Vorschauversion Das ist neu bei Windows 10

Mit dem guten alten Startmenü soll Windows 10 an den Erfolg von XP und Windows 7 anknüpfen, die immer noch auf vielen Computern installiert sind. Hier die wichtigsten Funktionen der aktuellen Vorschauversion.

Von Matthias Mett


Windows 10 ist derzeit im Testbetrieb, die Versionsnummer 9 wird Microsoft bekanntlich überspringen. Mit jeder neuen Version kommen neue Funktionen hinzu. Wir haben die aktuelle Vorschauversion mit der sogenannten Buildnummer 9879 ausprobiert. Sie ist zur Zeit nur in englischer Sprache verfügbar.

Die Windows 10 Vorschauversion kann auf der Microsoft-Webseite heruntergeladen werden. Für eine einfache Installation lässt sich ein USB-Stick verwenden, oder man brennt die ISO-Datei auf eine DVD. Die kostenlose Software Windows USB/DVD Download Tool sorgt für die Installation der heruntergeladenen ISO-Datei auf einen USB-Stick und ermöglicht das Booten des Computers vom Stick aus.

Microsoft weist darauf hin, dass die Software nicht auf Systemen installiert werden sollte, mit denen aktuell wichtige Arbeiten verrichtet werden, da es in der Beta-Version noch zu Datenverlusten kommen kann.

Ein Windows-Manager hat kürzlich via Twitter versprochen, man werde von der Vorschauversion auf die auf die finale Version upgraden können, das sei zumindest Microsofts Absicht. Wer aber einen Testlauf machen will, sollte dafür einen Rechner haben, den er nicht im Alltag braucht.

Die Voraussetzungen und Vorgehensweise zur Installation der Beta-Version erklärt Microsoft hier.

Wer sich die neueste Testversion ansehen möchte, kann nach der Installation der Beta-Version in den PC-Settings unter "Update and recovery" und "Preview builds" die Einstellung "Fast" wählen und damit die aktuellste Version laden.

Microsoft plant, neue Funktionen nicht mehr ausschließlich über neue Versionen zu verteilen, sondern Windows mit Hilfe von Windows-Updates oder speziellen Updateroutinen zu aktualisieren. Eine ähnliche Vorgehensweise ist auch bei Windows Phone geplant. Alle Windows Phone 8 Benutzer sollen ein kostenloses Update auf Windows 10 bekommen. Microsoft gibt voraussichtlich auf der Entwicklerkonferenz Build Ende April 2015 den Erscheinungstermin für Windows 10 bekannt. Gerechnet wird mit der Veröffentlichung in der zweiten Jahreshälfte 2015.

Die auffälligste Neuerung in Windows 10 ist der Wiedereinbau des Startmenüs, das man aus älteren Windows-Versionen kennt. Dabei integriert Microsoft die Apps des Startbildschirms in das Startmenü. Windows erkennt automatisch, auf welchem Gerätetyp es installiert ist und schaltet entsprechend den Desktop mit Startmenü oder den Startbildschirm mit Kacheln ein. Diese Einstellung kann man später noch ändern und zwischen den Desktopvarianten umschalten.

Windows 10

Microsoft hat das aus älteren Windows-Versionen bekannte Startmenü wieder eingebaut. Die aus der eins "Metro" genannten Kacheloberfläche stammenden Apps sind jetzt auf der rechten Seite im Startmenü integriert. Dabei können die Apps durch Anfassen und Ziehen umsortiert werden. Außerdem kann man sie mit der rechten Maustaste entfernen oder ihre Größe verändern.

Die Höhe des Starmenüs lässt sich durch Ziehen am oberen Rand verändern. Dabei passt sich die Breite je nach vorhandenen Kacheln automatisch an. Aus dem Store installierte Apps erscheinen zuerst im Programmbereich. Anschließend kann man sie per Drag and Drop aus dem Programmbereich in den App-Bereich ziehen.

Der Beenden-Button befindet sich jetzt am oberen Rand des Startmenüs. Damit kann das System in den Ruhezustand versetzt, heruntergefahren oder neu gestartet werden. Links neben dem Beenden-Button befindet sich das Benutzersymbol. Damit kann man das Benutzerbild verändern, sich abmelden oder das System sperren. Häufig genutzte Dateien lassen sich über das Pfeilsymbol bei einigen Programmen auf der rechten Seite anzeigen.

Apps erscheinen nun wie klassische Windows-Programme in einem eigenen Fenster. Dabei sind wie bei Windows-Fenstern die Funktionen "minimieren", "vergrößern" oder "schließen" in der Titelzeile und im linken oberen Fensterbereich angeordnet. Das Fenster ist je nach App nur bedingt in der Größe veränderbar und lässt sich nicht stufenlos verkleinern.

Neu hinzugekommen ist das App Command Menü. Dort sind die Funktionen untergebracht, die sich auch in der Charms-Leiste befinden. Das Menü könnte zukünftig als Ersatz für die Charms-Leiste dienen, die sich nicht mehr direkt über die Ecken auf dem Desktop aufrufen lässt. Mit den Tastenkürzeln Windows-Taste + C kann man das neue Menü öffnen. Auf einem leeren Desktop erscheint stattdessen die Charms-Leiste wieder.

In den Startmenüeinstellungen der Taskbar kann man zwischen Startmenü und dem Startbildschirm aus Windows 8 umschalten. Die geänderten Einstellungen werden erst nach dem Ab- und Anmelden wirksam. Bei Einschalten des Startbildschirms schaltet sich das Startmenü im Desktop ab, nur der Startbutton bleibt in der Taskleiste sichtbar. Windows erkennt automatisch, ob es auf einem PC oder einem Tablet installiert ist und startet entsprechend die Oberfläche als Desktop oder in Kachel-Optik.

Für die Suche hat Microsoft einen neuen Suchbutton in die Taskleiste integriert. Die Suche öffnet ein Fenster, in dem der Suchverlauf und weitere Vorschläge angezeigt werden. Die Suche greift auf Microsofts Suchmaschine Bing zurück und zeigt die Ergebnisse im Browser an. Außerdem sucht sie auch lokale Elemente auf der Festplatte. Die Sucheinstellungen lassen sich in den PC-Einstellungen ändern, dort lässt sich auch der Suchverlauf löschen.

Neben dem Suchbutton hat auch der Button für den Task View Einzug gehalten. Mit dieser Aufgabenansicht ist es möglich, mehrere Desktops zu erstellen, die unterschiedliche Inhalte aufnehmen können. Dazu lassen sich neue Desktops in der Aufgabenansicht hinzufügen und auch wieder schließen. Das Konzept ist aus Linux bekannt, dort kann man je nach Desktop-Umgebung zwischen verschiedenen Konsolen umschalten.

Klassische Windows-Fenster lassen sich auf dem Desktop in den vier Bildschirmecken mit der Snap-Funktion andocken. Das funktioniert mit den klassischen Windows-Programmen genauso wie mit Apps. Da sich die meisten Apps aber je nach Inhalt nur auf ein bestimmtes Mindestmaß verkleinern lassen, überdecken sie beim Andocken andere Fenster.

Microsoft integriert Elemente aus der Systemsteuerung unter den PC-Einstellungen neu. In der auch schon aus Windows 8 bekannten Anwendung sind mittlerweile einige neue Funktionen hinzugekommen. Wichtige Punkte wie das Installieren und Deinstallieren von Programmen sind aber noch nicht implementiert. Möglicherweise löst in der finalen Version die App "PC-Einstellungen" die klassische Systemsteuerung ab. Die alte Systemsteuerung lässt sich zur Zeit aber weiterhin über die Charms-Leiste auf dem Desktop mithilfe der Windows-Taste + C im Menüpunkt "Setting" aufrufen.

Um die neueste Build Version von Windows 10 zu erhalten, stellt man in den PC-Settings unter "Update and recovery" die Auswahl "Fast" bei "Previous builds" ein. Damit kann man dann die neuesten Build-Versionen herunterladen. Diese Funktionalität könnte Microsoft zukünftig nutzen, um neue Funktionen für Windows bereitzustellen. Diese sollen zukünftig an alle Windows-10-Nutzer verteilt werden. Bei Windows Mobile will Microsoft die Updates ebenfalls so handhaben.

Neu ist auch das Notification Center, das alle Benachrichtigungen von Apps sammelt. Das Notification Icon befindet sich im Infobereich der Taskleiste. Damit sammelt das Notification Center alle Arten von App-Hinweisen an einem zentralen Ort, die bisher in unterschiedlichen Bereichen angezeigt wurden. App Notifications kann man für jede App einzeln in den PC-Settings unter "Search and apps" in "Notifications" einstellen. Ein neu angeschlossenes USB-Laufwerk beispielsweise zeigt das Notification Center hingegen nicht an.

Der Internet-Explorer in der aktuellen Build meldet sich noch mit Version 11. Neu ist, das Microsoft einen Button zur Bewertung von Webseiten hinzugefügt hat. Damit lässt sich die Darstellung einer Seite bewerten oder die Seite im Kompatibilitätsmodus darstellen. Eine Internetseite kann man per Drag and Drop dem Startmenü hinzufügen. Außerdem hat Microsoft dem Browser eine neue Rendering Engine mit dem Namen Edge spendiert.

In den Favoriten des Windows-Explorers lassen sich neue Favoriten mit einem Button in der Symbolleiste hinzufügen. Außerdem ist das Teilen nun über einen Share Button möglich, der auch aus der Charms-Leiste bekannt ist. Im Home-Bereich können Funktionen angepinnt werden: Über das Kontextmenü und "Pin to home" lassen sie sich anheften.

Der Windows Media Player soll jetzt auch den Codec H.265 unterstützen (den Nachfolger von H.264) und MKV-Dateien abspielen können. Bei den H.264 codierten MKV Testvideos funktioniert das problemlos. Die mit H.265 codierten MKV Testvideos konnte der Media-Player dagegen noch nicht wiedergeben, es erschien eine Fehlermeldung. Der VLC Mediaplayer wiederum konnte alle Testvideos darstellen.

Mit OneGet integriert Microsoft einen Paketmanager, wie er auch unter Linux bekannt ist. OneGet wird über die Windows PowerShell bedient, und kann Programme von der Kommandozeile aus installieren, die der Paketmanager dann direkt aus dem Internet herunterlädt. In OneGet können unterschiedliche Paketquellen eingestellt werden, aus denen sich dann Anwendungen installieren lassen.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels war zu lesen, die Vorschauversion werde sich voraussichtlich nicht auf die finale Version von Windows 10 upgraden lassen. Microsoft-Manager Gabriel Aul hat dies jedoch in Aussicht gestellt. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.



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insgesamt 133 Beiträge
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Seite 1
IronSky 10.12.2014
1.
die farben seit windows 8 sind einfach nur augenkrebserregend. ich hasse diese kinderoptik. windows 7 FTW!
emobil 10.12.2014
2. ganz vielversprechend
sieht das ja schon aus. WIN 8/ 8.1 habe ich verflucht und gemieden; aber 10 könnte mich zum BS-Wechsel verführen. Allerdings liegt, wie immer, der Teufel im Detail. So will ich z.B. unbedingt diese unsägliche Charms-Leiste abschalten können und zwar ohne in der Registry herumfuhrwerken zu müssen.
charlie95 10.12.2014
3. Wo ist da ...
was innovatives Neues? Alles nur Kosmetik und Beseitigung von Macken von Win8! Wird sicher auch wieder eine "Überspringerversion". Wenn Microsoft nicht den Support kündigen würde, blieben die meisten User sicher bei Win7 oder sogar bei XP.
csar 10.12.2014
4. Endlich ein Paketmanager
Vielleicht die wichtigste Änderung. Viele Entwickler sind deswegen schon auf Mac, etc. gewechselt und waren dann für Windows-spezifische Entwicklung verloren
Ragnar the Bold 10.12.2014
5.
wäh wäh wäh.... Ich mag die Kacheln, die Piktogramme sind eindeutig und farben kann man nach seinem Interesse wählen.
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