Technik erklärt: Was Sie über Bluetooth wissen müssen

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Den Begriff hat man schon oft gelesen und gehört, aber was hat es eigentlich auf sich mit Bluetooth? Was kann man damit machen? Wir erklären, was man über die populäre Funktechnik wissen und bei deren Nutzung beachten muss.

Funk statt Kabel: Das ist Bluetooth Fotos

Neulich hat mal wieder Kollege B. angerufen. Er gehört zu jenen Menschen, die moderne Technik gern benutzen, sich aber nicht mit den Details auseinandersetzen wollen. Nach dem Grundsatz "man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wen man anrufen muss" fragt er deshalb gerne bei mir nach, wenn er etwas nicht versteht oder unsicher ist. Diesmal wollte er wissen:

Was ist Bluetooth?

Ganz einfach: Bluetooth ersetzt Kabel. Digitale Daten, die man auch per USB, Netzwerk- oder Audiokabel von einem Gerät zum nächsten transportieren könnte, sendet Bluetooth per Funk. Die Reichweite beträgt zwischen zehn und und 100 Metern.

Wofür kann man Bluetooth benutzen?

Vor allem in mobilen Geräten steckt heute fast immer auch ein Bluetooth-Chip. Bei Handys, Tablet-PC und Mobilcomputern gehört er zur Grundausstattung. Sie nutzen Bluetooth, um drahtlos beispielsweise Kontakt zu Headsets, Kopfhörern, Lautsprecher oder Druckern herzustellen. In Autos wird Bluetooth genutzt, um das Handy mit Freisprechanlage und Autoradio zu verbinden, Sportler verwenden es, um die Aufzeichnungen von Sportuhren mit dem PC abzugleichen.

Wer hat's erfunden?

Die Bezeichnung Bluetooth geht auf den Wikinger Harald Blatand (Blauzahn) zurück, der im 10. Jahrhundert Dänemark zu einem Königreich vereinte. Das Bluetooth-Logo zeigt die Initialen HB in Runenform. Bluetooth wurde Ende der Neunziger Jahre von einem Firmenkonsortium entwickelt. Die Funktechnik sollte Infrarot-Verbindungen ersetzen, die immer wieder für Ärger sorgten, weil sie nur bei Sichtkontakt der zu verbindenden Geräte funktionieren.

Was ist Bluetooth-Pairing?

Um eine Verbindung zwischen zwei Bluetooth-Geräten herzustellen, müssen diese aneinander gekoppelt werden. Der Fachbegriff hierfür lautet Pairing. Je nach Gerät muss dazu eine Taste gedrückt, ein Kontrollfeld oder eine Software aufgerufen werden. Um den Verbindungsaufbau zu autorisieren, muss man in der Regel auf einem der Geräte einen Zahlencode eingeben, der entweder auf dem Bildschirm angezeigt wird oder im jeweiligen Handbuch vermerkt ist. Meist lautet er 1234 oder 0000.

Wodurch unterschieden sich die Bluetooth-Versionen?

Mittlerweile gibt es Bluetooth in mindestens acht zueinander kompatiblen Versionen. Aktuell ist die Bluetooth 4.0, das sich vor allem durch geringeren Stromverbrauch als seine Vorgänger auszeichnet. Seit Bluetooth 2.0 werden neue Varianten auch mit dem Kürzel "+ EDR" versehen, das auf höhere Datenübertragungsraten (Enhanced Data Rate) gegenüber den ersten Varianten hinweisen soll.

Was sind Bluetooth-Profile?

Die sogenannten Bluetooth-Profile legen fest, welche Daten zwischen zwei Bluetooth-Geräten ausgetauscht werden können. So bestimmen sie auch, welche Funktionen ein Bluetooth-Gerät beherrscht. Folgende Profile werden besonders häufig genutzt:

  • OBEX zum Austausch von Daten
  • HSP zum Anschluss eines Headsets
  • HFP wird von Freisprechanlagen in Autos verwendet
  • SAP, SIM und rSAP dienen dazu, einer Telefonanlage im Auto die Daten der im Handy eingelegten Sim-Karte bereitzustellen. So kann sich ein fest ins Auto eingebautes Telefon über deren Zugangsdaten ins Mobilnetz einbuchen.
  • A2DP wird verwendet, um Audiodaten zu übertragen. So kann man beispielsweise Musik vom Smartphone über das Autoradio oder einen drahtlosen Lautsprecher zuhause hören.

Wichtig: Alle Bluetooth-Profile funktionieren nur, wenn sie von beiden Geräten unterstützt werden.

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insgesamt 21 Beiträge
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1.
forenuser 10.10.2012
Bravo Herr Kremp, ich habe nicht einmal Apple gelesen ;-) Es geht also!
2. Toll, was es kann. Aber was ist mit ...
Volker_41 10.10.2012
... alledem was Es nicht kann? - kein Stereo (BT kann immer nur an einen Empfänger übertragen) - Audio wird meist in horrender Qualität übertragen - Die Verzögerung der Übertragung macht es schwierig darüber zu kommunizieren und unmöglich Filme/Spiele Bluetooth-Sound zu hören - 100 Meter ganz sicher nicht, dass ist nämlich rechtlich nicht zugelassen. Bei knapp 10 Metern ist Schluss, u.a. wegen der Datensicherheit! Bluetooth für reine Datenschieberei ja. Für wirklich gute Audioübertragung eindeutig nein! Außer natürlich bei den "Klangbüchsen", diesen Docking-Teilen, die ja für Ap*** gerade alle ziemlich alt aussehen.
3.
Baader 10.10.2012
Zitat von Volker_41... alledem was Es nicht kann? - kein Stereo (BT kann immer nur an einen Empfänger übertragen) - Audio wird meist in horrender Qualität übertragen - Die Verzögerung der Übertragung macht es schwierig darüber zu kommunizieren und unmöglich Filme/Spiele Bluetooth-Sound zu hören - 100 Meter ganz sicher nicht, dass ist nämlich rechtlich nicht zugelassen. Bei knapp 10 Metern ist Schluss, u.a. wegen der Datensicherheit!
Bluetooth (http://de.wikipedia.org/wiki/Bluetooth#Klassen_und_Reichweite) Klasse Max. Leistung Max. Leistung Reichweite im Freien[1] Klasse 1 100 mW 20 dBm ca. 100 m
4.
reinsge 10.10.2012
Zitat von Volker_41... alledem was Es nicht kann? - kein Stereo (BT kann immer nur an einen Empfänger übertragen) - Audio wird meist in horrender Qualität übertragen - Die Verzögerung der Übertragung macht es schwierig darüber zu kommunizieren und .....
Was meinen Sie mit "kein Stereo"? Natürlich überträgt Bluetooth nur an einen Empfänger, Stereo-Sound wird aber über A2DP sehr wohl übertragen. Ordentliche Bluetooth-Kopfhörer erzeugen einen guten Sound, mit Kabel ist es aber tatsächlich nach wie vor noch besser. Ich besitze die Philips SHB 9100/00, bin selbst Musiker und kenne mich mit Sound aus. Für mich genügen diese Kopfhörer allerdings im alltäglichen Gebrauch auf der Straße um Musik von meinem Handy kabellos zu hören. Die Audioverzögerung bei Übertragungen von Filmen etc. vom Notebook ist auch richtig, Videoplayer wie der VLC Player unterstüzen allerdings eine verzögerte bzw. beschleunigte Übertragung des Tons, die man millisekundgenau einstellen kann, damit Bild/Ton wieder synchron sind. Bei knapp 10 Metern ist auch nicht schluß, ich habe mit von meinem Handy bis gut 20-25 Meter entfernt und die Verbindung war noch gut. Dass Bluetooth noch kein Format für Audiophile ist, ist klar. Hoffentlich tut sich in dem Bereich noch einiges und man kann in Zukunft gänzlich auf teure Audiokabel verzichten.
5. prima beispiel
Ha.Maulwurf 10.10.2012
Zitat von forenuserBravo Herr Kremp, ich habe nicht einmal Apple gelesen ;-) Es geht also!
Prima Beispiel dafür, wie das bei diesem iJournalisten läuft. Sonst erwähnt er bei jeder passenden und vor allem unpassenden Gelegenheit seine Lieblingsfirma, aber wenn es darum geht, wer Bluetooth erfunden hat, reicht plötzlich ein schnödes Firmenkonsortium. "Was Sie über Bluetooth wissen müssen" ist offenbar nicht, wer es erfunden hat, sondern dass der Name auf den Wikinger Harald Blatand zurückgeht, der im 10. Jahrhundert Dänemark erfunden hat. Dafür hats im Text dann immerhin gereicht.
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