Von Joachim Budde
Niemand kann alle Waren und Rohstoffe im eigenen Dorf herstellen. Schneller geht es, eine Tochter oder einen Sohn in ein Dorf der Mitspieler zu verheiraten. Wer eine Kuh braucht, hält Ausschau nach einem Bauer, der eine Frau sucht. Die beiden können zusammen Kinder kriegen, die in die Schule gehen und dann selbst heiraten oder einen Hof im heimischen Dorf übernehmen.
Die Spieler steuern ihre Aktionen über die Persönlichkeiten auf dem Spielbrett: den Baumeister, den Fuhrmann, den Pfarrer und die Hebamme. Mit dem Nachtwächter können die Spieler die Figuren in den Dörfern wieder aufwecken. Denn auch darin ist Helvetia nah am echten Leben: Nach getaner Arbeit legen sich die Figuren schlafen.
Helvetia ist ein Spiel für Fortgeschrittene, denn es bietet viele Möglichkeiten, Siegpunkte zu sammeln. Dass man sich einspielen muss, liegt aber auch an der Spielanleitung. Die könnte klarer sein, manche Regel muss man erst einmal ausprobieren. Dafür transportieren die Spielmechanismen sehr schön die Atmosphäre der Hintergrundgeschichte: ein Hauch von Alpenluft auf dem Küchentisch.
Matthias Cramer: Helvetia, 2 bis 4 Spieler ab 12 Jahren. Spieldauer: ca. 60-90 Minuten, Illustrationen: Imelda und Franz Vohwinkel, Verlag: Kosmos, Preis: ab ca. 27 Euro (günstigster Preis im Online-Handel)
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