Augmented Reality So sollen 3D-Spiele der Zukunft aussehen

Virtuelle Roboterschlacht am Arbeitsplatz: Die High-Tech-Firma Magic Leap hat einen YouTube-Clip veröffentlicht, der das Computerspiel der Zukunft zeigen soll. Beim Dreh des Filmes haben allerdings Hollywood-Profis kräftig mitgeholfen.

Roboter stürmen ins Büro: Künftige Spiele sollen echte und virtuelle Realität verbinden
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Roboter stürmen ins Büro: Künftige Spiele sollen echte und virtuelle Realität verbinden


In einem imposanten Videoclip zeigen die Entwickler von Magic Leap, wie sie sich Computerspiele der Zukunft vorstellen. Der Clip soll eine Entschädigung dafür sein, dass die Entwickler kürzlich einen Vortrag bei einer Ted-Konferenz abgesagt hatten.

Für das Video haben die 3D-Experten die reale Umgebung eines Büro-Arbeitsplatzes mit virtuellen Computereffekten gemischt. Aus der Ego-Perspektive blickt der Spieler auf Schreibtische, Stellwände und Zimmerpflanzen. Zunächst erscheint eine dreidimensionale E-Mail im Blickfeld. Mit Wisch- und Tippbewegungen wühlt sich der Nutzer durch seine Nachrichten. Dann aber wechselt er das Programm und startet ein Spiel namens "Dr. Grordbort's Victory", ein Egoshooter im Steampunk-Look.

Kurz darauf sieht man virtuelle Roboter durch virtuelle Luken in der Decke in das Büro stürzen. Der Spieler schnappt sich eine Plastikwaffe im Retro-Look vom Schreibtisch und ballert mit Laserstrahlen um sich. Die Geschosse hinterlassen virtuelle Rußflecken an den Wänden, die Trümmerteile der Roboter scheinen durch den Raum zu splittern und auf dem Boden liegen zu bleiben.

Zuletzt bricht auch noch ein Panzer durch die Hauswand und eröffnet das Feuer auf den Spieler. Es sind beeindruckende Bilder. Bei Magic Leap heißt es: "Das ist das Spiel, das wir gerade im Büro spielen."

Doch offensichtlich hat Magic Leap den Clip nicht bei einem echten Spiel gefilmt, sondern sich für den Dreh Unterstützung bei Weta Workshop geholt. Das Unternehmen aus Neuseeland hat sich vor allem mit Spezialeffekten für Hollywood-Streifen einen Namen gemacht.

Mit der computergenerierten Welt in der "Herr der Ringe"-Trilogie und für die Effekte bei "King Kong" hat Weta Workshop bereits vier Oscars gewonnen. Das Unternehmen beschäftigt unter anderem den Designer Greg Broadmore, der die Steampunk-Kunstfigur Dr. Grordbort erfunden hat, von der das im Film dargestellte Spiel seinen Namen hat.

Doch auch wenn der Film kein echtes Spiel zeigt, sondern eher als eine Art Absichtserklärung zu verstehen ist: Er gibt einen interessanten Ausblick darauf, wie in Zukunft die Spiele mit Augmented-Reality-Brillen aussehen könnten.

Erst im Januar hatte Microsoft für Aufsehen gesorgt, als der Konzern selbst eine Augmented-Reality-Brille ankündigte. Das Hololens genannte Gerät soll virtuelle Gegenstände in das Blickfeld seines Nutzers einblenden können und könnte für ein Spielszenario, wie Magic Leap es in seinem Film skizziert, genau die richtige Hardware sein.

Es ist das erste Mal seit vielen Monaten, dass Magic Leap wieder etwas von sich hören lässt. Das wird die Investoren freuen. Schließlich haben Google und Co. mehr als 500 Millionen Dollar in das Unternehmen gesteckt. Dafür sucht die Augmented-Reality-Firma auch kräftig nach Mitarbeitern: auf der Website sind mehr als hundert Jobs ausgeschrieben. Das Unternehmen sucht unter anderem Software-Entwickler, 3D-Experten und Audio-Ingenieure.

jbr

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whocaresbutyou 20.03.2015
1. kleiner Wermutstropfen...
... diese Videos ist die Machbarkeit. Zum einen ist es extrem aufwendig ein reales Bild derartig zu verfremden, da man es gleichzeitig für die Sichtwinkel beider Augen in Echtzeit pixelgenau shuttern und/oder überlagern muss. Ansonsten ließe sich kein schwarzes Loch in einer realen, weißen Wand erzeugen, bzw. ein solides Objekt in die Umgebung einfügen. Zum anderen fehlt einem die sensorische Rückkopplung, beispielsweise beim Griff der (realen) Hand nach dem (nicht realen Blaster). Tritt man allerdings im Gefecht gegen den realen Tisch, gibt das reale Schmerzen. Bei Spielen kann man das durch ein geeignetes Konzept noch umgehen (Magier beispielsweise müssen nichts in die Hand nehmen), aber im Büro wird sich das gezeigte niemals durchsetzten, da man mit etablierte Methoden deutlich effizienter und ermüdungsfreier arbeiten kann. Was mich aber besonders stört ist, dass sämtlichen Visionären irgendwie nichts anderes einfällt als die üblichen Anwendungen immer wieder neu zu "erfinden"... First-Person-Shooter, eMails, Terminkalender, Ikons, Desktops, ... geht doch mal in`s Kino Leute... da gab`s die Zukunft schon gestern ;o)
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