Frage: Wie bist du auf die Idee gekommen, die Erde von Pixeln angreifen zu lassen?
Patrick Jean: Die Grundidee bestand darin, mit Pixelkunst und Realität zwei verschiedene grafische Welten zu verbinden - und dann zu sehen, was passiert: Würde eine der beiden die andere auffressen? Das Konzept von "Pixels" ist vergleichbar mit dem Film "Roger Rabbit". Auch dort gibt es Cartoon-Elemente, die nicht wie reale Elemente agieren. In unserem Film reagiert zum Beispiel der Arkanoid-Ball nicht auf Schwerkraft, er verhält sich wie im Spiel.
Frage: Welche Aussage wolltest du mit "Pixels" treffen?
Jean: Die Bedeutung kann man sich selbst aussuchen: eine ökologische Botschaft, ein terroristischer Angriff auf New York, eine Fabel über das Numerische, das in unser Leben eindringt, oder einfach eine Invasion von Retro-Videospielcharakteren. Ich möchte das dem Betrachter überlassen. Das ist für mich sehr wichtig beim Filmemachen.
Frage: Warum hast du dir ausgerechnet Retro-Videospielcharaktere ausgesucht?
Jean: Weil ich all diese Spiele gespielt habe, als ich jung war. Und weil es einfallsreicher und lustiger ist als Aliens, die wieder mal die Erde heimsuchen.
Frage: Wie aufwendig war die Produktion?
Jean: Ich habe die Aufnahmen an zwei Tagen zusammen mit meinem Freund und Kameramann Matias Boucard gemacht. Wir sind mit einer Canon Mark II und einigen Objektiven nach New York geflogen. Der Schnitt und die Postproduktion haben dann rund fünf Monate gedauert. Die Firma One More Production, bei der ich angestellt war, hat zwischen 5000 und 10.000 Euro in den Film investiert, hauptsächlich für den Trip nach New York.
Frage: Millionen Menschen haben "Pixels" gesehen, er wurde von zahlreichen Fernsehsendern gezeigt und sorgte rund um den Globus für Aufsehen. Hast du mit so viel Aufmerksamkeit gerechnet?
Jean: Nein. Es war ein große Überraschung zu sehen, wie schnell er sich verbreitet hat. Wie ein Virus: eine Millionen Views in 24 Stunden.
Frage: Welche Reaktion hat dich in der Zeit danach am meisten überrascht?
Jean: Die ganzen Hollywoodagenten und -studios, die einen Tag nach Veröffentlichung angerufen haben.
Frage: Inwiefern werden Videospiele die Filmindustrie oder die Zukunft des Filmemachens verändern?
Jean: Um ehrlich zu sein, interessieren mich die aktuellen, hyperrealistischen Videospiele nicht. Ich bevorzuge den Minimalismus der altmodischen Spiele. Ich denke, das ist ziemlich offensichtlich, wenn man sich meinen Film ansieht.
Frage: Letzte Frage an einen, der es wissen muss: Wie gefährlich sind Videospiele für die Menschheit?
Jean: Sehr gefährlich! Eines Tages werden wir alle zu Pixeln und als Kästchen enden.
Das Interview führte Ole Schley, GEE
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