"Amplitude" angespielt Mit dem perfekten Mix zum Highscore

Auf der Playstation 2 war "Amplitude" ein Kritikerliebling, dank Spenden von Fans erscheint nun eine neue Version. Können das Musikspiel und sein Soundtrack auch ohne Stars wie David Bowie überzeugen?

Harmonix

Linker Finger oben, rechter Finger unten, rechter Finger oben. Auf drei verschiedenen Spuren einer langen Straße liegen Punkte. Mein Raumschiff muss sie anschießen, wozu ich im Rhythmus der Musik die verschiedenen Knöpfen des Controllers drücken muss. Auf der leichtesten Stufe klappt das ganz gut, bei höheren Stufen wird es schwieriger, und im Expertenmodus versagt die Kommunikation zwischen Gehirn und Fingern komplett. Bei "Amplitude" geht es nicht um Nachdenklichkeit, sondern um einen Zustand, der nahe an Trance liegt.

"Amplitude" ist ein Spiel, dessen Urversion 2003 für die Playstation 2 erschienen ist. Das Spiel war die Grundlage für den kurz darauf startenden Hype von Musikspielen mit Plastikinstrumenten - auch, weil es Harmonix bekannt machte, das Studio, das sowohl die ersten "Guitar Hero"-Spiele als auch den Konkurrenten "Rock Band" entwickelte. Nachdem diese Party-Titel im letzten Jahr nach langer Pause fortgesetzt wurden, darf auch "Amplitude" nicht fehlen, und so erscheint das Spiel jetzt für Playstation 4 als Download-Titel, finanziert per Crowdfunding.

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Das Prinzip der Harmonix-Spiele - eine kleine Mixsession

Während es im Originalspiel noch viele Stücke anderer Künstler gab - sogar David Bowie trug etwas zum Soundtrack bei und war kurz davor, als Avatar im Spiel aufzutauchen -, ist der Großteil der Stücke in der Neuauflage von Harmonix selbst komponiert. Es ist elektronische tanzbare Musik, die auch dann noch funktioniert, wenn ein Teil fehlt, wenn etwa die Gesangsspur oder der Bass aussetzt.

Die Stücke sind also genau dem Prinzip der Harmonix-Spiele angepasst, in dem die einzelnen Instrumente eines Musikstücks auf die Spuren einer Straße aufgeteilt werden, wo einzelne Noten per Knopfdruck getroffen werden müssen. Wer zu oft danebenschießt, verliert eine Spur, wer gut ist, hört das Stück als Ganzes. Und so wird die eigene Art zu spielen auch zu einer kleinen Mixsession.

Schade nur, dass die Musik oft zu funktional scheint, dass sie die Möglichkeiten des Spielprinzips unterschätzt. Wo ein Spiel wie Tetsuya Mizuguchis Klassiker "Rez", das auf einem ganz ähnlichen Prinzip basiert, nicht nur die Musik, sondern auch die Erfahrung einer Technoparty in visuelle Ekstase übersetzt, ist "Amplitude" eher eine Highscore-Jagd mit bunten Effekten, der die ganz große Leidenschaft fehlt.


"Amplitude" von Harmonix, Download für Playstation 3 und 4, 19,99 Euro

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insgesamt 1 Beitrag
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karaokefreak01 18.01.2016
1. Schrott
Das Spiel ist leider totaler Schrott, gar kein Vergleich mit dem Original. Das Original ist auch ein sehr kontemporäres Spiel gewesen, das man in dieser Art nicht einfach rekonstruieren kann. Das Remake ist sowohl grafisch als auch akustisch weit unter dem Durchschnitt. Wer sein Geld liebt, spart es lieber für ein richtig gutes Spiel und macht einen Bogen um Amplitude.
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