einem Zimmer zu sitzen. Pornos mit einer solchen Point-of-View-Perspektive gibt es schon lange, mit der VR-Technik lässt sich jedoch ein intensiveres Mittendrin-Gefühl erzeugen.

In den meisten derzeit verfügbaren Filmen nimmt man die Perspektive eines Mannes ein, der recht passiv Sex hat. Blickt man mit der VR-Brille nach unten, sieht man einen fremden, vermeintlich eigenen Körper, anfangs noch samt Klamotten. Meist bewegt sich der Körper so gut wie gar nicht - in anderen Videos wiederum eher zu intensiv.

In manchen Videos wie diesem Pool-Clip interagieren gleich zwei Frauen mit dem ziemlich passiven Protagonisten. Die Anzahl bekannterer Darstellerinnen und Darsteller hält sich bei den VR-Porno noch in Grenzen, das Ganze ist bislang eine Nische für Tech-Enthusiasten.

Für die VR-Brillen werden bislang auch vor allem Mainstream-Pornos produziert, Schönheitsideale und Sexpraktiken entsprechen dem Üblichen.

Dieses Bild stammt aus einem der wenigen Filme, in dem der Zuschauer in die Rolle einer Frau schlüpft. Der Darsteller wirkt durch die Oculus Rift ziemlich überdimensioniert. In anderen Clips mit Frauen als Hauptpersonen sind die Größenverhältnisse zumindest ein Stück weit realistischer. Es gibt auch schon einige Schwulenpornos mit VR-Effekten.

Während der Filme kann man zur Seite gucken: bei 120-Grad-Blickfeldern ein bisschen, bei 180-Grad-Blickfeldern ausreichend weit. Die Blicksteuerung eröffnet neue Optionen: Wer will, kann etwa diese Steckdose begutachten, während sich eine Darstellerin am vermeintlich eigenen Körper zu schaffen macht.

Einige Videos kommen auch mit einem 360-Grad-Blickfeld daher. Das Problem: Es passiert in der Regel nur in einer Richtung etwas Interessantes.

Bei den Videos mit 180-Grad-Blickfeld endet das Bild häufig an Raumwänden, der Sex selbst findet im Bett oder auf der Couch statt. Während sich solche Raumgrenzen gut akzeptieren lassen, wirken die Blickfelder bei 120-Grad-Videos zu klein.

Manche 360-Grad-Videos lösen das Problem des leeren, langweiligen Raums so, dass sie gleich mehrere Darstellerinnen aufbieten. In diesem Clip des Portals GivePornAHand ziehen sich um den Zuschauer herum vier Frauen aus. So hat man die Wahl, wem man als nächstes zuschaut. Ein Platzhalter für den eigenen Körper ist in diesem Video nicht zu sehen.

Einen ersten Eindruck von den VR-Pornos kann dieser Clip liefern, den VirtualRealPorn anlässlich von Halloween kostenlos ins Netz gestellt hat. Anschauen kann man ihn mit Geräten wie der Gear VR oder der Oculus Rift, aber auch mit Cardboard-Pappbrillen. Noch wird nicht jede Funktion der Brillen genutzt: So kann die Oculus Rift etwa erkennen, ob man sich vorbeugt - in VR-Pornos haben solche Bewegungen in der Regel aber keine Auswirkungen.

Im Halloween-Kurzfilm wird der zeitweise stattfindende Geschlechtsverkehr verpixelt, zumal es sich ohnehin mehr um einen Gruselfilm handelt: Im Laufe des Clips fällt mehrfach der Strom aus, zudem wird die Hauptdarstellerin von einem Zombie-Mädchen attackiert. Der Clip eignet sich so zum Beispiel, um Bekannten das Prinzip und den Effekt von VR-Videos näher zu bringen.

Auf Nachfrage bei VirtualRealPorn heißt es, dass die Produktion von VR-Filmen nicht viel anders sei als bei gewöhnlichen Pornos. Die Kamera müsse bei den Ich-Perspektive-Filmen der Firma in derselben Position bleiben, was die möglichen Handlungen einschränke. Die Postproduktion sei zudem teurer und aufwendiger als bei normalen Filmen.

Der Dreh ist auch für die Akteure herausfordernder: Sie müssen versuchen, auf den Zuschauer einzugehen, um so das Mittendrin-Gefühl zu stärken. Hintergründe zum Dreh eines VR-Pornos finden sich zum Beispiel in diesem "Motherboard"-Artikel. Wie genau VirtualRealPorn seine Videos filmt, verriet das Unternehmen auf Nachfrage nicht.

Die Cardboard-Brille der ersten Generation kostet nur wenige Euro und ist im Prinzip eine Papphalterung, in die man sein Smartphone steckt. Das Handy ist also gleichzeitig Computer und Bildschirm. Zudem werden die Sensoren des Handys benutzt, um Position und Lage des Nutzers zu erkennen. Google gab bisher an, mit dem Projekt keine eigenen kommerziellen Interessen zu verfolgen.

Der Grund, weshalb Google nun doch noch eine kommerzielle VR-Brille auf den Markt bringen will, könnte die Einführung einer neuen VR-Technologie im Android-Betriebssystem sein. Schon lange gibt es Gerüchte, der Konzern arbeite an einer Art Android VR. Damit könnte gemeint sein, dass bestimmte Virtual-Reality-Technologien direkt in das Betriebssystem integriert werden.

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1. Google arbeitet auch an seiner Glass...
whocaresbutyou 12.02.2016
... und das seit Jahren. Angekündigt für 2012, verschoben auf 2014, eingestampft in 2015. Was lernen wir daraus? Garnichts. Erst wird herumgedacht, dann wird gehyped, dann gewarnt und dann vergessen... Die Forschung an sich ist natürlich nützlich. Irgendwas davon wird sich irgendwann mal sicherlich irgendwo als nützlich erweisen. vermutlich... :o)
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