Xbox One: Microsoft verbietet Konsolen-Käufern Sammelklage

Xbox One: Neuer Ärger um die neue Microsoft-Konsole Zur Großansicht
Microsoft

Xbox One: Neuer Ärger um die neue Microsoft-Konsole

Wer die Xbox One vorbestellt, verzichtet gleichzeitig darauf, sich an einer Sammelklage zu beteiligen. Außerdem befürchten Spieler, dass die Konsole nicht funktionieren wird, wenn sie das Gerät mit auf Reisen nehmen.

Microsoft sichert sich ab: Wer eine Xbox One bei dem Konzern vorbestellt, muss auf sein Recht verzichten, sich an möglichen Sammelklagen gegen Microsoft zu beteiligen. Wie das Portal Neowin.net unter Verweis auf die Microsoft-Geschäftsbedingungen erklärt, stimmen die Käufer mit der Anerkennung der AGB zu, sich in Streitfällen einem Schlichtungsverfahren zu stellen. Microsoft erwähnt die Klausel auf einer Infoseite, neben den technischen Voraussetzungen für den Betrieb der neuen Spielkonsole.

Bei Sammelklagen genügt es, wenn ein Kläger sich gegen den Beklagten durchsetzt. Alle weiteren Personen, die nachweisen können, dass auf sie die dieselben Rahmenbedingungen zutreffen, können beispielsweise dieselben Schadenersatzahlungen einfordern. In den USA ist diese Klageform weitverbreitet und bei manchen Anwälte beliebt, weil sie hohe Honorare verspricht. In Deutschland sind Sammelklagen bisher nicht möglich.

Microsofts Infoseite zur Xbox One ist zudem zu entnehmen, dass die neue Spielkonsole möglicherweise nicht in allen Ländern funktionieren wird. Demnach benötigen Spieler einen "Xbox Live Account in einem von der Xbox One unterstützten Xbox-Live-Land". Das könnte bedeuten: Wer seine Konsole in einem Land benutzen will, wo es die Konsole noch nicht offiziell zu kaufen gibt, kann mit dem Gerät dort nichts anfangen.

Fotostrecke

30  Bilder
Xbox One, Playstation 4: Die neuen Spielkonsolen im Überblick
Auf Anfragen von verunsicherten Spielern antwortet Microsoft nur vage. Ein Nutzer fragte Microsoft per Twitter: "Xbox One soll Spiele blockieren, wenn man sich außerhalb der IP-Grenzen eines unterstützten Landes aufhält? Was, wenn ich viel reise?" Darauf antwortet das Support-Team: "Du wirst wieder spielen können, wenn du zu Hause bist. Ich reise mit einer Xbox 360 um unterwegs zu spielen."

Dem Nachrichtenportal "The Verge" antwortete Microsoft, dass die Xbox One dieses Jahr in 21 Ländern verfügbar sein wird. Ähnlich wie die Film- und Musikindustrie müsse man länderspezifische Richtlinien beachten, bevor man dort ein Produkt verkaufe. "Das bedeutet, dass Spiele in allen geografischen Regionen funktionieren werden, für die sie freigegeben worden sind, so wie heute die Xbox 360." Die Konsole sei nicht geografisch eingeschränkt, der Xbox-Live-Account, die Inhalte, Apps und Erfahrungen seien aber "an das Land der Rechnungsanschrift und der Herkunft gebunden".

Die Xbox One wird im November dieses Jahres in den Handel kommen und 499 Euro kosten. Microsoft hat bereits vor einer Woche mit der Ankündigung eines strikten Online-Zwangs für Unmut bei den Xbox-Fans gesorgt. Das Unternehmen erklärte, dass die Konsole alle 24 Stunden mit dem Internet verbunden werden muss. Ansonsten werden auf dem Gerät keine Spiele mehr funktionieren.

jbr

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 71 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Ladenhüter?
EvilGenius 14.06.2013
Ich sehe derzeit wirklich keinen Grund, so ein Gerät zu kaufen, aber etliche, die dagegen sprechen...
2. Wer kauft sowas?
Servo 14.06.2013
Zitat von sysopMicrosoft Wer die Xbox One vorbestellt, verzichtet gleichzeitig darauf, sich an einer Sammelklage zu beteiligen. Außerdem befürchten Spieler, dass die Konsole nicht funktionieren wird, wenn sie das Gerät mit auf Reisen nehmen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/xbox-one-microsoft-verbietet-konsolen-kaeufern-sammelklage-a-905755.html
Ich wünsche Microsoft null Kunden für das Gerät. Was soll der Mist denn? Wie kann es sein, dass einem ein Hersteller vorschreibt, wo man sein Produkt einsetzen darf und wo nicht? Es scheint mir, dass die totale Überwachung in immer mehr Lebensbereiche Einzug hält Oder gibt es gar eine Direktverbindung der Konsole zum CIA, FBI oder sowas? Dann kann man einem "Killerspieler" direkt die Elitetruppen ins Haus schicken.
3. Und weiter geht es...
Tyrion76 14.06.2013
... mit dem 'Wir treten unseren ach-so-geschätzten Kunden vors Schienbein'-Reigen aus dem Hause MS. Einen Kunden haben sie definitiv verloren...
4. optional
Christian S. 14.06.2013
Glücklicherweise gibt es genügend alternative Spielgeräte, so dass man sich auf diesen Kontrollwahn von Microsoft nicht einlassen muss.
5. Dr.
braintainment 14.06.2013
Das ist doch nur noch krank! Geschlossen in den Käuferstreik sollte man treten, um diesen Unternehmen einmal ganz deutlich zu machen, was man von deren Geschäftsgebahren hält!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gadgets
RSS
alles zum Thema Xbox One
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 71 Kommentare
Zum Autor


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.