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Alienware Alpha ausprobiert: Windows-PC mit gewissen Vorzügen

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Alienware Alpha: Der Versuch, den Komfort der Konsole mit den Eigenschaften eines PCs zu kombinieren Zur Großansicht
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Alienware Alpha: Der Versuch, den Komfort der Konsole mit den Eigenschaften eines PCs zu kombinieren

Die Alienware Alpha ermöglicht es, per Steam gekaufte Computerspiele bequem auf dem Fernseher zu spielen. In der Praxis funktioniert das ordentlich, trotzdem sollte man sich den Kauf des Wohnzimmerrechners genau überlegen.

Der Anfang ist denkbar einfach. Ein großer Karton, darin ein Gerät von der Größe einer großen Pralinenschachtel, Kabel, ein Xbox-Controller. Das Ganze an den Fernseher anschließen, den Controller in die Hand nehmen und los. Beziehungsweise: Erst einmal Spiele laden. Die Alienware Alpha muss erst gefüttert werden. Und das geht vor allem über Downloads, ein Laufwerk ist nicht eingebaut.

Eigentlich sollte die Alienware Alpha eine der ersten richtigen Steam-Machines sein. Ein kleiner PC, auf dem nicht Windows, sondern Steam OS laufen sollte. Das ist ein auf Videospiele ausgelegtes Betriebssystem auf Linux-Basis, entwickelt vom Spieleentwickler und -verkäufer Valve, das gerade für den Herbst angekündigt wurde, obwohl es schon längst hätte erscheinen sollen.

Alienware aber, eine Tochter des PC-Herstellers Dell, hatte bereits ein Gerät für Steam fertig konzipiert, die Alpha. Entsprechend geht das Unternehmen einen Umweg: Sobald Steam OS erscheint, kann es auf der Maschine installiert werden, bis dahin läuft auf dem Gerät Windows 8.1. Ein Alienware-Software-Launcher sorgt allerdings dafür, dass der Steam-Client direkt geladen wird, ohne Umweg über Windows. Klingt kompliziert, funktioniert aber einfacher als gedacht und recht schnell.

Die Alpha macht Lust auf mehr

Die Alpha braucht keine Tastatur, der mitgelieferte Controller eignet sich hervorragend. Für Spiele, die eine Tastatur brauchen, kann eine angeschlossen werden. Man braucht sie zumindest noch, wenn man auf der Windows-Ebene arbeiten will. Das geht, denn die Alpha ist im Kern schließlich ein Windows-PC.

Auch als Quasi-Spielkonsole erfüllt das Gerät viele meiner Wünsche. Ich habe mir schon lange Hardware gewünscht, die den Komfort einer Konsole mit den Eigenschaften eines PCs verbindet. Zusätzlich muss es natürlich eine große Bibliothek mit guten, außergewöhnlichen und auch günstigen Spielen geben.

Die Kombination aus Alpha und Steam ist in dieser Hinsicht eigentlich überzeugend. Es gibt aber noch einige Punkte, die nicht unbedingt ideal sind. Während ältere Spiele wie "Portal 2" prima funktionieren und auch in höchster Auflösung über meinen Fernseher laufen, macht manches neuere Spiel Probleme.

Ein typisches PC-Problem

"The Talos Principle" ist eines dieser Spiele. Es sieht hervorragend aus, fängt im Test aber leicht zu ruckeln an und belastet die Alpha sehr stark. Zumindest erreicht sie schnell die Lautstärke eines starken Staubsaugers, was den Spielspaß deutlich trübt. Auch ein spürbares Senken der Grafikdetails hilft nicht viel weiter. Das Gerät bläst dann nicht mehr auf Turbo, sondern auf mittlerer Saugstärke.

Screenshot aus "The Talos Principle": Belastet die Alpha sehr stark Zur Großansicht
CroTeam

Screenshot aus "The Talos Principle": Belastet die Alpha sehr stark

Vielleicht liegt es daran, dass mein Testmodell die kleinste Konfiguration der Alpha ist. Ob die schnelleren Modelle in dieser Hinsicht besser sind, kann ich nicht beurteilen. Doch schon an diesem Beispiel zeigt sich, was eines der größten Probleme für diese Art von Maschinen werden wird: Die Spieleentwicklung schreitet schnell voran, setzt gerade bei PC-Spielen auf immer größere Rechner, bessere Grafikkarten.

Und während Spiele auf Konsolen immer exakt auf deren Leistung zugeschnitten werden, wird das bei Geräten wie der Alpha nicht der Fall sein. Das Gerät könnte schneller veralten, als es seinen Nutzern lieb ist. Und die Möglichkeiten zum Aufrüsten sind gering. Vor diesem Hintergrund wirkt der angekündigte Preis von 499 Euro für die kleinste Version doch recht hoch.

Einige Blockbuster-Titel laufen noch nicht

Problematisch sind auch Spiele, die neben Steam noch bei weiteren Plattformen registriert werden müssen, etwa bei Uplay von Ubisoft. Das ist zurzeit nicht möglich, da die Alpha-Software keine Verbindung zulässt. Somit fallen einige große Blockbuster-Titel aus dem Rennen, selbst wenn sie über Steam erhältlich sind. Eine Änderung ist allerdings angekündigt.

Eins macht die Schwierigkeit aber klar: Valve setzt mit Steam auf ein geschlossenes System, in dem Komfort gegen Freiheit getauscht wird. Wer alle seine Spiele über Steam kauft, wird sie nicht mehr verkaufen können wie andere ihre Spieleklassiker aus dem Regal.

Zur Konsolen-PC-Kombination meiner Träume fehlt der Alienware Alpha also noch ein wenig was.

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insgesamt 16 Beiträge
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    Seite 1    
1. Weiterverkaufen
timteuchov 19.03.2015
Warum wollen die Leute immer alles weiterverkaufen? Ist in Deutschland die Armut mittlerweile derart verbreitet, dass PC Spieler sich ein neues Spiel erst leisten können, wenn das Alte verkauft wurde? Vor allem, weil man die alten Spiele sowieso nicht verkaufen kann, denn die gibt es bei Steam dann schon für ein paar Euro. Wer will da noch ein gebrauchtes Spiel kaufen? Wer will noch die DVD raussuchen und einlegen, damit irgendeine Kopierschutzsoftware prüfen kann ob es ein Original ist? Bei mir ist es so, dass ich die alten Spiele DVDs weggeworfen habe und das gleiche Spiel bei Steam nochmal für ein paar Euro gekauft habe. Dann muss ich keine DVD einlegen, nicht irgendwelche Patches verwalten und mich nicht um Updates kümmern. Ich muss nicht mal mehr Backups machen. Der einzige Nachteil ist, dass ich alte Spiele nicht bei E-Bay verhöckern kann. Wer will das denn schon? Diese Weiterverkaufsmentalität ist ein Relikt aus den 90ern und hat in Zeiten von NetFlix und Steam keine Bedeutung mehr. Davon sollte man sich also schön langsam mal verabschieden oder einen Einzug ins Altersheim erwägen.
2. Der....
trust2012 19.03.2015
..Trend zum Accountgebundenen Spiel ist nicht nur bei Steam so, auch wenn der Artikel das zu suggerieren versucht! Leider ist der Artikel nicht mehr als ein Erfahrungsbericht. Sehr einseitige Menung
3.
silenced 19.03.2015
Den vorletzten Absatz mit dem Hinweis auf Accountgebundene Spiele hätte man sich auch sparen können. Mal ehrlich, welches AAA PC-Spiel läuft denn heute noch ohne Accountbindung? So gut wie keines. Selbst bei so manchen Indie-Developern kann man sein Spiel nicht später weiterverkaufen, und wozu auch? Ich hatte mal über 200 Euro-Kartons mit Spielen, von 1990 - 2005, die hab ich dann Kistenweise pro Kiste für 25€ auf dem Flohmarkt verkauft. Darunter auch etliche Limited Editions, früher war ich da mal Stolz drauf, aber naja ... es nimmt einfach zu viel Platz weg und setzt nur Staub an. Da hab ich lieber alles bei gog.com (nochmal gekauft eben) oder bei Steam und alles ist gut. Das Problem was Valve mit seiner PC-Spielebox haben wird, ist die ständige extrem schnelle Weiterentwicklung im Hardwarebereich, und daraus folgend der immer größere Hardwarehunger neuer Spiele. Konsolen haben dieses "Problem" nicht, weil die Spezifikationen sind bekannt. Ich glaube nicht, daß sich die Entwickler auf die Steam-Box beschränken, vielleicht maximal einen Modus für diese Box einbauen um mit der Hardware zurechtzukommen. Selbst dann muss! die Box immer! baugleich sein, da kann man keine XL oder XS Variante machen mit mehr oder weniger Power, das geht in die Hose, zu 100%. Aber das werden die zuständigen Stellen schon alle wissen.
4.
metastabil 19.03.2015
Zitat von timteuchovWarum wollen die Leute immer alles weiterverkaufen? Ist in Deutschland die Armut mittlerweile derart verbreitet, dass PC Spieler sich ein neues Spiel erst leisten können, wenn das Alte verkauft wurde? Vor allem, weil man die alten Spiele sowieso nicht verkaufen kann, denn die gibt es bei Steam dann schon für ein paar Euro. Wer will da noch ein gebrauchtes Spiel kaufen? Wer will noch die DVD raussuchen und einlegen, damit irgendeine Kopierschutzsoftware prüfen kann ob es ein Original ist? Bei mir ist es so, dass ich die alten Spiele DVDs weggeworfen habe und das gleiche Spiel bei Steam nochmal für ein paar Euro gekauft habe. Dann muss ich keine DVD einlegen, nicht irgendwelche Patches verwalten und mich nicht um Updates kümmern. Ich muss nicht mal mehr Backups machen. Der einzige Nachteil ist, dass ich alte Spiele nicht bei E-Bay verhöckern kann. Wer will das denn schon? Diese Weiterverkaufsmentalität ist ein Relikt aus den 90ern und hat in Zeiten von NetFlix und Steam keine Bedeutung mehr. Davon sollte man sich also schön langsam mal verabschieden oder einen Einzug ins Altersheim erwägen.
Vielleicht damit die Spiele nicht ungenutzt herumstehen, wenn man sie komplett durch hat, oder das Spiel einen nur geringen Wiederspielwert hat. Dann kann man wenigstens ein paar Euro vom Neupreis zurückbekommen, und ein anderer Mensch hat ebenfalls seine Freude am Spiel. Zudem hat nicht jeder Mensch die finanziellen Möglichkeiten, sich Spiele immer zum Neupreis anzuschaffen. Gebrauchtkauf ist da schon eine Entlastung.
5.
klangschmied 19.03.2015
Laut eigener Erfahrung hat Valve aus seinen anfänglichen Fehlern gelernt. Service, Angebot und Entgegenkommen von Valve ist seither einsame Spitze. Wenn ich etwas über Steam bekommen kann, dann hole ich es da. Valve ist mir mehr entgegengekommen als jeder Einzelhändler, bei dem ich bisher war. Alles was es gebraucht hat war ein Mail und einen Tag später war das Problem gelöst, oder mein Geld wieder auf meinem Steamkonto. Ich vertraue denen und glaube, dass sie es richtig machen. Wie gesagt... subjektive Erfahrungen.
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Zum Autor
  • Carsten Görig liebt obskure Bands, seine Gitarre und seine Familie. Seit vielen Jahren schreibt er außerdem über Videospiele.

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