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"Drop" für Schnellschreiber: Minecraft-Macher verschenkt sein neues Spiel

Von Konrad Lischka

Gefangen im Zeichenstrom: "Drop" heißt das neue Spiel des schwedischen Entwicklers Markus Persson. Es sieht toll aus, kostet nichts, ist schnell verstanden, schnell vorbei - und sehr schwierig zu meistern.

Gratis-Spiel: So sieht "Drop" aus
Fotos

Der schwedische Entwickler Markus Persson hat das legendäre Klötzchen-Spiel "Minecraft" geschaffen. Der Titel ist ein so unglaublicher Erfolg, dass man leicht nachvollziehen kann, wie schwer sich Persson mit seinem nächsten großen Spiel tut. Die Weltraum-Simulation "0x10c" ist auf unbestimmte Zeit verschoben, wegen einer "kreativen Blockade". Die arbeitet Persson mit kleinen Fingerübungen weg, er hat jetzt das kostenlose Browser-Spiel "Drop" veröffentlicht.

Das Spielfeld ist eine weiße, verschachtelte Landschaft, auf die man sich langsam zubewegt. Unter der weißen Welt ist eine Kommandozeile platziert, darin blinkt die Eingabeaufforderung. Wer in "Drop" weiterkommen will, muss tippen: In der weißen Spielwelt schweben einzelne Buchstaben in einer Zeichenschlange. Das Schriftzeichen ganz vorne blinkt bunt, nach hinten hin werden die Lettern kleiner und heller. Das Spielprinzip erscheint zunächst ganz einfach. So schnell es geht muss man die Buchstaben in der Reihenfolge eintippen, in der sie erscheinen.

Das ist allerdings nur die naheliegende Taktik. Man kann in dem Zeichenschwall auch Worte erkennen und die gleich eintippen, Enter drücken und mit ein paar Punkten belohnt werden. Wer gut im Erkennen von Mustern ist, wird damit wahrscheinlich schneller und weiter kommen als mit dem Abtippen Zeichen für Zeichen.

Man scheitert schnell und oft

"Drop" hat einen großartigen Elektro-Soundtrack und eine minimalistische, psychedelische Grafik mit viel weiß und wenigen knalligen Farben. Wer "Drop" mag, wird "Hexagon" lieben. Dieses Browserspiel des irischen Entwicklers Terry Cavanagh nennt Persson als eine Inspiration für "Drop" - es ist ebenso schnell, fordernd, aber leicht zu begreifen.

Ob es überhaupt ein Ende gibt, ist noch nicht raus. Bislang hat kein Spieler einen Abschluss dokumentiert. Wir haben bis zu einem Höchststand von 1265 Punkten gespielt, ohne dass ein Ende zu sehen war. Der Weg ist das Ziel, und der Weg ist sehr entspannend: Man konzentriert sich auf das Spiel und blendet alles aus. Im Zeichenstrom auftauchende Worte wie "universe", "harmony" und "truth" passen gut zu dem Zustand, in den man von "Drop" versetzt wird.

"Drop" will man nach jedem Scheitern (und man scheitert schnell und oft) erneut spielen und etwas weiter kommen. Das Prinzip ist schnell verstanden und schwierig zu meistern - so wie bei vielen der großen kleinen Spiele wie "Pong" oder "Snake".

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  • Montag, 29.04.2013 – 12:10 Uhr
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