75 Jahre Zuse Z3 Als die Maschinen rechnen lernten

Vor 75 Jahren präsentierte der deutsche Ingenieur Konrad Zuse seinen Z3. Er gilt vielen als erster Computer. Erst vor einigen Jahren fand man heraus, was die Maschine wirklich konnte.

Ein Nachbau des Zuse Z3
DPA

Ein Nachbau des Zuse Z3


Als Konrad Zuse am 12. Mai 1941 seinen Z3 präsentierte, wusste er vielleicht gar nicht, was er da erschaffen hatte. Die Maschine war dafür gedacht, mechanische Eigenschaften von Flugzeugen zu berechnen. Das konnte sie auch, und zwar mithilfe von elektromagnetischen Schaltern und - wie moderne Computer - mit dem Binärsystem, also mit Einsen und Nullen.

Doch wie der Informatiker Raúl Rojas 1997 zeigte (PDF), konnte der Z3 noch viel mehr: Mit einigen Kniffen hätte man ihn in einen universellen Computer verwandeln können, der im Prinzip wie ein moderner Rechner gearbeitet hätte. Für viele ist Konrad Zuses Erfindung damit der erste moderne Computer. Zum 75. Jubiläum der wegweisenden Konstruktion haben wir einige Vorgänger und Nachfolger des Z3 in der folgenden Fotostrecke zusammengestellt:

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olivervöl 12.05.2016
1. Computer für den Krieg
Bei dem so harmlos klingenden Zweck "mechanische Eigenschaften von Flugzeugen" handelte es sich um fliegende Bomben. Mit über 30 beschädigten oder versenkten Kriegsschiffen war der mit Zuses Hilfe gesteuerte Henschel Hs 293 der bis zur Einführung der Exocet der weltweit erfolgreichste Seezielflugkörper. Auch die in den USA, GB und SU zur gleichen Zeit entwickelten Computer dienten militärischen Zwecken. https://de.wikipedia.org/wiki/Henschel_Hs_293
kugelsicher, 12.05.2016
2. Turing
Und wie wichtig diese Entwicklung war sieht man der "Turing Bombe". Hätten die Alliierten die Enigma nicht genauso geknackt wie sie sie geknackt haben, hätte Hitler den 2. Weltkrieg sehr wahrscheinlich gewonnen. Das sagte Churchill, und Historiker unterstreichen das. Und dann wäre sicher einiges bis alles anders verlaufen.
reflexxion 12.05.2016
3. nette Historie mit kleinem Fehler
Der erste portable PC war von Compaq, der sah seltsamerweise schon genauso aus wie später das IBM Modell, also Tastatur als Deckel vor dem 9"-monochrome Monitor dazu 5,25" Diskette und auf Wunsch auch eine Festplatte. Ich hatte damals so einen in meiner Firma, zum tragen war er ähnlich angenehm wie eine tragbare Nähmaschine - die Größe war ja auch so in etwa identisch. Laut Wikipedia kam der Compaq im Januar 1983 in den Handel der IBM erst im Februar 1984.
heinrich-wilhelm 12.05.2016
4. Und?
Der Krieg ist( leider) der Vater vieler Dinge. Das mindert aber nicht die Leistung Zuses. Siehe auch Nobel,v.Braun,Daimler etc,etc...
rroseselavie 12.05.2016
5. leibniz
seine rechenmaschine wäre es wert gewesen, aufgeführt zu sein.
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