Angespielt: Dead Space 2

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Flackernde Lichter, enge Gänge, fiese Monster: "Dead Space 2" ist auf den ersten Blick nicht sonderlich originell. Die Entwickler bedienen sich bei "Alien" und ähnlichen Filmen, den Protagonisten nennen sie gleich Isaac Clarke, um die Science-Fiction-Autoren Isaac Asimov und Arthur C. Clarke zu ehren. Doch so generisch die einzelnen Zutaten wirken, so überzeugend ist das Ergebnis, denn das Actionspiel "Dead Space 2" schafft das, woran viele Horrorspiele scheitern: Es ist unheimlich. Wirklich. Gerade nachts mit Kopfhörern schreckt man wieder und wieder zusammen, schaut misstrauisch im Raum herum, ob sich hinter dem Regal nicht gerade etwas bewegt, die Pflanze auf dem Fensterbrett nicht plötzlich Tentakel bekommen hat.

Solche Gefühle hat bereits der vor zwei Jahren erschienene erste Teil ausgelöst, damals fast aus heiterem Himmel. Den Science-Fiction-Horrortitel des Entwicklerstudios Visceral Games hatte kaum jemand auf dem Schirm. Die Hintergrundgeschichte dreht sich in beiden Teilen um einen geheimnisvollen Stein mit magischen Kräften, eine Kirche, die ihn verehrt und Menschen, die durch seine Kräfte in so genannte Necromorphen verwandelt werden, Zombiewesen mit Tentakelarmen.

Diese Geschichte wird sparsam erzählt, Fundstücke im Spiel verstreut. Es sind Aufzeichnungen und Tonbänder, die langsam enthüllen, was in Sprawl eigentlich vorgeht, einer Kolonie im Weltall, in der auf einmal Monster statt Menschen unterwegs sind. Spieler müssen nach diesen Informationen suchen, müssen sich die Mühe machen, die Geschichte im Kopf zusammenzusetzen und die Lücken mit ihrer Phantasie zu füllen. Und genau das ist es, was "Dead Space 2" trotz allem offensichtlichen Versuchen, Grusel zu erzeugen, so unheimlich macht: Es beansprucht auch die Vorstellungskraft, lässt darüber nachdenken, was hier geschehen ist, wo die Monster herkommen und was den Bewohnern der Stadt zugestoßen ist. Hinzu kommt, dass eben nicht in jedem Raum Gegner lauern, sondern man auch Gegenden durchquert, in denen man nur verwüstete Räume besichtigen muss oder sich durch riesige Maschinen rätselt, deren einziger Sinn und Zweck darin liegt, ein Puzzle zu bilden, das einen am Weiterkommen hindert.

"Dead Space 2" ist eine sehr gute Fortsetzung, deren einziges Problem darin besteht, dass die Entwickler manchmal etwas zu viel wollten. So geht die klaustrophobische Atmosphäre des Raumschiffes Ishimura, auf dem der Vorgänger spielt, in der Stadt Sprawl manchmal verloren. Bis zum nächsten Moment, in dem man sehr zusammenzuckt. Und der ist nie weit entfernt.

"Dead Space 2" von Electronic Arts, für PC, Xbox 360 und Playstation 3, ab 40 Euro; USK: Ab 18 Jahren

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