Nur zwei kurze Jahre hat es gedauert, bis die Entscheidung des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), der Leipziger Games Convention die Unterstützung zu entziehen und stattdessen die wichtigste Messe für elektronisches Spiel in Köln zu verankern, Tatsachen geschaffen hat. Die Games Convention, einst Lieblingsmesse der Spielefans, fand als Fachmesse quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, während die Gamescom in den letzten Woche hunderttausende Besucher anzog.
Zum Abschluss der Messe ließ deren Presseabteilung Superlative regnen. Mehr Aussteller (505 gegenüber 458 im Vorjahr) lockten mehr Besucher (254.000 gegenüber 245.000 im Vorjahr). Dazu gab es allerdings das flankierende Festival, das noch einmal von rund 100.000 Menschen besucht worden sein soll.
Damit hat sich die Gamescom zumindest in Bezug auf die Besucherzahlen als erfolgreichste E-Spielemesse der Welt etabliert. Die Tokyo Game Show könnte hier Ende September noch nachziehen, lag aber schon im Vorjahr rund 60.000 Besucher hinter der Kölner Industrie-Leistungsshow zurück. Die E3 hingegen, die Anfang Juni als reine Fachmesse weltweit Trends setzt, ist mittlerweile ein Einladungs- und Fach-Event mit vergleichsweise bescheidenen Besucherzahlen, aber nach wie vor einigem Einfluss.
Zufrieden verbuchten Vertreter der Messe Köln sowie des Branchenverbandes BIU Indizien, dass die Wahrnehmung der Messe auch international wachse: So stieg der Anteil ausländischer Aussteller um rund 15 Prozent - 46 Prozent der Aussteller kamen aus dem Ausland. Zwar hatte es die Vorstellung der großen Innovationen bereits auf der CES und der E3 gegeben, aber immerhin rund 200 neue Spieletitel waren in Köln vorgestellt worden. Das ist ein Hinweis auf die eigentliche Bedeutung der Gamescom für die Branche: Ihr Termin macht sie zur idealen Handelsplattform für die Deals zum Weihnachtsgeschäft. Vor Ort war von Seiten der deutschen Vertreter etlicher internationaler Spielefirmen zu hören, dass das Interesse an und die Unterstützung für den Kölner Event von Seiten der internationalen Firmenleitungen deutlich gewachsen sei.
pat
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