Von Mathias Mertens
Es beginnt mit dem Geräusch eines fahrenden Zuges, einer Aufblende auf das Innere des Abteils, dem kleinen Schriftzug "Half-Life" in der Mitte des Bildschirms und einer angenehmen Frauenstimme aus einem Lautsprecher: "Guten Morgen und willkommen im Black-Mesa-Transitsystem. Dieser automatische Zug dient der Sicherheit und Bequemlichkeit des Personals dieser Forschungsanstalt. Es ist 8 Uhr 47. Die Temperatur an der Oberfläche beträgt 31 Grad. Wir erwarten heute eine Höchsttemperatur von bis zu 40 Grad."
Als ich "Half-Life" vor zwölf Jahren das erste Mal gespielt habe, war ich gefangen von dem ungewöhnlichen Auftakt. Ich fuhr minutenlang durch die Gegend, ohne dass ich etwas machen konnte, außer mich im Abteil umzusehen oder den riesigen unterirdischen Komplex durch die Fensterscheiben zu betrachten, in den ich einfuhr. Ich genoss die Vorfreude, gleich in einer so ausladenden Umgebung spielen zu können. Begleitet wurde dieses Gefühl von wachsender Spannung, denn unterschwellig wirkten Synthesizerakkorde auf mein Bewusstsein, die zwischen Musik und nachhallendem Fabrikgeräusch schwankten und offen ließen, ob ich mich jetzt gruseln oder absolut entspannt sein sollte.
Als "Half-Life" im Oktober 1998 auf den Markt kam, hatte es die beste Grafik, die man je bei einem Game gesehen hatte - was allerdings nichts Besonderes war, weil das seit 1972 ein ästhetischer Grundsatz ist: Jedes neue Spiel sieht immer viel besser aus als alle Spiele zuvor - detailreicher, naturgetreuer, fotorealistischer. Was erstaunlich ist: "Half-Life" braucht sich auch heute, zwölf Jahre und "Half-Life 2", "Doom 3", "Far Cry", "Bioshock" und viele andere Spiele später, nicht zu verstecken. Während "Doom 2" und "Quake" mittlerweile wie eine Antiquität aussehen und älter wirken, als sie eigentlich sind, erscheint "Half-Life" wie die erste Fassung moderner 3D-Grafik.
Der Spieler gleitet durch "Half-Life" wie auf Schienen - hat aber stets das Gefühl, dass sein Handeln für alles verantwortlich ist
Mit der Erfahrung des ersten Spielens im Gepäck erkenne ich bei der erneuten Fahrt hinein in den Black-Mesa-Komplex Überraschendes: Es ist alles schon da, das ganze Spiel offenbart sich in diesen ersten fünf Minuten. Aus dem Lautsprecher kommen unmissverständliche Anweisungen:
"Bitte halten Sie Ihre Arme und Beine stets innerhalb des Zuges. Versuchen Sie nicht, die Türen des Zuges zu öffnen, bevor dieser an einer Haltestelle zum völligen Stillstand gekommen ist. Sollte ein Notfall eintreten, werden die Passagiere gebeten, sitzen zu bleiben und auf weitere Anweisungen zu warten. Falls ein Verlassen des Zuges unumgänglich sein sollte, bitte verletzte Personen zuerst evakuieren. Bitte halten Sie Abstand zu den Schienen, da diese unter Strom stehen. Begeben Sie sich zu einer Notfallstation, bis Hilfe eintrifft." Und dann nach einer längeren Pause: "Zur Erinnerung: Der Zehnkampf auf dem Black-Mesa-Gefahrenkurs beginnt heute abend um 19 Uhr auf Level 3."
Auf anderen Social Networks posten:
Vielleicht, weil das Spiel Fallout 3 heißt. Es geht um den radioaktiven Fallout und nicht darum, irgendwo (aus einem Bunker) "heraus zu fallen". Im übrigen hat Fallout 1 schon alles, was Fallout 3 auszeichnet (bis auf [...] mehr...
... ja! Vorgemerkt. Merci! mehr...
Da muss ich Ihnen recht geben, neben System Shock und Deus Ex sicherlich eines der genialsten und detailverliebtesten Spiele überhaupt. Allein die schiere Größe, das muss man dann mal mit einem Quickie wie Mafia 2 vergleichen... mehr...
Vermutlich weil es kein Egoshooter ist, sondern ein Action-RPG. mehr...
Warum wird dieses Spiel hier nicht erwähnt? Nach HL1, Unreal und Stalker ist Fall Out 3 das Spiel, auf das ich immer gewartet hatte. Noch komplexer als DeusX. Ich habe das Ende schon gesehen, aber es steht einem frei, [...] mehr...
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