Kommende Apple-Neuheiten Das wird groß

Am Pfingstmontag startet in Kalifornien Apples Entwicklerkonferenz WWDC. Normalerweise geht es dort um Software und Tools für Programmierer - doch diesmal wird es anders.

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Aus San José berichtet


Apples World Wide Developers Conference, die WWDC, läuft normalerweise nach einem festen Schema ab. Traditionell findet sie im Moscone Center in San Francisco statt, die Keynote wird von Apple-CEO Tim Cook eröffnet, der ein paar besondere Projekte erwähnt, ein paar große Geschäftszahlen präsentiert.

Dann folgen die Chefs der verschiedenen Projektbereiche, die neue Versionen von Apple-Betriebssystemen und sonstigen Programmen vorführen. Zum Abschluss wird gelegentlich noch ein neuer Profi-Mac oder ein Notebook gezeigt, dann war's das. In diesem Jahr wird es anders sein.

Das fängt schon mit der Location an. Statt nach San Francisco hat Apple nach San José eingeladen, nur ein paar Meilen vom alten Hauptquartier des Konzerns und dem spektakulären Neubau in Cupertino entfernt. Vor allem aber hat Apple schon im Vorfeld mehrere Pressemitteilungen verschickt.

Mehr Siri

Zum einen die Meldung, dass Entwickler seit der Einführung des App Store insgesamt 70 Milliarden Dollar auf Apples Software-Plattform umgesetzt haben. Da der Konzern bei jedem App-Verkauf 30 Prozent Provision einkassiert, müssten über das System bisher also gewaltige 100 Milliarden Dollar eingenommen worden sein.

Zum anderen hat Apple eine neue Version von Swift Playgrounds angekündigt, einer kostenlosen App, mit der man am iPad das Programmieren in der Programmiersprache Swift lernen kann. Das Update erweitert die Software um Möglichkeiten, Roboter, Drohnen und sogar Musikinstrumente zu programmieren.

Wenn Apple solche Meldungen schon Tage vor der WWDC herausposaunt, kann das nur eines bedeuten: Es gibt viel zu erzählen. So viel, dass Kleinkram wie 70 Milliarden Dollar eben vorher raus muss.

Trotzdem wird es wie immer viel Software zu sehen geben. Ganz oben auf der Liste steht iOS 11. Bei dem wird es sicher Neuerungen bei der Sprachassistenzfunktion Siri geben. Zwar hatte Apple den Trend, künstliche Intelligenz in sein System einzubauen mit Siri losgetreten, mittlerweile jedoch sind der Google Assistant und Amazons Alexa funktionell besser. Ohnehin wird Siri ein Update brauchen, doch dazu später.

iOS 11

Ein weiteres neues Feature soll Gerüchten zufolge ein Dark Mode sein. Der würde schlicht dafür sorgen, die Hintergründe von Homescreen und Apps auf Schwarz umzuschalten. Der Grund: Bei einem iPhone 8 mit abgerundetem Bildschirm - das wahrscheinlich im September vorgestellt wird - könnte ein schwarzer Hintergrund den Übergang vom Display in den Rahmen kaschieren.

Vor allem aber würde ein Dark Mode Strom sparen. Pixel, die man nicht beleuchten muss, verbrauchen weniger Energie. Das gilt insbesondere, wenn Apple künftig OLED-Displays in seine Mobilgeräte einbaut, wie Beobachter vermuten.

macOS, WatchOS und tvOS

Genau so wenig wie man bisher über das nächste iOS weiß, ist über die kommenden Versionen der anderen Apple-Betriebssysteme bekannt. Die Geheimhaltung innerhalb des Unternehmens scheint derzeit gut zu funktionieren. Klar ist, alle drei Systeme werden Updates bekommen: macOS 10.13, watchOS 4, tvOS 11.

Bei allen ist eine tiefere Integration von Siri denkbar, Apple wird seine KI stärker in den Vordergrund stellen wollen. Zudem dürfte es Updates diverser Apps geben, allen voran iTunes, das immer noch von vielen Nutzern kritisiert wird.

Denkbar sind auch Verbesserungen bei Apple Health auf dem iPhone und der Workout-App auf der Apple Watch. Auch iPad-Varianten der Apps Health und Aktivität sind denkbar. Zudem fehlt bis heute eine Apple-Watch-Version der Podcast-App. Abzuwarten bleibt, ob eine Funktion zum Aufzeichnen des Schlafverhaltens in Apples Smartwatch integriert wird. Das Unternehmen hat vor Kurzem die auf Sleep-Tracking spezialisierte Firma Beddit übernommen, Interesse an dem Thema ist also vorhanden. Die Umsetzung bleibt aber unklar.

Neue iPads und MacBooks

Als nahezu sicher kann man annehmen, dass ein neues iPad Pro vorgestellt wird. Dessen Bildschirm werde minimal auf 10,5 Zoll vergrößert sein, heißt es in Gerüchten. Altes Zubehör passt also nicht mehr. Anzunehmen ist, dass gleichzeitig das 12,9 Zoll große iPad Pro aktualisiert wird, denn beide werden einen neuen, stärkeren Prozessor bekommen. Dazu wird es einen neuen Apple Pencil geben, der feinere Nuancen wiedergeben kann als das aktuelle Modell. Apple steht hier unter Zugzwang, seit Samsung das Galaxy Tab S3 mit einem sehr feinen Zeichenstift ausliefert.

Parallel dazu wird es neue Apple-Notebooks geben, oder zumindest fast neue. Letztlich wird es sich dabei um neue Versionen des im vergangenen Herbst eingeführten MacBook Pro mit Touchbar handeln. Weil Intel seine neuen Mobilprozessoren noch nicht liefern konnte, als diese an den Start gingen, musste Apple die erste Generation der neuen MacBooks noch mit der Vorgängergeneration bestücken. Jetzt werden die neuen Chips nachgerüstet, die etwas mehr Leistung und Ausdauer bringen dürften.

Ein Siri-Lautsprecher

Das berühmte "one more thing" der Keynote könnte dann aber ein für Apple vollkommen neues Produkt sein, ein vernetzter Lautsprecher mit Anbindung an die künstliche Intelligenz von Siri. Mit dem populären Echo hat Amazon vorgemacht, wie so etwas aussehen kann. Google zog mit dem Home nach. Nun ist Apple am Zug.

Aber auch hier funktioniert die Geheimhaltung bisher fast perfekt. Zwar gibt es Berichte wonach die Produktion der ominösen Musikbox schon begonnen hat, was auf eine baldige Markteinführung schließen lässt, doch Details sind über das Gerät nicht bekannt. Es lässt sich vermuten, dass eine solche Siri-Box irgendwie den schnurlosen AirPods-Kopfhörern ähnlich ist, funktionell aber viel mehr kann.

Vor allem dürfte es als Smarthome-Zentrale gedacht sein, über die sich via Apples Homekit-Technik vernetzte Geräte steuern lassen. Bisher ist dafür ein dauerhaft eingeschaltetes Apple TV im Haus nötig, dessen Arbeit der Siri-Lautsprecher künftig übernehmen könnte.

Genaueres dazu - und ob es womöglich noch Überraschungen gibt - werden wir am Pfingstmontag erfahren. Apple schert sich nicht um deutsche Feiertage und hat die Keynote für 19 Uhr am Montagabend angesetzt. Wir sind live vor Ort dabei und werden berichten, was es von Apple Neues gibt.



insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
alexschneider75 04.06.2017
1. "… ungleich kleinere San Jose"
San Jose ist grösser als San Francisco … ?
brooklyner 04.06.2017
2.
"Zum einen die Meldung, dass Entwickler seit der Einführung des App Store insgesamt 70 Milliarden Dollar auf Apples Software-Plattform umgesetzt haben. Da der Konzern bei jedem App-Verkauf 30 Prozent Provision einkassiert, müssten über das System bisher also gewaltige 100 Milliarden Dollar eingenommen worden sein." Irgendwas kommt mir an dieser Rechnung komisch vor. 30% von 70 Mrd. können doch nicht 100 Mrd sein, oder liege ich da falsch?
Freidenker10 04.06.2017
3.
Bin mal auf den nächsten großen Wurf gespannt. Jedes mal denkt man doch es gibt alles was es geben kann und schwupps kommt doch wieder irgendwas was man haben zu müssen glaubt. Die ständige Weiterentwicklung von vorhandenem meine ich nicht mal sondern die wirklich neuen innovativen Produkte wie seinerzeit das iPod, das Smartphone, die Flachglotze mit entsprechender Auflösung, dann das selbstfahrende Auto usw. Schon verrückt was die immer aus dem Hut zaubern...
brooklyner 04.06.2017
4.
Zitat von brooklyner"Zum einen die Meldung, dass Entwickler seit der Einführung des App Store insgesamt 70 Milliarden Dollar auf Apples Software-Plattform umgesetzt haben. Da der Konzern bei jedem App-Verkauf 30 Prozent Provision einkassiert, müssten über das System bisher also gewaltige 100 Milliarden Dollar eingenommen worden sein." Irgendwas kommt mir an dieser Rechnung komisch vor. 30% von 70 Mrd. können doch nicht 100 Mrd sein, oder liege ich da falsch?
Ah, beim nochmaligen Lesen erschloss sich mir dann doch der Sinn des Satzes :)
w.diverso 04.06.2017
5. Eine kleine Hilfe.
Zitat von alexschneider75San Jose ist grösser als San Francisco … ?
Das "ungleich" steht so verwendet für bedeutend. Alles klar? Auch wenn Steve Jobs Apple sehr abgeht, haben sie scheinbar immer noch genügend kreative Köpfe und auch gute Kaufleute dort. Was insofern auch nicht unwichtig ist, weil neben (teilweise) interessanten Produkten vor allem der Aktienkurs von Apple brav steigt.
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