Rollenspiel: "Diablo 3"-Server brechen beim Start zusammen

Absturz mit Ansage: Als in der Nacht zum Dienstag die Server für den Regelbetrieb des Fantasy-Rollenspiels "Diablo 3" geöffnet wurden, brachen sie prompt zusammen. Inzwischen läuft alles wieder rund - überall auf dem Globus sitzen "Diablo"-Besessene vor dem Rechner.

Diablo 3: Hacken und Hauen Fotos
Blizzard

Spiele wie "Diablo 3" sind schöne Beispiele dafür, dass Computerspiele längst ein Thema für Erwachsene sind. Der Vorgänger, "Diablo 2", ist über zehn Jahre alt - und viele derer, die ab Dienstagmorgen, 0 Uhr vor ihren Rechnern saßen, um die Welt von Teil drei als erste zu betreten, sind Veteranen von damals.

"Diablo 3" ist ein "Hack and Slay"-Titel ("Hacken und Erschlagen"), ein fortlaufendes Vor-sich-Hinmetzeln in Fantasy-Dungeons. Es steht in einer langen Tradition solcher Titel, angefangen beim Atari-Klassiker "Gauntlet" aus dem Jahr 1985, in denen Rollenspiel-Helden in schräger Draufsicht durch dunkle Labyrinthe irren und Gegner nach Gegner mit Schwert, Axt oder Zauberspruch niederstrecken, Gegenstände und zusätzliche Kräfte ansammeln. Hack and Slay ist eine Art Fantasy-Variante des "Space Invaders"-Motivs - immer weitermachen, es kommen immer neue Gegner nach. Mit einem entscheidenden Unterschied: "Diablo 3" hat ein Ende, jedenfalls die Einzelspieler-Kampagne.

Nach nur fünf Stunden meldeten die ersten Besessenen aus Asien - dort konnte dank Zeitverschiebung schon früher mit den Hackarbeiten begonnen werden - den Vollzug: Der Endgegner sei auf normaler Spielstufe besiegt gewesen.

Jedenfalls ist "Diablo 3" trotz oder gerade wegen des durchaus betagten Spielmechanismus derzeit der Bestseller in den Videospiel-Hitlisten des Planeten. Als in Europa die Server zum Spiel freigeschaltet wurden, brachen sie als erstes gleich wieder zusammen, der Andrang war zu groß. Ein Mitarbeiter der Onlineplattform Battle.net des "Diablo"-Betreibers Blizzard teilte im Forum mit:

"Aufgrund einer hohen Anzahl von gleichzeitig angemeldeten Spielern sind die Login-Server derzeit ausgelastet. Dies kann zu Verzögerungen beim Anmeldeprozess, auf den Accountseiten und bei den Webdiensten führen. Wir entschuldigen uns für die möglicherweise entstandenen Unannehmlichkeiten und bitten euch um Geduld, während wir an einer Lösung arbeiten."

Mittlerweile laufen Blizzards Statusmeldungen zufolge aber alle Server wieder, nur einige der Markt-Plattformen, in denen Spieler Gegenstände kaufen und verkaufen können, machen offenbar noch Probleme. Neben einem Livestream, in dem ein Nutzer den Rest der Welt an seinem "Diablo 3"-Erlebnis teilnehmen lässt, laufen Beschwerden und Jubelmeldungen auf. "Ich habe vier Wochen Urlaub und 'Diablo 3' ist da - hurra!".

Einen ausgiebigen Test einer "Diablo"-Veteranin lesen Sie kommende Woche bei SPIEGEL ONLINE.

cis

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 97 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Endlich
Glanzlos 15.05.2012
Zitat von sysopBlizzardAbsturz mit Ansage: Als in der Nacht zum Dienstag die Server für den Regelbetrieb des Fantasy-Rollenspiels "Diablo 3" geöffnet wurden, brachen sie prompt zusammen. Inzwischen läuft alles wieder rund - überall auf dem Globus sitzen "Diablo"-Besessene vor dem Rechner. http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,833255,00.html
Es wurde auch Zeit :-) Heut nach der Arbeit gehts los!!
2.
Atheist_Crusader 15.05.2012
Wieso muss eigentlich jeder Blödsinn mit etwas Zahlenschiberei als Rollenspiel tituliert werden? Na egal. Ich werd's mir die Tage mal anschauen. Die ersten zwei Teile waren im Großen und ganze sehr unterhaltsam, also denke ich mal, dass ich mir auch Teil 3 holen werde. Aber erst wenn der erste Ansturm vorbei ist.
3. Boulevardjournalismus
fgeiger 15.05.2012
Na, da habe wir mal wieder ein schönes Stückchen Revolverblatt-Recherche mit passend reisserischer Überschrift.....aber offenbar ist man der Meinung, Details würden den Leser eher verwirren. Deshalb der Nachtrag: Richtig ist, daß Blizzard die Anzahl der Logins auf den Anmeldeservern limitiert hat damit die Spielserver im grünen Bereich arbeiten konnten. Damit wurde sichergestellt, daß die Server eben NICHT gecrashed sind (was für die bereits Spielenden sehr ärgerlich gewesen wäre) sondern es bei fehlgeschlagenen Logins blieb. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
4.
Loewenherz 15.05.2012
Zitat von fgeigerNa, da habe wir mal wieder ein schönes Stückchen Revolverblatt-Recherche mit passend reisserischer Überschrift.....aber offenbar ist man der Meinung, Details würden den Leser eher verwirren. Deshalb der Nachtrag: Richtig ist, daß Blizzard die Anzahl der Logins auf den Anmeldeservern limitiert hat damit die Spielserver im grünen Bereich arbeiten konnten. Damit wurde sichergestellt, daß die Server eben NICHT gecrashed sind (was für die bereits Spielenden sehr ärgerlich gewesen wäre) sondern es bei fehlgeschlagenen Logins blieb. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Danke für die Richtigstellung!
5. D3
picard95 15.05.2012
D3 läuft bei mir leider nicht auf meinem Notebook (zu schlechte Grafikkarte), der Hauptrechner steht im Schlafzimmer. Schwere Entscheidung: das Relegationsspiel Düsseldorf-Hertha schauen oder im Schlafzimmer Diablo3 spielen? ...tut mir leid, Otto Rehhagel...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Games
RSS
alles zum Thema Games
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 97 Kommentare


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.