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Rettungsdrohne: Betrunkene Hummel gewinnt eine Million Dollar

Drohne im Schutzmantel: Gimball lässt sich von Hindernissen nicht abhalten Zur Großansicht
YouTube/ Flyability

Drohne im Schutzmantel: Gimball lässt sich von Hindernissen nicht abhalten

Ein Crash ist für sie kein Problem - die Kameradrohne Gimball kann von Wänden abprallen. Künftig soll sie bei Rettungsaktionen zum Einsatz kommen. In Dubai ist sie nun mit einem hoch dotierten Preis ausgezeichnet worden.

Sie sieht aus wie eine Pusteblume und irrt durch den Wald wie eine betrunkene Hummel. Kollidiert sie mit einem Baum, stößt sie sich federleicht ab und fliegt summend weiter. Die Kameradrohne Gimball der Schweizer Firma Flyability kann beispielsweise bei der Suche nach Verletzten in Katastrophengebieten helfen. Am Wochenende gewann sie beim internationalen Drones for Good Award der Vereinigten Arabischen Emirate.

Das Besondere an der Drohne Gimball ist ihre Schutzhülle. Gimballs empfindliche Teile sind in einem drehbaren Rahmen aufgehängt und von einem kugelförmigen Käfig umgeben. Auf diese Weise bleibt die Drohne auch bei einem Zusammenstoß stabil und kann sogar an Hindernissen entlangrollen. Durch den Käfig kann die Drohne Menschen auch anstupsen, ohne sie beispielsweise mit dem Propeller zu verletzen.

"Das Ziel bei diesem fliegenden Roboter war, die erstaunlichen Fähigkeiten von Insekten nachzuahmen, insbesondere dass sie mit Dingen zusammenstoßen können und danach weiterfliegen", erklärt Flyability-Mitbegründer Adrien Briod in einem Video. Er hoffe, dass Gimball auf diese Weise an Orte vordringen kann, die für herkömmliche Drohnen unerreichbar sind.

Der am Wochenende in Dubai verliehene Drones for Good Award ist mit einer Million Dollar dotiert und versteht sich als Drohnen-Weltmeisterschaft. Der Preis ist ausgeschrieben für "den besten Einsatz einer zivilen Drohne, die das Leben von Menschen verbessert".

Was es alles gibt: Kuriose Drohnen
Selfie-Drohne Airdog

Wer zu kurze Arme für einen Selfie hat, kann auch die Kameradrohne Airdog in die Luft schicken. Die Drohne folgt ihrem Nutzer von alleine und wird über seinen Sender gesteuert. Airdog kann fotografieren und filmen.
Mehr zur Airdog lesen Sie hier

Drohnenflug mit Videobrille

Sehen wie ein Vogel: Die Bilder der Kameradrohne Bebop lassen sich mit einer Videobrille in Echtzeit mitverfolgen. Gesteuert wird die Drohne über eine Smartphone-App.
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Paketkopter, die Drohne der Deutschen Post

Die Deutsche Post bezeichnet ihren „DHL-Paketkopter“ noch als Forschungsprojekt. Die Paket-Drohne wird testweise verwendet, um zum Beispiel dringend benötigte Medikamente vom Festland auf eine Nordseeinsel zu bringen. Auch Unternehmen wie Amazon testen Paketdrohnen.
Mehr zum DHL-Paketkopter lesen Sie hier

Disneys Puppenspieler-Drohne

Zurzeit gibt es nur ein Patent für diese Drohne - gebaut wurde sie noch nicht. Das Patent beschreibt Drohnen, die große Disney-Puppen auf Paraden oder in Freizeitparks steuern können. Dünne Drähte sollen die Drohnen mit den Armen und Beinen der Puppen verbinden.
Mehr zur Disney-Drohne lesen Sie hier

Pizza-Drohne statt Pizza-Bote

Um Fastfood noch schneller ausliefern zu können, haben bereits mehrere Entwickler Drohnen getestet. Schließlich eigenen sich solche Tests auch sehr gut als PR-Maßnahme. Das Bild zeigt den Drohnen-Testflug der Schnellrestaurantkette Domino’s.
Mehr zur Pizza-Drohne lesen Sie hier

Aufklärungsflüge durch Polizei-Drohnen

Mit Kameradrohnen lassen sich nicht nur Selfies und Naturfilme machen. So verwendet auch in Deutschland die Polizei seit einigen Jahren Polizeidrohnen zu Aufklärungszwecken. Die Drohnen könnten bei Hochwasser und Bränden hilfreiche Bilder liefern – sind aber bei Datenschützern umstritten.
Mehr zu den Polizei-Drohnen lesen Sie hier

Drohnen als Lichter-Spektakel

Für eine eindrucksvolle Werbeaktion sorgte vor zwei Jahren ein Drohnenschwarm am Londoner Nachthimmel. 30 Drohnen formten zum Kinostart des neuen Star Trek Films das vielen Science-Fiction-Fans bekannte Logo über der Tower Bridge.
Mehr zum Formationsflug über London lesen Sie hier

Drohnen aus dem Drucker

Künftig wird man sich Drohnen vielleicht nicht mehr fertig kaufen müssen, sondern sich zuhause das Grundgerüst per 3D-Printer ausdrucken. Steuerungstechnik und Motoren müssten freilich von Hand darauf montiert werden. Forscher der University of Virginia haben das schon mal ausprobiert
Mehr zu der gedruckten Drohne lesen Sie hier

Wartungs-Drohnen im Profi-Einsatz

Das Unternehmen Microdrones bietet verschiedene Drohnentypen für den kommerziellen Einsatz an. Dieses Exemplar wird zur Überprüfung von Stromleitungen eingesetzt. Die Geräte können bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und kosten fünfstellige Summen.
Mehr zu den Highspeed-Drohnen - und anderen Modellen - lesen Sie hier

Die Hochgeschwindigkeits-Drohne

Die meisten Drohnen, die man so zu Gesicht bekommt, bewegen sich eher langsam. Die Plexidrone ist da ganz anders. Bei einer Maximalgeschwindigkeit von bis zu 70 km/h könnte man sie durchaus verwenden, um sogar fahrenden Autos nachzustellen.
Mehr zur Plexidrone lesen Sie hier

Diese Drohne spinnt

So etwas können sich nur Forscher ausdenken: Ein kleiner Roboter umfliegt zwei gespannte Seile. Immer wieder stoppt er und schwebt auf der Stelle. Er beginnt vorsichtig, neue Seilverbindungen zu spannen, bis sich langsam ein stattliches Spinnennetz herausbildet. Erdacht und entwickelt wurde der Netze spinnende Flug-Roboter von Forschern und Architekten der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich.
Mehr zu der spinnenden Drohne lesen Sie hier

mei

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insgesamt 4 Beiträge
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1. For Good?
michelinmännchen 10.02.2015
Da fallen mir für andere, nicht gute Zwecke, sofort Einsatzmöglichkeiten ein.
2. ...eine bahnbrechende Erfindung
ratxi 10.02.2015
Zitat von michelinmännchenDa fallen mir für andere, nicht gute Zwecke, sofort Einsatzmöglichkeiten ein.
Das ist bei jeder Erfindung so. Die Augen der Betrachter sind naturgemäss sehr verschieden. Trotzdem ist diese Drohne eine bahnbrechende Erfindung, ich bin sehr begeistert. Sie könnte vielleicht sogar in verwinkelte Höhlen hinabfliegen, was bislang wegen der empfindlichen Propeller nicht gelang.
3. Der Rahmen hat einen Namen
noalk 10.02.2015
Es handelt sich dabei wohl um eine kardanische Aufhängung, wie sie z.B. in der Seefahrt zur Stabilisierung von Kreiselkompassen genutzt wird.
4. Weder innovativ noch bahnbrechend
cauchyriemann 11.02.2015
Leider ist die Idee ein 1:1 Plagiat, schade dass es dafür Preisgelder gibt. Vermutlich gab es auch wirklich innovative Ideen, die das Geld besser hätten gebrauchen können... Japan Ministry of Defense hat schon 2011 ein exakt identisches, flugfähiges Modell vorgestellt. Entwickelt für Rettungseinsätze etc. Einfach mal "Spherical flying machine Japan" googlen....kann mir auch kaum vorstellen, dass nicht eine Menge Patente verletzt wurden, auf Anhieb kann man jedenfalls einige finden.
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Fotostrecke
Drohnen im Einsatz: Krieg per Mausklick

Die wichtigsten Drohnentypen
"MQ-1 Predator"
Die "MQ-1 Predator" war im Jahr 1995 die erste Drohne, die bei der US-Luftwaffe zum Einsatz kam.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: rund 4.5 Millionen Dollar
Bewaffnung: zwei Luft-Boden-Raketen "AGM-114 Hellfire"
Maße: 8,23 m lang, 14,84 m Flügelspannweite
Reichweite: 3704 km
Flughöhe: max. 7620 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"MQ-9 Reaper"
Die "MQ-9 Reaper"(früher "Predator B") basiert technisch gesehen auf der "MQ-1 Predator". Sie ist aber für den Angriff optimiert, da sie die zehnfache Waffenlast im Vergleich zum Ursprungsmodell befördern kann. Eingesetzt wird sie von der US-Marine und Luftwaffe.

Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Stückpreis: 10,5 Millionen Dollar
Bewaffnung: bis zu 1361 kg
(z.B. Raketen der Typen "AGM-114 Hellfire" und "AIM-9 Sidewinder" oder Bomben der Typen "GBU-12 Paveway II" und "GBU-38 DAM")
Maße: 10,97 m lang, 20,12 m Flügelspannweite
Reichweite: 5926 km
Flughöhe: max. 15.400 m
Steuerung: Fernsteuerung durch einen Piloten
"RQ-7 Shadow 200"
Die "RQ-7 Shadow 200" dient bei der US Army und dem US Marine Corps zur Aufklärung. Sie ist seit 2003 im Einsatz und kann keine Ziele angreifen.

Hersteller: AAI Corporation
Stückpreis: 275.000 Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 3,4 m lang, 3,9 m Flügelspannweite
Reichweite: 125 km
Flughöhe: max. 4600 m
Steuerung: autonom, mit GPS
"RQ-4 Global Hawk" / "Euro Hawk"
Die "RQ-7 Global Hawk" wird als Langstrecken-Aufklärungsdrohne eingesetzt. Sie existiert in zwei Versionen. Die spätere (RQ-4B) wurde auch von der Bundeswehr als "Euro Hawk" eingeführt, ausgestattet mit Sensoren der deutschen EADS. Die Drohne ist wesentlich größer als "Predator", "Reaper" und "Shadow" und mit einem Strahltriebwerk ausgestattet.

Hersteller: Northrop Grumman
Stückpreis: 35 Millionen Dollar
Bewaffnung: keine
Maße: 13,53 m lang, 35,42 m Flügelspannweite (RQ-4A) bzw. 14,50 m lang, 39,89 m Flügelspannweite (RQ-4B)
Reichweite: 25.000 km (RQ-4A) bzw. 22.780 km (RQ-4B)
Flughöhe: max. 19.800 m
Steuerung: autonom, mit GPS


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