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Datenlecks: Sony-Kundendaten zeitweise im Web abrufbar

Jetzt ist passiert, wovor sich Sony-Kunden gefürchtet haben: Tausende Datensätze von Kunden waren zeitweilig im Internet verfügbar. Die Online-Netzwerke des Konzerns bleiben nach dem Zwischenfall offline. Der Schaden für den Konzern wird immer größer.

Sony-Logo (vor einem Laden in Tokio): Gestohlene Kundendaten im Internet Zur Großansicht
REUTERS

Sony-Logo (vor einem Laden in Tokio): Gestohlene Kundendaten im Internet

Tokio - Neuer Tiefpunkt für Sony: Einige der von Hackern aus Sony-Servern gestohlenen Kundendaten waren Angaben des Unternehmens zufolge vorübergehend im Internet abrufbar. Eine Sony-Sprecherin erklärte am Samstag, man habe die Daten von 2500 Kunden - darunter Namen und einige Adressen - wieder aus dem Netz entfernen lassen. Die Datensätze stammten demnach aus einer Datenbank, die 2001 aufgebaut worden sei. Wo und in welcher Form die Daten verfügbar waren, erklärte sie nicht. Ebenso wenig, wie die Daten wieder aus dem Netz entfernt worden sein sollen.

Ende April hatte der Konzern mitgeteilt, dass Hacker das Online-Netzwerk der Spielkonsole Playstation (PSN) und des Musik- und Filmdienstes Qriocity geknackt und von dort persönliche Daten der Nutzer gestohlen hätten. Unter anderem sollen dabei auch Kreditkartendaten erbeutet worden sein. Erst eine Woche später hatte das Unternehmen einen weiteren Einbruch in seine Netzwerke eingestanden. Betroffen war demnach auch das Netzwerk der Konzerntochter Sony Online Entertainment (SOE). Insgesamt sind demnach möglicherweise die Daten von mehr als 100 Millionen Sony-Kunden in die Hände Krimineller geraten.

Am Freitag hatte sich Konzernchef Howard Stringer zu den Vorgängen geäußert und sich in einem Blog-Eintrag öffentlich für die Probleme entschuldigt. Fast zeitgleich sickerten Gerüchte durch, wonach eine Hackergruppe eine neuerliche Attacke auf die Sony-Netze für das Wochenende geplant hat. Angeblich wolle sich die Gruppe mit ihrer Aktion für die Nachlässigkeit rächen, mit der Sony seine Server absichert. Die Gruppe soll auch angekündigt haben, einige erbeutete Kundendaten ins Netz stellen zu wollen. Ob ein Zusammenhang zu den nun von Sony entdeckten und nach Firmenangaben wieder aus dem Internet entfernten 2500 Datensätzen besteht, ist unklar.

Sony-Netzwerke bleiben weiter offline

Kritisiert wird Sony im Zusammenhang mit den Dateneinbrüchen vor allem, weil das Unternehmen seine Kunden erst nach einer Woche über die Probleme informierte. Die von den Datenlecks betroffenen Online-Dienste sind aufgrund der Hackerattacken teilweise bereits seit drei Wochen offline. Am vergangenen Sonntag hatte Sony angekündigt, die Dienste würden innerhalb einer Woche wieder in Betrieb gehen. Als Entschädigung wurden den Kunden ein Monat kostenlose Nutzung sowie kostenlose Spiele in Aussicht gestellt. Doch von diesem Zeitplan ist das Unternehmen nun wieder abgerückt. Der Neustart des Playstation-Netzwerks werde sich weiter verzögern, kündigte die Sprecherin an. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest.

Sonys Stellung im Umfeld der Unterhaltungselektronik dürfte durch die Vorgänge schwer gelitten haben. Ohnehin hat der einstige Kult-Konzern ("It's not a trick, it's a Sony") in vielen Bereichen Marktpositionen gegen die Konkurrenz verloren. Synonym für mobiles Musikhören ist längst nicht mehr der Walkman, sondern der iPod, bei Flachbildfernsehern dominiert nicht etwa Sony, sondern Samsung das Feld, und auf dem Gebiet der Spielkonsolen sieht sich Sony starken Gegnern wie Nintendo und Microsoft gegenüber.

Und abgesehen von dem Schaden für den guten Ruf des Unternehmens wird auch der finanzielle Schaden hoch eingeschätzt. Larry Ponemon, ein Experte für Datensicherheit, glaubt, die Hackerattacken würden Sonys Bilanz mit Kosten von rund zwei Milliarden Dollar belasten. Am Ende dürfte es allerdings schwer werden, den entstandenen Schaden tatsächlich zu beziffern

mak/reuters

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1. Yeah Baby
Meckermann 07.05.2011
Jeder kriegt, was er verdient.
2. nee nee
dammitthissux, 07.05.2011
Zitat von sysopNeuer Tiefpunkt für Sony: Am Samstag meldete das Unternehmen, Tausende Datensätze seiner Kunden seien zeitweilig im Internet verfügbar gewesen. Die Online-Netzwerke des Konzerns bleiben nach dem Zwischenfall weiter offline. der Schaden für den Konzern wird immer größer. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,761227,00.html
...hat sony eigentlich die krisenmanager von tepco angeheuert?
3. Sony - ein Konzern auf Talfahrt
Roßtäuscher 07.05.2011
Zitat von sysopNeuer Tiefpunkt für Sony: Am Samstag meldete das Unternehmen, Tausende Datensätze seiner Kunden seien zeitweilig im Internet verfügbar gewesen. Die Online-Netzwerke des Konzerns bleiben nach dem Zwischenfall weiter offline. der Schaden für den Konzern wird immer größer. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,761227,00.html
Mittlerweile kann man von Sony nicht einmal mehr ein digitales Handdiktiergerät kaufen, es klingt billig wie aus einem hohlen riesengroßen Topf. Billiger Mist "Made in China". Aber China kann nichts dafür, wenn Sony billigste Teile verbauen lässt. Dann noch dieser Lapsus mit den Datensätzen. Kauf was bei Sony und du erlebst Maladi.
4. Verdammt gefährlich die schöne Internetwelt
sukowsky, 07.05.2011
Was lernen wir draus? Verdammt gefährlich die schöne Internetwelt wo sensible Daten hin und her huschen. Wer ruhig schlafen will koppelt seine sensiblen Computerdaten ab vom Netz. Das ist die momentane Lebensweisheit eines Cyberfreaks.
5. Etwas Gerechtigkeit
gandalfthegreen 07.05.2011
Nachdem Sony (SME Sony Music Entertainment) sämtliche youtube videos hat löschen oder über die Gema hat sperren lassen. Nachdenm Sony dem Endkunden verbieten will seine Playstation zu Hacken. Das tun nicht nur kids, wegen ihrer rechenleistung hat der computer auch anderen nutzen. immer nur verklagen, sei der der hacker oder ein paar kinder die sich 1-2 alben mal geladen haben. Aber selber unfähig die eigenen daten abzusichern. fein. so gesehen bekommen sie was sie verdienen
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Fotostrecke
Sony: So kamen Hacker an Kundendaten

Spielkonsolen: Die aktuelle Generation
Wii
AP
Der kleine Konkurrent kann im Gegensatz zu den Konsolen der Rivalen keine hochauflösende Grafik bieten, sondern liefert herkömmliche Fernsehauflösung. Trotzdem ist das Gerät so beliebt, dass der Hersteller bisher keine Preissenkung angekündigt hat. In den USA überholte die Wii im Juli 2008 Microsofts Xbox 360, was die Verkaufszahlen angeht. Die Konsole zeichnet sich durch einen bewegungssensitiven Controller und bewegungsorientierte Zusatzgeräte wie das "Balance Board" aus. Mit simplen Sport- und Spaß-Spielen hat sie für die Branche neue Zielgruppen erobert. 2009 führte Nintendo eine Erweiterung für den Controller namens Wii Motion Plus ein, die Bewegungen der Spieler noch präziser erfassen helfen soll. Einen ausführlichen Wii-Test finden Sie hier .
Playstation 3 und 2
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Der direkte Konkurrent von Microsofts Xbox 360 - die beiden Konsolen konkurrieren um die Hardcore-Gamer, die auch bereit sind, für hochauflösende Spielgrafik einen entsprechenden Fernseher zu kaufen. Im März 2007 kam die Konsole in Europa auf den Markt. Im Juli 2008 gab es sie entweder mit 40- oder mit 60-GB-Festplatte - im August 2009 wurde die PS3 slim vorgestellt, mit 120-GB-Festplatte und für einen niedrigeren Preis als das Vorgängermodell. Damit ist sie immer noch die teuerste unter den aktuellen Modellen. Die PS3 gibt ein hochauflösendes Videosignal über einen HDMI-Ausgang aus. Als einzige, momentan erhältliche Spielkonsole enthält sie ein Blu-ray-Laufwerk, mit dem sich auch hochauflösende Blu-ray-Discs abspielen lassen. Einen ausführlichen Test des ersten PS3-Modells finden Sie hier.

Im September 2010 kam in Deutschland die Erweiterung Playstation Move auf den Markt. Das Bewegungssteuerungs-System basiert auf der Konsolenkamera Playstation Eye und Controllern, die leuchtende Kugeln an der Spitze tragen. Die Kamera verfolgt die Bewegungen dieser Kugeln, gleichzeitig sorgen Lage- und Bewegungssensoren für ein noch genaueres Bewegungs-Abbild. Ein sogenanntes Starter-Pack enthält die Kamera und einen Move-Controller, es kostete im Herbst 2010 etwa 80 Euro. Weitere Controller sowie die mit einem Joystick ausgestatteten "Navigation Controller" müssen jeweils extra gekauft werden. Eine Ausrüstung für vier Spieler kann schnell so viel kosten wie eine ganze Konsole. Es sind jedoch auch im Preis reduzierte Bündel-Angebote erhältlich.

Sony hat als einziges der großen Unternehmen noch eine zweite Wohnzimmer-Konsole im Rennen: Die Playstation 2 verkauft sich noch immer, und es geht auch nach wie vor eine Menge Software für das Gerät weg, das in seiner Ur-Version im Jahr 2000 auf den Markt kam. In erster Linie verkaufen sich für das inzwischen geschrumpfte Gerät Partyspiele wie "SingStar" und das Quiz-Spiel "Buzz".
Xbox 360
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Microsofts High-Definition-Konsole ist von den drei aktuellen Konkurrenten am längsten auf dem Markt, nämlich seit Ende 2005. Microsoft schraubte seitdem mehrmals an Preis und Ausstattungsmerkmalen. Die 360 hat ein normales DVD-Laufwerk.

Die aktuellen Modelle geben HD-Bilder über einen HDMI-Ausgang aus. Im Juni 2010 stellte Microsoft eine neue, kleinere, nun durchgägnig schwarze Xbox 360 vor, die serienmäßig mit einem HDMI-Ausgang und einem Wifi-Modul für drahtlosen Netzzugang ausgestattet ist. Das Gerät soll zudem deutlich leiser sein als die vorangegangenen Modelle. Sie kostete in Deutschland zunächst gut 300 Euro. Eine preiswertere Version mit nur vier Gigabyte Flashspeicher, aber ohne Festplatte kostete im Herbst 2010 etwa 180 Euro. Einen ausführlichen Test der ursprünglichen Xbox 360 finden Sie hier.

Im November 2010 kam Micorosofts Bewegungssteuerungs-System Kinect auf den Markt. Es funktioniert ohne physische Controller, erfasst werden die Bewegungen der Spieler von zwei Kameras. Zudem sind in die balkenförmige Kinect-Erweiterung Mikrofone eingebaut. Das System erfasst Bewegungen des ganzen Körpers und kann außerdem auf gesprochene Anweisungen reagieren. Mit Kinect lassen sich nicht nur Spiele steuern, sondern auch die Benutzeroberfläche der Konsole bedienen, Filme starten, pausieren und stoppen und Videochats führen. Kinect kostete bei der Einführung etwa 150 Euro, inklusive eines Spiels. Diverse Bündel-Angebote mit samt einer Konsole sind ebenfalls erhältlich.
Sony PSP
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Die Playstation Portable, auf dem Markt seit 2005, ist Sonys erster Versuch, von dem traditionell von Nintendo ("Gameboy") beherrschten Markt für mobile Spielgeräte ein Stückchen abzuzwacken. Seit 2007 gibt es eine etwas dünnere Version namens Slim and Lite. Die Mobilkonsole kann nicht nur Spiele darstellen, sondern auch Filme und Musik abspielen. Außerdem lässt sie sich per W-Lan mit dem Internet verbinden. Filmdownloads und andere Inhalte können von der PS3 auf die PSP verschoben werden, außerdem kann die Mobilkonsole über einen Internetzugang als eine Art Fernbedienung für die PS3 benutzt werden. Die PSP ist auf dem Markt für mobile Spielgeräte Zweiter hinter Nintendos DS. Im Juni 2009 wurde das neue Modell PSP go vorgestellt, das ein herausschiebbares Unterteil mit den Bedienelementen darauf aufweist und deshalb deutlich kleiner ist, dafür aber kein Laufwerk mehr für Sonys UMD-Disk-Format hat. Spiele, Bilder, Filme und Musik sollen darauf direkt heruntergeladen werden. Die 2008 eingeführte PSP 3000 mit UMD-Laufwerk soll aber weiterhin produziert werden. Einen ausführlichen Test der ursprünglichen PSP finden Sie hier .
Nintendo DS
Der Nintendo DS ist seit 2005 in einer ersten Version auf dem Markt, seit 2006 in einer schlankeren Ausgabe namens DS Lite (abgebildet). DS steht für "dual screen". Die Konsole hat einen normalen und in der unteren Hälfte einen Touch-Screen. Spiele werden über Tasten oder aber einen Stylus, mit dem der Touchscreen bearbeitet wird, gespielt. Der DS lässt sich wie die PSP über W-Lan mit dem Internet verbinden, auch Online-Spiele und Spielereien wie Bilder-Chat sind so möglich. Mit Spielen wie "Nintendogs" und "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" erschloss der DS neue Zielgruppen für Mobilkonsolen. Der DS ist das derzeit meistverkaufte mobile Spielgerät. Seit der Markteinführung wurden der kleinere DS Lite und zuletzt, Ende 2008 bzw. Anfang 2009 der DSi nachgeschoben. Letzterer weist als Neuerung unter anderem zwei etwas größere Bildschirme und zwei VGA-Kameras auf (eine auf der Bildschirm-Seite, eine auf der Gehäuse-Außenseite). Einen Testbericht über die erste Version des Nintendo DS finden Sie hier , einen Bericht über den aktuellen DSi finden Sie hier . Seit März 2010 gibt es den DSi XL, der einen größeren Bildschirm (4,2 Zoll) verfügt. Bei der Electronic Entertainment Expo im Juni 2010 in Los Angeles stellte Nintendo ein neues Gerät namens 3DS vor, das dreidimensionale Darstellungen auf einem der beiden Bildschirme erlaubt, ohne eine Spezialbrille erforderlich zu machen. Preis und Erscheinungstermin wurden zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht genannt.


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