Kickstarter-Projekt "Clang" Neal Stephensons Schwertkampfspiel geht das Geld aus

Mehr als eine halbe Million Dollar hat der Autor Neal Stephenson für seine Schwertkampf-Software gesammelt. Nun ist das Geld aufgebraucht, das Projekt hängt in der Luft. Das "Clang"-Team macht dafür die Spielebranche verantwortlich - und Fans von Stephenson.

Autor Neal Stephenson (im Kickstarter-Video): Das Geld ist aufgebraucht

Autor Neal Stephenson (im Kickstarter-Video): Das Geld ist aufgebraucht


Das Projekt wird nicht billig werden, das wusste Neal Stephenson bereits vor mehr als einem Jahr, als er das Projekt "Clang" bei Kickstarter erfolgreich abgeschlossen hatte. "Schließlich müssen wir besser sein als diejenigen, die 'Farmville' und 'Angry Birds' entwickeln", sagte der Bestseller-Autor ("Cryptonomicon", "The Diamond Age", "Error") damals in einem Video. Doch immerhin mehr als eine halbe Million Dollar sammelte Stephenson bei den Fans ein. Das Problem: das Geld ist nun aufgebraucht, und das Ziel ist noch nicht erreicht.

Mit seinem Projekt wollte er die Schwertkampf-Steuerung für Videospielkonsolen revolutionieren. Das Ziel: mit anderen Fans eine Programmplattform erschaffen, die Schwertkämpfe mit einem bewegungsempfindlichen Controller simuliert. Das Projekt ist vorerst gescheitert und liegt nun erst einmal auf Eis.

Stephenson macht dafür in erster Linie die Videospielbranche verantwortlich. Er beklagt, dass mit THQ und LucasArts gleich zwei große US-Spielefirmen den Betrieb eingestellt haben. Und somit zwei potentielle Investoren. Die Hersteller "tendieren dazu, ihren Kopf über Wasser zu halten, indem sie Fortsetzungen und gut funktionierende Franchise-Produktionen ausschlachten", heißt es in einer Mitteilung des "Clang"-Teams.

Ein weiteres Problem: der Promi-Bonus von Neal Stephenson. Viele potentielle Investoren seien demnach lediglich Fans des Autors. "Sobald sie Neal tatsächlich getroffen haben und ihre Bücher haben signieren lassen, stellt sich heraus, dass sie gar kein wirkliches Interesse an dem Projekt haben." Um Stephenson nicht zu verletzen, würden die Investoren keine negative Kritik äußern - und dadurch gebe es kein wichtiges Feedback für die Entwickler.

Die finanziellen Probleme sind laut dem "Clang"-Team vor allem auf die Hardware zurückzuführen. Den Entwicklern sei von Anfang an klar gewesen, dass sich das Schwertkampf-Problem nur mit Hardware lösen lässt. Daher verweisen sie auf ein weiteres Kickstarter-Projekt mit dem Namen "Stem". Die Entwickler basteln an einer Bewegungssteuerung, die ähnlich wie die Playstation-Move-Controller und die Gamepads der Nintendo Wii funktionieren. Das Projekt hat das Finanzierungsziel bereits 22 Tage vor der Finanzierungsfrist erreicht und mehr als eine halbe Million Dollar eingespielt.

"Das Projekt stirbt nicht einfach, nur weil das Geld ausgegangen ist", heißt es in der "Clang"-Mitteilung. Allerdings arbeitet das Team nun nicht mehr rund um die Uhr an dem Schwertkampf-Projekt. Die Mitarbeiter suchen sich Vollzeitjobs, wollen aber abends und an Wochenenden weiter an ihrer Kickstarter-Idee arbeiten. So lange, bis man wieder eine Finanzierungsgrundlage gefunden habe. "Komischerweise haben wir nun ein besseres Gefühl, was die Zukunft von 'Clang' geht, als zu der Zeit, während die Uhr tickte."

jbr



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Seite 1
BettyB. 20.09.2013
1. Toll...
Daran haben einige gut verdient und andere von dem, was sie zu viel hatten, etwas abgegeben. Hat doch geklappt. Und das auch letztendlich ohne fiktives Blutvergießen...
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