Wegen Verkaufserfolg in den USA Apple verschiebt weltweite Einführung des iPad

iPad-Fans in aller Welt müssen sich länger gedulden: Das Unternehmen verschiebt die internationale Auslieferung des neuen Touchscreen-Computers um einen vollen Monat. Als Grund nennt Apple den Verkaufsboom in den USA - man habe den Erfolg unterschätzt.

Matthias Kremp

Der Computer- und Unterhaltungselektronikkonzern Apple ist ein US-Unternehmen, durch und durch. Fans der Firma, die nicht innerhalb der 50 US-Bundesstaaten leben, haben das schon oft erleben müssen. Regelmäßig, wenn der Konzern neue Produkte vorstellt, müssen sie länger auf die neuen Gadgets warten, als die amerikanischen Kunden. So auch beim iPad. Erst einen Monat nach dem Verkaufsbeginn in den USA sollte die Auslieferung des Apple-Tablet auch in Europa und Asien beginnen. Jetzt wurde der Termin weiter verschoben.

Das Prozedere ist nicht neu, in dieser Formaber ungewöhnlich. Einige Produkte, die MacBooks etwa oder den iPod nano, liefert der Konzern weltweit aus, sobald neue Modelle vorgestellt worden sind. Bei besonders gefragten Neuheiten dagegen setzt Apple klare Prioritäten: Zuerst werden die Amerikaner beliefert, der Rest der Welt muss warten. Beim iPhone etwa lagen mehrere Monate zwischen dem Erstverkaufstag in den USA und der Einführung in Deutschland.

Bei Hardcore-Fans führt diese Politik zu teils ausgesprochen unvernünftigen Verhaltensweisen. Scharenweise pilgern seit Wochen Käufer in spe aus aller Welt in die USA, um sich ein iPad zu kaufen. Ein wenig Sightseeing passt meist auch in den Reiseplan, muss aber nicht sein. In Indien soll eine Apple-Anhänger mehr als 2000 Dollar für ein privat importiertes iPad gezahlt haben - viermal mehr als im Apple Store.

"Wir sind uns bewusst, dass viele Kunden enttäuscht sein werden"

Jetzt sorgt Apple selbst dafür, dass diese absurde Situation weiter anhält. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wird die Auslieferung des iPad für den Rest der Welt auf Ende Mai verschoben. Bis dahin will man sich darauf konzentrieren, die offenbar steigende Nachfrage in den USA zu befriedigen. Eine halbe Million der Touchscreen-Geräte sei bislang verkauft worden. Zudem gehe man davon aus, dass die Nachfrage die "bereitgestellten Mengen in den nächsten Wochen übertreffen" wird. Auch habe Apple bereits "eine große Stückzahl an Vorbestellungen für das iPad 3G zur Auslieferung Ende April entgegen genommen".

Die internationalen Preise sollen nun auch erst am 10. Mai bekanntgegeben werden. Ab diesem Datum soll es dann auch in Deutschland eine Möglichkeit zur Vorbestellung geben.

Apple schließt seine Mitteilung mit dem Satz: "Wir sind uns bewusst, dass viele Kunden auf der Welt, die auf den Kauf eines iPad warten, über diese Nachricht enttäuscht sein werden. Aber wir hoffen, dass sie zumindest über den Grund erfreut sind - das iPad ist bislang in den USA ein überwältigender Erfolg."

Das ist schön für Apple - und auch für seine Kunden in den USA. Fans im Rest der Welt scharren dagegen ungeduldig mit den Füßen.

mak



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Seite 1
TheBenne 27.01.2010
1.
Auch wenn man vielerorts Gemecker vernimmt, erfüllt das iPad genau meine Erwartungen. Schon lange bevor es vorgestellt wurde, habe ich mir ein Gerät gewünscht, welches ein Zwischending zwischen MacBook und iPhone darstellt. Ich fahre jede 2. Woche täglich 5 Stunden mit dem Zug und auf Dauer ist das iPhone einfach zu klein. Und dem MacBook will ich gammlige Regionalzüge nicht zumuten, einen Tisch sollte man schon darunter stellen. Ich werde also auf jeden Fall zuschlagen. Ich denke, damit kann man viel Spaß haben. Ich sehe mich auch schon mit meiner Freundin gemütlich im Bett den ein oder anderen Film anzuschauen und vor dem einschlafen dann noch ein bisschen lesen. Und für ein Apple Produkt ist der Preis der Hammer. Was ich auch gut finde, ist, dass man immer noch einen PC braucht. Wenn irgendwas damit ist, kann man es immer einfach wiederherstellen, ein Backup einspielen und hat das gleiche Gerät wie vorher. Das ist bei einem OS X Mac nicht ganz so einfach. Also, in mir hat Apple einen Käufer. 64 GB UMTS höchstwahrscheinlich.
das_schwampel 27.01.2010
2.
Na ja. Hat man ja in etwa erwarten können. Eigentlich ein iPhone für Rentner und Grobmotoriker. Dass es kein Flash kann, finde ich enttäuschend. Ansonsten ein innovatives Gerät, aber nicht revolutionär.
Mo2 27.01.2010
3. Wer`s braucht...
Ich bleibe lieber bei meinem kleinen, leichten, smarten Netbook. Finde ich irgendwie praktischer und es kann eh schon mehr als ich brauche.
Hagbard-Celine 27.01.2010
4. welche erwartungen ?
Zitat von sysopApple feiert den neuen iPad: einen buchgroßen Computer zum Berühren, angeblich perfekt für Bücher und Magazine, außerdem Spielkonsole, Multimediaplayer und abgespeckter Heimcomputer. Wird das Gerät den Erwartungen gerecht?
die erwartungen wurden "erschaffen". es ist ein technologieprodukt wie alle andere auch. achne, "apple" ist ja keine firma, es ist "lifestyle"... mögen die zielgruppen den rotz kaufen und sich (kurzzeitig) wohl dabei fühlen. apps´t mal schön
Hagbard-Celine 27.01.2010
5.
Zitat von TheBenneAuch wenn man vielerorts Gemecker vernimmt, erfüllt das iPad genau meine Erwartungen. Schon lange bevor es vorgestellt wurde, habe ich mir ein Gerät gewünscht, welches ein Zwischending zwischen MacBook und iPhone darstellt. Ich fahre jede 2. Woche täglich 5 Stunden mit dem Zug und auf Dauer ist das iPhone einfach zu klein. Und dem MacBook will ich gammlige Regionalzüge nicht zumuten, einen Tisch sollte man schon darunter stellen. Ich werde also auf jeden Fall zuschlagen. Ich denke, damit kann man viel Spaß haben. Ich sehe mich auch schon mit meiner Freundin gemütlich im Bett den ein oder anderen Film anzuschauen und vor dem einschlafen dann noch ein bisschen lesen. Und für ein Apple Produkt ist der Preis der Hammer. Was ich auch gut finde, ist, dass man immer noch einen PC braucht. Wenn irgendwas damit ist, kann man es immer einfach wiederherstellen, ein Backup einspielen und hat das gleiche Gerät wie vorher. Das ist bei einem OS X Mac nicht ganz so einfach. Also, in mir hat Apple einen Käufer. 64 GB UMTS höchstwahrscheinlich.
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