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Weltmeisterschaft in Las Vegas: Wettkampf der Drohnenflieger

Aus Las Vegas berichten und

Sie fliegen durch Wohnzimmer, Gärten - und auch um die Wette: Kleine Hobby-Drohnen werden per Smartphone oder iPad gesteuert, können mit ihren Kameras über Zäune schauen. In Las Vegas wurde nun die erste Drohnen-Weltmeisterschaft ausgetragen. Auch ein Deutscher flog mit.

SPIEGEL ONLINE

Es geschieht Merkwürdiges auf dem Außengelände der Unterhaltungselektronik-Messe CES: Zwischen Ausstellerzelten und Zuschauerscharen surren ungewöhnliche Flugobjekte durch die Luft. In teils irrwitziger Geschwindigkeit rasen die kleinen Quadrocopter um meterhohe Aufbauten herum, fliegen über Hindernisse und unter ihnen hindurch. Es ist die Weltmeisterschaft der Hobby-Drohnenpiloten, ausgerichtet von der französischen Firma Parrot, die in Las Vegas Werbung für ihre neue AR.Drone 2.0 macht, ein Fluggerät, das per Handy gesteuert wird und unterwegs mit einer HD-Kamera hochauflösende Videoaufnahmen machen kann.

Eigentlich ist Parrot auf Bluetooth-Zubehör spezialisiert. Die Firma baut Freisprecheinrichtungen, Kopfhörer und Lautsprecher. Aber Firmenchef Henry Seydoux hatte noch einen anderen Plan: Er wollte eine Drohne bauen, die jedermann benutzen und sicher steuern kann. Die Entwicklung dauerte Jahre, das Resultat ist die AR.Drone. Sie ist ein Quadrocopter, hat also vier Motoren und noch viel mehr Sensoren. Die sorgen dafür, dass die Drohne fast allein fliegen könnte. Gesteuert wird sie per Handy oder iPad. Eine App zeigt das Kamerabild auf dem Display an, je nachdem in welche Richtung man das Handy dreht und wendet legt sie los.

Hört sich einfach und ist es auch - solange man es langsam macht. "Man kann ziemlich schnell und leicht loslegen, das Fliegen wird nur schwer, wenn man etwas auf Zeit machen muss," sagt Henry Hemme. Der Mechatronikstudent aus der Nähe von Hannover ist 25 Jahre alt und gerade zum ersten Mal mit einem Flugzeug geflogen. Parrot hat ihn nach Las Vegas eingeladen, denn er ist einer der 15 besten Hobby-Drohnenpiloten der Welt und soll am Rande der Unterhaltungselektronik-Messe im Kampf um die Weltmeisterschaft der AR.Drone- Piloten antreten.

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11  Bilder
Hobby-Drohne: Luftraumüberwachung im eigenen Garten
Seit Mai 2011 hat er eine der 300 Euro teuren Parrot-Drohnen, "Es macht einfach Spaß und ist cool zu sehen, wenn man auf dem Handy das Bild von der Kamera hat," erklärt er, weshalb er Drohnenflieger geworden ist. "Ich bin auch zu Hause über unser Haus geflogen und hab' Bilder vom Garten für meine Mutti gemacht." Genau diese Technik hat Parrot bei der neuen Version der Drohne weiterentwickelt: Die Kamera liefert jetzt bessere Bilder, Flugvideos können leichter aufgenommen und ins Internet gestellt werden. Genau das nämlich scheint vielen Besitzern des Fluggeräts am Herzen zu liegen. Schon jetzt kann man fast 12.000 solcher Filme von Nutzern auf der Parrot-Website anschauen.

Wettbewerbsteilnehmer Hemme allerdings hatte dafür in den vergangenen Wochen wohl wenig Zeit, er musste sich auf das Finale der AR.Drone Challenges vorbereiten. Immerhin winkten dem Sieger 5000 Dollar Preisgeld. Ausgerechnet kurz vor dem Abflug ging noch etwas schief, seine Drohne flog gegen eine Wand, die Kamera brach ab. Folgen für seine Teilnahme hatte das zwar nicht, alle Teilnehmer werden für den Wettbewerb mit neuen Fluggeräten ausgestattet. Aber die eigene konnte er eben nicht mitbringen, etwa, um im Hotel zu trainieren.

Gewonnen hat am Ende ein japanischer Teilnehmer mit dem beunruhigenden Kampfnamen "Kamikaze". Hemme wurde zweiter. Doch auch ohne den Preis nach Hause zu bringen, kann er mit sich zufrieden sein. Den Titel des Deutschen Meisters kann er schon für sich reklamieren. Und eine kostenlose Reise nach Las Vegas hat ihm sein Hobby auch eingebracht. Nicht schlecht für jemanden, der einfach nur Spaß daran hat, mit seiner fliegenden Kamera übers Haus zu schauen.

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1.
redhead72 16.01.2012
Zitat von sysopSie fliegen durch Wohnzimmer,*Gärten - und auch um die Wette: Kleine Hobby-Drohnen werden per*Smartphone oder iPad gesteuert, können mit ihren Kameras über Zäune schauen. In Las Vegas wurde nun*die erste Drohnen-Weltmeisterschaft ausgetragen. Auch ein Deutscher flog mit. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,809024,00.html
Na, da werden sich ja bald auch die Paparazzi freuen können: dann werden Zäune und Mauern von Promi-Anwesen endlich kein unüberwindbares Hindernis mehr darstellen, und man bekommt alsbald aus der Luft z.B. gestochen scharfe Bilder von im Swimming-Pool pimpernden Promis. Und natürlich freuen sich bestimmt auch schon Polizei und (Hobby-)Detektive auf neue ungeahnte Möglichkeiten der Echzeitüberwachung. Was machbar ist, wird auch gemacht, und irgendwann natürlich auch eingesetzt werden. Gestern lief mal wieder - leider in einem Spartenkanal - 1984. Also dort sind Big Brother´s Möglichkeiten ja geradezu lächerlich altmodisch gegenüber dem, was mittlerweile möglich ist: heute würde der Dissident Winston Smith wohl direkt von einer Drohnen-Hellfire-Rakete eliminiert werden...
2. sry
felisconcolor 16.01.2012
Zitat von redhead72Na, da werden sich ja bald auch die Paparazzi freuen können: dann werden Zäune und Mauern von Promi-Anwesen endlich kein unüberwindbares Hindernis mehr darstellen, und man bekommt alsbald aus der Luft z.B. gestochen scharfe Bilder von im Swimming-Pool pimpernden Promis. Und natürlich freuen sich bestimmt auch schon Polizei und (Hobby-)Detektive auf neue ungeahnte Möglichkeiten der Echzeitüberwachung. Was machbar ist, wird auch gemacht, und irgendwann natürlich auch eingesetzt werden. Gestern lief mal wieder - leider in einem Spartenkanal - 1984. Also dort sind Big Brother´s Möglichkeiten ja geradezu lächerlich altmodisch gegenüber dem, was mittlerweile möglich ist: heute würde der Dissident Winston Smith wohl direkt von einer Drohnen-Hellfire-Rakete eliminiert werden...
aber was Parrot da macht ist doch schon seit Jahren kalter Kaffee. Wird halt nur gehyped, weil es eine Art "Jedermann Drohne" sein soll. Copter im Hobbybereich sind der Drohne um Lichtjahre voraus. GPS Hold, returne home Funktion, nach GPS Routen fliegen. Natürlich mit First Person View. Kamerahalterungen für vernünftige Spiegelreflex Kameras. Schlage mal vor in den entsprechenden Foren zu lesen. Oder nur mal ein paar Videos in den entsprechenden Plattformen anzuschauen. Dagegen ist die "Meisterschaft" Kinderkram. Ehrlich. Ach ja und das ist Hobby und hat nichts mit irgendwelchen Überwachungsphantasien zu tun. Nicht die Drohne überwacht. Es ist immer der Mensch dahinter.
3. ...
jimapollo 16.01.2012
Zitat von sysopSie fliegen durch Wohnzimmer,*Gärten - und auch um die Wette: Kleine Hobby-Drohnen werden per*Smartphone oder iPad gesteuert, können mit ihren Kameras über Zäune schauen. In Las Vegas wurde nun*die erste Drohnen-Weltmeisterschaft ausgetragen. Auch ein Deutscher flog mit. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,809024,00.html
Nicht nur per Smartphone und "iPad" - sondern mit Allem was iOS oder Android hat. Also auch allen anderen Tablets. Zudem mit allen Geräten die eine ad hock wifi Verbindung herstellen können, die Steuerungssoftware ist nämlich frei.
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