Kanzlerin auf der Gamescom Warum Merkel "Minecraft" spielen sollte

Dienstag eröffnet die Kanzlerin erstmals die Gamescom - im Wahlkampf, welch ein Zufall. Wir haben Spielestudios gefragt, was sie sich von der Politik wünschen und welches Spiel sie Merkel empfehlen.

TeamMojang

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"Selbst heute ist noch nicht bei jedem angekommen, dass Spiele kein Teufelszeug sind." Oder: "Die Chancen einer großen Wachstumsbranche werden nicht erkannt." Sätze wie diese fallen, wenn man deutsche Spieleentwickler nach ihrem Verhältnis zur Politik fragt (siehe unten). Die Beziehung zwischen den Gamesfirmen und den Parteien könnte besser sein, einzelnen positiven Erfahrungen zum Trotz.

So gesehen gibt es genug Gesprächsstoff, wenn Angela Merkel am Dienstag vielen Vertretern der hierzulande stark mittelständisch geprägten Branche begegnet: Die Kanzlerin, auf der Cebit schon lange Stammgast, eröffnet dieses Jahr erstmals die Kölner Videospielmesse Gamescom, die bis einschließlich Samstag Hunderttausende Spielefans besuchen werden.

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Hits, Klassiker, Kurioses: Games, made in Germany

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl zieht es auch andere Politiker dorthin, wo sich Jungwähler tummeln: Auf dem messebegleitenden Gamescom Congress etwa treten Mittwoch Peter Tauber (CDU), Hubertus Heil (SPD), Matthias Höhn (Die Linke), Michael Kellner (Die Grünen) und Nicola Beer (FDP) auf. Viel Prominenz dafür, dass die Gamesbranche in den Wahlprogrammen der Parteien - wenn überhaupt - nur mit wenigen Sätzen auftaucht.

Für die Branche, in der einige Firmen zuletzt Stellen abbauten, sind die Politikerbesuche eine gute Chance, für ihre Interessen zu werben - darunter die Einführung einer Wirtschaftsförderung, ähnlich wie es sie im Bereich Film gibt. Ebenso werden sich die Firmen bemühen, die Relevanz ihrer Branche deutlich zu machen; nicht nur, was die Umsätze mit Spielen insgesamt und die Gamescom-Besucherzahlen angeht - sondern auch den kulturellen Wert des Gamings. Wobei man auch sagen muss: Große Hits aus Deutschland sind bislang eher eine Seltenheit.

Ein stärkerer Dialog zwischen Politik und Spielemachern jedenfalls scheint sinnvoll, das hat vor allem die "Killerspiel"-Debatte der Nullerjahre gezeigt. Und auch zuletzt erweckten zum Beispiel Äußerungen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung den Eindruck, dass nach wie vor nicht jeder, der öffentlich über Spiele spricht, wirklich weiß, wovon er redet.

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Ärger um "Counter-Strike" und Co.: Zehn denkwürdige Momente der Killerspiel-Debatte

Vor diesem Hintergrund wirkt es auch etwas seltsam, wenn Angela Merkel in einem aktuellen Videopodcast sagt, die "öffentliche Anerkennung" für Spiele helfe, dass die "zum Teil ja vielleicht bestehenden Vorurteile, dass es hier nur um Gewaltspiele geht", überwunden werden - schließlich wurden diese Vorurteile von Unionspolitikern entscheidend mit verbreitet.

Wir haben im Vorfeld der Gamescom fünf bekannte deutsche Spieleentwickler gefragt, wie ihr Verhältnis zur Politik aussieht und was sie sich von der kommenden Bundesregierung - sei sie nun mit oder ohne Angela Merkel - erhoffen:

1. Was wünschen Sie sich von der nächsten Regierung mit Blick auf die Gamesbranche?
Benedikt Grindel, Blue Byte
Blue Byte

"Spiele sind technologisch und kulturell wichtige Zukunftsgüter. Wir drohen hier noch mehr in Rückstand zu geraten, wenn sich nichts tut. Damit auch in Deutschland Blockbuster-Produktionen mit Budgets jenseits der 50 Millionen Euro entstehen können, braucht es eine substanzielle Games-Förderung für die Entwicklung von Computer- und Videospielen."
Jan Klose, Deck13
Deck13

"Spieleentwicklung muss endlich als Wirtschaftszweig entdeckt werden. Im internationalen Vergleich rangieren wir weiterhin weit abgeschlagen, und das trotz der hervorragenden Infrastruktur in Deutschland."
Jan Theysen, King Art
King Art

"Die Ausbildung muss verbessert werden und man muss der Branche bei ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit unter die Arme greifen. Computerspiele sind DAS Medium der Zukunft, die Regierung sollte das anerkennen und den Entwicklungsstandort Deutschland unterstützen."
Timo Ullmann, Yager
Yager

"Der Beitrag der deutschen Spieleunternehmen trägt zum kreativen Output unseres Landes bei. Das sollte stärker wahrgenommen und anerkannt werden - auch in Form von Wirtschaftsprogrammen, ähnlich wie zum Beispiel in Kanada, Großbritannien oder Frankreich."
Johannes Roth, Mimimi Productions
Mimimi Productions

"Wünschenswert wäre eine bundesweite Unterstützung, die sich nicht hinter Programmen aus Kanada, Frankreich oder England verstecken muss: Mit einem ernst zu nehmenden Volumen, für kleine bis große Unternehmen, im Idealfall bereits seit vorvorgestern."

Das sind die fünf Befragten:

  • Benedikt Grindel ist Studioleiter bei Ubisoft Blue Byte, der Firma hinter den bekannten Spielereihen wie "Die Siedler" und "Anno".
  • Jan Klose ist Geschäftsführer bei Deck13 aus Frankfurt am Main, sein Studio machte zuletzt mit dem Spiel "The Surge" international auf sich aufmerksam.
  • Jan Theysen ist Creative Director und Geschäftsführer bei King Art aus Bremen, dieses Studio kennt man vielleicht vom Spiel "Die Zwerge", das auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Markus Heitz basiert.
  • Timo Ullmann ist Geschäftsführer bei Yager: Die Berliner Firma hat es 2012 mit "Spec Ops: The Line" geschafft, einen Shooter zu veröffentlichen, der selbst vielen Gamern im Ausland ein Begriff ist.
  • Und der Fünfte im Bunde ist Johannes Roth, Gründer des Münchner Studios Mimimi Productions, dessen Spiel "Shadow Tactics" zu den beliebtesten deutschen Spielen der vergangenen Monate zählt.
2. Welche Regelungen müssten dringend erneuert werden?
Johannes Roth
Mimimi Productions

"Wir haben zwar, besonders dank der USK, ein für digitale Inhalte geschaffenes Jugendschutzsystem IARC. Weder in Apples App Store noch auf der Spieleplattform Steam müssen Spiele aber eine solche USK-Kennzeichnung tragen und können kinderleicht an Minderjährige verkauft werden - zum Beispiel über Prepaid-Guthabenkarten, wie sie in fast jedem Supermarkt zu finden sind. Dieser Missstand in Download-Stores muss behoben werden."
Timo Ullmann
Yager

"Das ist kein rein deutsches Problem, aber unsere Jugendschutzbestimmungen müssten auf die Realitäten angepasst werden. Nach der Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags muss nun auch der Bundesgesetzgeber durch eine Reform des Jugendschutzgesetzes dafür Sorge tragen, unser hohes deutsches Jugendschutzniveau für die Realität des Internets fit zu machen und international anschlussfähig zu gestalten."
Jan Theysen
King Art

"Es braucht zum Beispiel steuerliche Vergünstigungen, um den Standort Deutschland für internationale Investoren günstiger zu machen. Wir sollten in Sachen staatlicher Unterstützung zu Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder Kanada mindestens aufschließen. Der Branchenverband BIU hat dazu ein Konzept vorgelegt, das ich voll unterstütze."
Jan Klose
Deck13

"Spiele sollten endlich als Kulturgut wahrgenommen und dem Film gleichgestellt werden, inklusive paritätischer Verteilung von Fördergeldern. Wenn sie weiterhin als reines Unterhaltungsmedium geführt werden, kommen wir niemals vom Fleck."
Benedikt Grindel
Blue Byte

"Erstens wünsche ich mir eine bessere Unterstützung des Nachwuchses durch Investitionen in Ausbildung und Start-up-Förderung. Zweitens brauchen wir eine stärkere Förderung von Zentren mit dem Ziel, regionale Netzwerke von Spieleentwicklern in Deutschland auszubauen. Drittens muss eine echte Produktionsförderung her, die sich von der Größenordnung an der Filmbranche orientiert. In diesem Punkt haben wir gegenüber unseren Konkurrenten - auch innerhalb der EU - einen eklatanten Nachteil, der Investitionen erschwert."
3. Was ärgert Sie am meisten im Umgang der deutschen Politik mit der Gamesbranche?
Jan Theysen
King Art

"Die Verbohrtheit gegenüber einem für die Politik neuen Medium. Nach gutdeutscher Sitte wurden jahrelang nur Probleme gesehen, ob nun real oder erfunden. Wir mussten uns anhören, wir würden Amokläufer trainieren oder ganze Generationen zu gewaltliebenden Zombies umerziehen. Da wurde der größte Blödsinn geschluckt, und auch von Fakten hat man sich das Weltbild nicht geraderücken lassen. Selbst heute ist noch nicht bei jedem angekommen, dass Spiele kein Teufelszeug sind."
Timo Ullmann
Yager

"Die Relevanz von Games wird zum Teil nicht gesehen, und die Ungleichbehandlung der Film- und Spieleindustrie ist überhaupt nicht mehr zeitgemäß."
Benedikt Grindel
Blue Byte

"In den vergangenen Jahren hat die Politik immer mehr verstanden, dass digitale Spiele ein Medium sind, das heute auf einer Stufe mit Büchern, dem Fernsehen oder dem Kino steht. Nicht nur die Lebenswirklichkeit der Wähler von morgen ist digital, Games werden heute von allen Altersgruppen gespielt. Mich ärgert, dass diese Erkenntnis immer noch nicht konsequent umgesetzt wird. So gibt es zum Beispiel beim Jugendschutz immer noch die Unterscheidung zwischen Online- und Offlinemedien, mit unterschiedlichen Zuständigkeiten."
Johannes Roth
Mimimi Productions

"In den vergangenen Jahren haben Länderpolitik und Branche gemeinsam gute Fortschritte gemacht. Jetzt gilt es, auf dem Fundament aufzubauen und Deutschland endlich wieder konkurrenzfähig zu machen - gerade auf Bundesebene gibt es viel Nachholbedarf."
Jan Klose
Deck13

"Die Chancen einer großen Wachstumsbranche werden nicht erkannt. Es wird weiterhin auf Althergebrachtes gesetzt. Ohne den echten Willen der Politik, Arbeitsplätze in dieser zukunftsträchtigen Branche zu schaffen, wird es weiter bei Lippenbekenntnissen bleiben, und wir bleiben ein Land der Games-Konsumenten, anstatt auf die Herstellerseite zu wechseln."
4. Inwiefern fühlen Sie sich von der Politik wertgeschätzt?
Timo Ullmann
Yager

"Es gibt schon eine große Anzahl Politiker, die nah am Thema sind, gerade auch lokal. Auf Bundesebene gibt es aber noch Luft nach oben."
Jan Theysen
King Art

"Wir fühlen uns nicht wertgeschätzt. Es wird besser, weil mehr junge Leute in die Politik nachrücken. Aber bis auf Ausnahmen werden Spiele bestenfalls geduldet und nicht wertgeschätzt. Sehr zum Unterschied zu anderen Ländern, wo Computer- und Videospiele längst als Kulturgut akzeptiert sind."
Benedikt Grindel
Blue Byte

"Wir fühlen eine deutlich wachsende Wertschätzung. Politiker, die uns in unseren Studios in Deutschland besuchen, sind immer sehr erstaunt über die Kreativität unserer Mitarbeiter und Produkte und die Arbeit an absoluter Zukunftstechnologie in unseren Teams. Und nicht zuletzt durch die Anzahl der Arbeitsplätze, die in unserer Branche weltweit entstehen. Die Politik hat erkannt, dass Games für die digitale Wirtschaft der Zukunft ein enorm wirksamer Impuls sind, den wir in Deutschland nicht vernachlässigen dürfen."
Jan Klose
Deck13

"Wir freuen uns über Frau Merkels Besuch auf der Gamescom, hier wird ein schönes Signal gesetzt. Wenn jetzt den Worten noch Taten folgen und eine tatsächliche Unterstützung des Aufbaus der Branche stattfindet, hat der Standort noch eine Chance."
Johannes Roth
Mimimi Productions

"In Bayern haben wir die stärkste Games-Förderung und zwei Vollzeitfachkräfte zur Unterstützung der Branche. Darüber hinaus treffen sich Staatsministerium, Förderung und Branche in regelmäßigen Abständen und kooperieren auf direktem Wege. Da ich kein gebürtiger Bayer bin, darf ich mir herausnehmen zu sagen: Andere Bundesländer müssen diesem Beispiel einfach nur folgen, es funktioniert hervorragend."
5. Warum sollten sich Politiker für das Wohl der Gamesbranche einsetzen?
Jan Klose
Deck13

"Warum sollen wir unseren europäischen und internationalen Nachbarn das Geschäft mit Games und die Gestaltung von deren Inhalten überlassen? Warum sollen wir allein Unternehmen anderer Länder darüber entscheiden lassen, welche Inhalte die Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder in unserem Land konsumieren? Games nehmen einen beträchtlichen Teil des Unterhaltungsspektrums ein. Ich sehe keine Logik darin, hier weder wirtschaftlich noch kulturell mitreden und mitarbeiten zu wollen."
Johannes Roth
Mimimi Productions

"Spieleentwickler gehören zu den kreativsten, cleversten und vielversprechendsten Multitalenten überhaupt. Sie erfinden neue Technologien, erzählen Geschichten, komponieren Musik, bringen zum Lachen und zum Weinen. Sie sind es gewohnt, mit extrem limitierten Mitteln echte Wunder zu vollbringen - die dann von Millionen Spielern weltweit gespielt werden, Schicksale berühren und nebenbei auch noch - so sagte es Dorothee Bär in einer Rede - mehr Steuergelder erwirtschaften, als die Film- und Musikindustrie zusammen."
Timo Ullmann
Yager

"Es gibt Millionen Menschen in diesem Land, die Games in ihrer ganzen Vielfalt lieben und täglich spielen. Eine starke deutsche Gamesbranche leistet nicht nur ihren Beitrag zu Arbeitsplätzen und Steuern, sondern zuallererst bieten wir Unterhaltung für Menschen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Damit sehe ich auch die kulturelle Relevanz unserer Branche an erster Stelle."
Benedikt Grindel
Blue Byte

"Alle reden von der digitalen Gesellschaft und wie wir alle fit für die digitale Zukunft werden können. Videospiele sind eine Speerspitze der Digitalisierung. Unsere Mitarbeiter müssen digitales Denken nicht lernen. In diesem Sinne kann die Games-Industrie in Deutschland ein wichtiger Motor der digitalen Kreativwirtschaft und der Wirtschaft insgesamt werden. Virtual Reality, Augmented Reality, Gamification sind die Stichworte."
Jan Theysen
King Art

"Selbst wenn man mit Spielen nichts anfangen kann und sie nicht als Kulturgut sieht, sollte man wenigstens die Innovationskraft anerkennen. Es gibt nicht viel im audiovisuellen IT-Bereich, was nicht in Games seinen Ursprung hat oder von Spieleentwicklern technologisch nach vorne gebracht wurde. Computergrafik, 3D-Grafik, Soundkarten, grafische Benutzeroberflächen, Gesten- und Sprachsteuerung, latenzarme Netzwerkkommunikation - all das wurde in Spielen lange verwendet, bevor andere Wirtschaftszweige darauf aufmerksam geworden sind."
6. Und welches Spiel würden Sie gern mal einem Spitzenpolitiker wie Angela Merkel oder Martin Schulz vorstellen?
Jan Theysen
King Art

"Ich würde sie 'Minecraft' spielen lassen und ihnen sagen: 'Dieses Spiel haben mehr Menschen gespielt als es Menschen in Deutschland gibt. Es hat Menschen weltweit zusammengebracht, es hat Menschen zu kreativen Höchstleistungen angespornt, und es hat junge Leute inspiriert, sich mit Technik zu beschäftigen."
Benedikt Grindel
Blue Byte

"Ich würde beiden gern 'Minecraft' zeigen, um zu veranschaulichen, wie sich Videospiele zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt haben."
Jan Klose
Deck13

"Mit Frau Merkel und Herrn Schulz würde ich gerne mal gemeinsam eine Partie 'Mario Kart' spielen und herausfinden, wer im Autoland Deutschland als Erstes durchs Ziel fährt."
Timo Ullmann
Yager

"Ich bin mir gar nicht so sicher, ob Frau Merkel und Herr Schulz nicht doch schon Erfahrungen mit Spielen haben. Ich würde ihnen gern 'The Last Guardian' vorführen, um auch den starken emotionalen Aspekt von Spielen zu demonstrieren."
Johannes Roth
Mimimi Productions

"Wie wäre es mit 'Crazy Machines 3' vom Leipziger Entwickler FAKT Software? Spielerisch und anschaulich Maschinen bauen, physikalische Grundsätze lernen, Kombinatorik trainieren und sogar Spaß dabei haben: Auch das können Spiele leisten."

Aktueller Hörtipp zum Thema Videospiele: In Folge 4 des neuen Netzwelt-Podcasts "Netzteil" spricht Moderatorin Teresa Sickert mit dem Redakteur Markus Böhm über aktuelle Gaming-Trends und wo sie hinführen könnten:

Tech-Podcast Netzteil #4 zu Gaming der Zukunft: Wie sich das Spielen verändert

Wie Sie die Folge über die Podcast-App Ihrer Wahl finden, erfahren Sie hier.



insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
B!ld 21.08.2017
1. Wer nutzt die Spiele denn noch?
Ich höre immer, dass die Zeit der netten Computerspiele lange vor bei ist, weil sich eine riesige Industrie aufgebaut hat, die nur noch überfrachteten Einheitsbrei mit Internet-Freischaltpflicht anbietet. Mir selber ist in den letzten 10 Jahren nichts interessantes auf den Bildschirm gekommen, da schalte ich die Kiste lieber aus, und gehe raus - die reale Welt ist interessanter ...
Kurt-C. Hose 21.08.2017
2. Naja
So beim Drüberfliegen fällt den meisten Unternehmenschefs da aber auch nicht viel mehr ein, als der Ruf nach Subventionen. Ob das wirklich sinnvoll ist, Spiele rsp. Spieleentwickler, deren Produkte offenbar nicht aussichtsreich genug sind um in einem (derzeit wirklich überliequiden) privaten Finanzierungsmarkt Geld aufzutreiben, mit öffentlichen Geldern zu finanzieren, möchte ich ernsthaft bezweifeln. Eigentlich muss man sagen, wer im Moment, wo Investoren wirklich nicht mehr wissen, wohin mit Anlegerkapital, keine Geldgeber findet, hat es definitiv nicht verdient, öffentliche Gelder zu kriegen. Anerkennung ist sicher preiswerter zu haben. Am Ende des Tages ist das eine schwierige Branche, die auch für die Öffentlichkeit (in Finanzierungsfragen) schwer zu vermitteln ist, weil es Hochrisikounternehmen sind. Spiele sind wie Filme: der Erfolg KANN riesig sein, und der Mißerfolg ist sehr warscheinlich. Die finanziellen Desaster sind Legion, und es gibt wenig Firmen, die überhaupt lang genug im Markt sind, um ein ernstzunehmender Gesprächspartner zu sein. Mit denen ist es schwer, Strukturpolitik zu machen.
almeo 21.08.2017
3.
Zitat von B!ldIch höre immer, dass die Zeit der netten Computerspiele lange vor bei ist, weil sich eine riesige Industrie aufgebaut hat, die nur noch überfrachteten Einheitsbrei mit Internet-Freischaltpflicht anbietet. Mir selber ist in den letzten 10 Jahren nichts interessantes auf den Bildschirm gekommen, da schalte ich die Kiste lieber aus, und gehe raus - die reale Welt ist interessanter ...
Das ist halt leider völlig unhaltbar, gerade in den letzten beiden Jahren sind einige absolut grandiose Spiele herausgekommen, durchaus einige mit "Meilenstein-Potential". Hier sie nur mal Horizon Zero Dawn genannt. Die Aussage "in den letzten 10 Jahren nichts interessantes" klingt leider immer sehr nach der Hybris der ersten Computergeneration, für die es auch "seit dem Atari ST" keinen guten Computer mehr gegeben hat.
der_unbekannte 21.08.2017
4.
Zitat von B!ldIch höre immer, dass die Zeit der netten Computerspiele lange vor bei ist, weil sich eine riesige Industrie aufgebaut hat, die nur noch überfrachteten Einheitsbrei mit Internet-Freischaltpflicht anbietet. Mir selber ist in den letzten 10 Jahren nichts interessantes auf den Bildschirm gekommen, da schalte ich die Kiste lieber aus, und gehe raus - die reale Welt ist interessanter ...
Da hat einer die letzten 10 Jahre verpennt. Ich könnte Dutzende PC-Spiele nennen, die erstklassig sind. Aber natürlich ist es besser raus zu gehen, da stimme ich zu. Gerade die ganzen Crafting/Sandbox Spiele machen im Multiplayer mit Freunden riesigen Spaß, da man zu dem noch sehr kreativ sein muss. Wer lieber alleine unterwegs ist und Rollenspiele mag, dem kann ich nur Witcher 3 empfehlen. Also es gibt schon einige Perlen am Spiele-Horizont.
s.foth 21.08.2017
5.
Zitat von almeoDas ist halt leider völlig unhaltbar, gerade in den letzten beiden Jahren sind einige absolut grandiose Spiele herausgekommen, durchaus einige mit "Meilenstein-Potential". Hier sie nur mal Horizon Zero Dawn genannt. Die Aussage "in den letzten 10 Jahren nichts interessantes" klingt leider immer sehr nach der Hybris der ersten Computergeneration, für die es auch "seit dem Atari ST" keinen guten Computer mehr gegeben hat.
Dem kann ich nur beipflichten, in den letzten Jahren kamen wirklich sehr interessante Spiele raus, u. A. Horizon Zero Dawn, aber z. B. auch Witcher 3 + Blood and Whine. Grade erzähltechnisch hat sich in letzter Zeit einiges getan, vor kurzem erschien Hellblade: Senuas Sacrifice das sehr tief in die Gedankenwelt der Spielfigur vordrang, höchst interessant wenn auch leider vom Gameplay her nicht ganz auf derselben Höhe wie zB Witcher meiner Meinung nach.
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