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Cubestormer 3: Lego-Roboter löst Zauberwürfel in Rekordzeit

Screenshot aus dem Beweisvideo: Lego-Roboter mit Smartphone-Unterstützung Zur Großansicht
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Screenshot aus dem Beweisvideo: Lego-Roboter mit Smartphone-Unterstützung

Alle Steine geordnet in 3,253 Sekunden: Schneller als jeder Mensch schafft es der Lego-Roboter Cubestormer 3, einen Zauberwürfel zu lösen. Auch den Weltrekord des Vorgängermodells toppt das Gerät augenscheinlich mühelos - und so schnell, dass das menschliche Auge gar nicht mitkommt.

Der Zauberwürfel ist ein Phänomen: Auch fast 40 Jahre nach seiner Erfindung fasziniert er Menschen rund um den Globus, vom Hipster bis zum Mathematiker. Es gibt Teenager, die Lösungsanleitungen veröffentlichen, ebenso Smartphone-Apps wie "Rubik's Cube", mit denen sich der Würfel virtuell bearbeiten lässt. Und sogar in der jüngeren Weltgeschichte spielt der Zauberwürfel eine Rolle: Whistleblower Edward Snowden wählte ihn als Erkennungszeichen, als er sich zum ersten Mal mit dem Journalistenteam um Glenn Greenwald traf.

Vergangenes Wochenende machte der Zauberwürfel nun wieder Schlagzeilen, denn er wurde schneller gelöst als je zuvor. Der neue Rekordhalter ist jedoch kein Mensch, sondern ein Lego-Roboter mit dem Namen Cubestormer 3. Gerade mal 3,253 Sekunden brauchte das Gerät, um alle Steine richtig anzuordnen - damit unterbietet es den aktuellen Rekord des Niederländers Mats Valk um mehr als zwei Sekunden. Maschine schlägt Mensch, mal wieder.

Ein YouTube-Video dokumentiert den Rekordversuch, als Zuschauer vermisst man dabei allerdings eine Zeitlupe: Der Cubestormer löst den Würfel so schnell, dass man nur erahnen kann, wie er vorgeht.

Entwickelt haben den Roboter zwei Engländer, David Gilday und Mike Dobson. Laut "The Verge" haben sie achtzehn Monate lang in ihrer Freizeit am Cubestormer gearbeitet, der zahlreiche Teile aus Sets der Lego-Mindstorms-Produktreihe enthält. Gesteuert wird der Roboter von einem Samsung-Galaxy-S4-Smartphone, auf dem eine spezielle Android-App läuft. Sie analysiert die Ausgangsstellung des Würfels und legt dann fest, welche Steine wann in welche Richtung gedreht werden.

"Wir wussten, dass der Cubestormer 3 das Potential hat, den bisherigen Rekord zu schlagen", heißt es in einer Presseerklärung der Entwickler. "Ein gewisses Risiko bleibt aber immer, wenn ein Roboter technische Operationen schneller durchführt, als sie das menschliche Auge erfassen kann." Nach dem Erfolg vom Wochenende wolle sich das Duo nun der Frage widmen, ob sich der Würfel künftig noch schneller lösen lässt.

Die Menschen-Bestzeit von derzeit 5,55 Sekunden konnte übrigens bereits das Vorgängermodell des Cubestormer 3 unterbieten: Der Cubestormer 2 aus dem Jahr 2011 hatte es geschafft, den Würfel in 5,27 Sekunden zu lösen.

mbö

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Von Äpfeln und Birnen
Msc 17.03.2014
Ein Mensch, der so einen Würfel löst, wird dafür gefeiert, dass er die Rechenoperationen, die dafür nötig sind im Kopf macht. Er kann sich dreidimensional vorstellen, was wo sein wird, wenn er eine bestimmte Drehung macht. Ein Roboter, der so etwas löst, wird dafür gelobt, dass er die technische Handhabung des Würfels so gut durchführt. Das Smartphone, dass die Applikation steuert, ist selbstverständlich VIEL schneller als ein Mensch es jemals sein kann. Ein Mensch hat auch nur zwei Hände und muss hier und da mal umgreifen. All das kostet Zeit, die man beim Roboter sparen kann.
2.
chupamela 17.03.2014
Mir macht es auch einen mords Spaß, einen Zauberwürfel zu lösen, das dauert aber einige Minuten bei mir. Die Kinder verdrehen ihn dann immer wieder mit großer Freude. Was ich aber bei den Rekorden nicht versteh: Es kommt doch immer drauf an, wie der Würfel zuvor verdreht wurde. Zum Teil braucht man doppelt so viele Züge, je nach dem, wie der Würfel vorliegt. Gibt es da irgend wie eine Standardverdrehung, so dass die Rekorde miteinander verglichen werden können?
3.
Gott 17.03.2014
Zitat von chupamelaMir macht es auch einen mords Spaß, einen Zauberwürfel zu lösen, das dauert aber einige Minuten bei mir. Die Kinder verdrehen ihn dann immer wieder mit großer Freude. Was ich aber bei den Rekorden nicht versteh: Es kommt doch immer drauf an, wie der Würfel zuvor verdreht wurde. Zum Teil braucht man doppelt so viele Züge, je nach dem, wie der Würfel vorliegt. Gibt es da irgend wie eine Standardverdrehung, so dass die Rekorde miteinander verglichen werden können?
Es existiert eine "worst-case" Konfiguration, für welche man die meisten Züge braucht um sie zu lösen. Ich denke mal, daran kann man die geschwindigkeit messen, da ja der offensichtliche Flaschenhals hier die Mechanik ist und nicht die Logik die Lösung zu berechnen.
4. 21
Pumkin 17.03.2014
Der Rubik's Cube kann aus jeder Position mit maximal 21 Zügen gelöst werden. Leider ist es jedes mal andere Zugfolge.
5. Maschine schlägt Mensch, mal wieder.
noalk 17.03.2014
Wollte neulich ein Loch in die Wand bohren. Nach drei Stunden Arbeit mit dem Finger hab ich dann doch zur Bohrmaschine gegriffen. Das ging ruck-zuck ... Immer dieser blöde Vergleich! Wozu erfindet der Mensch die Maschinen? Wenn's die nicht besser könnten als der Mensch, gäbe es sie nicht.
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