Angespielt: I Am Alive

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"Journey" wandert zum Berg, "Mass Effect 3" streitet sich ums Ende und "Alan Wake's American Nightmare" gruselt sich im Dunkeln, während "I Am Alive" kompliziert neue Wege geht und "Catherine" Bindungsängste auslotet.

Angespielt: I Am Alive Fotos
Ubisoft

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Die Stadt hat im Staubsturm ihre Farbe verloren, immer wieder öffnen sich Löcher in die Tiefe, Wasser strömt hinein. Ein drahtiger, unrasierter Mann betritt die Szene. Ein Jahr lang war er nach der Katastrophe unterwegs, bewaffnet mit einem Revolver, der nur eine Kugel hat und einer Machete. Irgendwo in dieser Stadt müssen sich seine Frau und sein Kind befinden. Er wird sie suchen und macht recht bald klar: In "I Am Alive" geht es um das Überleben, nicht um Siegen, um Nachdenken, nicht um schießen.

Überleben heißt hier vor allem: Sparen, Einteilen, Haushalten. Nicht nur mit den Ressourcen, sondern auch mit den eigenen Kräften. Jedes Mal, wenn er irgendwo hoch klettern muss, schwinden die Kräfte langsam, bis ihm nur noch ein kleiner Moment bleibt, in dem er alle Kräfte zusammennehmen kann. Schafft er es dann nicht, stürzt er ab. Ähnlich bei Auseinandersetzungen. Am besten, man geht ihnen aus dem Weg und setzt sich nur mit denen auseinander, die sich nähern.

Was als Konzept faszinierend klingt, ist zu einem Spiel geworden, das einen fesselt und immer wieder frustriert. Die neuen Ideen werden durch die düstere, schmutzige Grafik unterstützt. Leider aber stellt einem die Steuerung immer wieder ein Bein. So sind die Kletterpassagen nicht immer leicht zu meistern, Wege nicht immer klar zu erkennen. Am schlimmsten aber sind die Kampfsituationen. Sie funktionieren nach schwer durchschaubaren Regeln. Vor allem dann, wenn mehrere Angreifer auf einen zukommen, ist man oft verloren. Wer seine Kugel an den falschen verschwendet, kann von neuem beginnen. Und muss nach einigen Fehlern sogar an den Kapitelanfang zurück, weil es nur eine kleine Anzahl von Leben gibt. Schade, denn so wird ein spannendes Spiel von unverständlichen Entscheidungen an den falschen Stellen schwer gemacht.

"I Am Alive" von Ubisoft, Download für Xbox 360 und Playstation 3, ca. 15 Euro; USK: Ab 16 Jahren

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