Bei den PC-Spielen sahnten beim Kindersoftware-Preis Tommi mit Sims 3 (Platz eins) und Anno 1404 (Platz drei) vor allem Vertreter zweier populärer Serien ab. Immerhin: Platz zwei ging an das Wissensadventure "Bei den Wikingern".
Bei den Konsolenspielen dominieren Bewegungstitel: Auf dem ersten Platz steht hier ein Favorit. "Wii Sports Ressort" steht schon fast stellvertretend für all die Nintendo-Spiele, bei denen man eben nicht auf der Couch sitzend an Controllern rüttelt, sondern den eigenen Körper ordentlich schütteln muss. Das fanden auch die Kinder unschlagbar, die sich allerdings auch vom schrägen Konzept des interaktiven Brettspiels "Freibeuter der Karibik" überraschen ließen (Platz zwei). Die Mischung aus klassischem Brettspiel und Sounds und Ereignisse zuliefernder Konsole stach die meisten Mitbewerber großer Spielehersteller aus.
"Lips", Microsofts Antwort auf die Playstation-Reihe Singstar, brachte es auf den dritten Platz: Auch die Singstar-erfahrenen Karaoke-Profis fanden klasse, wie viel Flexibilität das Spiel erlaubt - vom Aufspielen eigener Musik bis hin zur Auswahl aus einer riesigen Online-Liederdatenbank.
Den Sonderpreis Kindergarten und Vorschule gewann in diesem Jahr die Software "Den Zoo entdecken". Der gelungene Mix aus Realfilmen und lehrreichen Minispielen "unterstützt die pädagogische Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern", befand die Jury. Weil nicht nur die kognitiven Fähigkeiten gefordert werden, sondern auch der Spielspaß nicht zu kurz kommt, fanden das auch die testenden Kinder klasse.
Der Tommi
Zum zweiten Mal machte der Deutsche Kindersoftware-Preis Tommi das finale Testen und Auswählen der besten Kindersoftware-Titel des Jahres zum öffentlichen Prozess: Auf die Phase der Vorauswahl durch eine kompetente Fachjury folgte eine Test- und Bewertungsphase, in deren Verlauf Kinder unter Anleitung Gelegenheit bekamen, die zur Wahl stehenden Titel näher in Augenschein zu nehmen. Seit dem letzten Jahr geschieht das in kooperierenden öffentlichen Bibliotheken, die mit den notwendigen Spielgeräten (PC, Spielekonsolen und mobile digitale Spielgeräte) ausgerüstet wurden. Über die Zahl der teilnehmenden Kinder kann sich Thomas Feibel, einer der Initiatoren des Preises, kaum beruhigen: "1900 Kinder haben teilgenommen. Ist das nicht sensationell?"
Es ist immerhin mehr als eine Verdoppelung der Teilnehmerzahlen vom Vorjahr (2008: 900 Kinder) und damit auch ein Indikator für die zunehmende Popularität des Kindersoftware-Preises und des öffentlichen Bewertungsverfahrens. Nachdem im letzten Jahr zwölf Stadtbibliotheken am Juryprozess teilgenommen hatten, kamen 2009 drei weitere hinzu. Sechs- bis dreizehnjährige Kinder, die die 20 für ihre Altersklasse vorgeschlagenen Titel testen und bewerten wollten, konnten sich über die Web-Seite des Tommi bewerben, oder direkt bei den teilnehmenden Bibliotheken (Liste siehe Info-Kasten am linken Seitenrand).
Beim Tommi werden jeweils drei PC- und Konsolentitel ausgezeichnet. Dazu kommt der Sonderpreis Kindergarten und Vorschule, der von einer akademischen Fachjury um den Medienpädagogen Stefan Aufenanger, Professor an der Uni Mainz, vorausgewählt und von Kindergartenkindern bewertet wurde. Zur Wahl standen in diesem Jahr drei von Aufenagers Team nominierte Titel für die Kleinsten.
Ausgerichtet wird der Tommi von der Zeitschrift für Eltern und Kinder "spielen und lernen" und vom Büro für Kindermedien Feibel.de. Unterstützt wird der Deutsche Kindersoftware-Preis in diesem Jahr durch den Deutschen Bibliotheksverband, ZDF tivi, die Stiftung Lesen und die Frankfurter Buchmesse.
pat
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