Legendäre Spieleserie Zehn Dinge, die Sie über "Die Sims" noch nicht wussten

Wussten Sie, dass Simlisch auf dem Ukrainischen basiert? Dass Depeche Mode und Lily Allen schon Simlisch-Songs aufgenommen haben? Wie "Sims"-Sex heißt? Zum Start von "Die Sims 4": zehn Kuriositäten rund um die Lebenssimulation.

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Deutschland blamiert sich bei der Fußball-EM, die Dreharbeiten für "Harry Potter und der Stein der Weisen" starten: Das Jahr 2000, in dem das erste "Die Sims"-Spiel auf den Markt kam, wirkt weit weg. Seit mehr als 14 Jahren ist die Serie ein Bestseller, mit über 175 Millionen verkauften Spielen, auf dem PC, auf Konsolen, sogar auf Smartphones. Dank der "Sims" habe man über drei Milliarden Dollar erwirtschaftet, meldete die Spielefirma Electronic Arts (EA) Anfang 2014 - das sei die Größenordnung von Filmen wie "Avatar" und "Titanic".

Allerdings gibt es auch "Sims"-Titel, an die sich kaum noch jemand erinnert: "Die Sims Online" etwa, ein Online-Multiplayer-Spiel, startete 2002 mit großem Hype, wurde in "EA Land" umbenannt und 2008 schließlich ganz geschlossen. Das Facebook-Spiel "Sims Social", 2011 gestartet, wurde nach zwei Jahren eingestellt.

Am Donnerstag aber soll die Erfolgsgeschichte der Reihe verlängert werden: Dann kommt "Die Sims 4", zunächst exklusiv für den PC.

Wir haben zehn kuriose Fakten zur "Die Sims"-Reihe für Sie zusammengestellt.

1. Sims können Sex haben, er heißt aber nicht so.

Wenn zwei "Sims"-Figuren romantische Gefühle füreinander entwickeln, kann es auch mal körperlich werden - allerdings so, wie man das aus Hollywoodfilmen kennt: In Teil 3 etwa findet Sex vollständig unter der Daunendecke statt (im Bett), hinter verschlossenen Schiebetüren (im Aufzug) oder unter Wasser (im Whirlpool). Statt Nacktszenen gibt es flatternde Herzchen zu bewundern. Sex heißt auch nicht Sex, sondern "Techtelmechtel", im englischen Original "WooHoo".

2. Das erste "Sims"-Objekt war eine Toilette.

Das Spiel sei ein "Familien-Simulator", schrieb SPIEGEL ONLINE 2000 über den ersten Teil, das Lenken der Spielfiguren entspreche eher "dem Spielen mit einem interaktiven Puppen-, und nicht dem Spannen im Big-Brother-Haus." Fast hätte Erfinder Will Wright, der zuvor bereits "Sim City" entwickelt hatte, aber ein anderes Spiel auf den Markt gebracht.

"Wright wollte eigentlich einen Architektursimulator entwickeln, da sein Haus in den Hügeln von Oakland abgebrannt war und er es wieder aufbauen wollte", sagt "Die Sims 4"-Mitentwicklerin Marion Gothier. Zwei Designerinnen hätten sich jedoch dafür eingesetzt, den Schwerpunkt stärker auf die Hausbewohner zu setzen. Das erste Objekt, das Will Wright für einen "Sims"-Prototypen entwarf, soll übrigens eine Toilette gewesen sein.

3. Vor dem Start von "Die Sims 4" machen nicht neue Funktionen Schlagzeilen - sondern fehlende.

Wenn "Die Sims 4" am Donnerstag auf den Markt kommt, hat das Entwicklerteam bereits jede Menge Ärger hinter sich. In Foren kursiert eine Liste mit "89 Funktionen, die in 'Die Sims 4' fehlen". Fans haben darauf Dinge gesammelt, die in älteren Teilen vorkamen, nicht aber in "Die Sims 4": Pools, Billardtische, Zeitungen, Träume. "Das klingt mehr nach einer HD-Version von 'Sims 1' als nach einem Nachfolger", lautet einer der populärsten Kommentare zum Thema.

4. Im "Sims"-Magazin gibt es Foto-Lovestorys.

"Die Sims - Das offizielle Magazin" erscheint alle zwei Monate, für 6,99 Euro. Dafür bietet das Heft Tipps zum Einkleiden der Sims und zur Hauseinrichtung, auf der Begleit-DVD finden sich außerdem Objekte fürs Spiel. Typische Titelthemen sind: "Voll ins Herz! Deine Sims im Valentinstags-Fieber" und "Erstelle sexy Strandschönheiten: Exklusive Bademode auf DVD". Sogar Foto-Lovestorys im "Bravo"-Stil gibt es manchmal.

5. Schwule Sims sind nichts Besonderes.

Als im Juni "Tomodachi Life" für den Handheld 3DS erschien, stand das Spiel wochenlang in der Kritik. Obwohl das Nintendo-Spiel als Lebenssimulator vermarktet wird, gibt es darin keine gleichgeschlechtlichen Beziehungen. "Die Sims" war in diesem Punkt schon 2000 realistischer. Bereits im ersten Teil konnten Männer ganz selbstverständlich Männer lieben und Frauen Frauen. Wie es dazu kam, hat das Spielemagazin "Joystiq" zusammengefasst.

6. Das beliebteste "Sims"-Objekt sind "dramatische Locken".

"Sims"-Fans können Add-Ons kaufen, aber ihr Spiel auch per Onlineshop aufpeppen. Für sieben Euro bekommt man 1.000 Sim-Points, mit denen sich neue Objekte und Welten erwerben lassen. Solche Extras gibt es im Internet reichlich. Das beliebteste Kaufobjekt - viele Zusätze sind auch gratis - sind dabei laut EA die "dramatischen Locken" für Sim-Köpfe, die 100 Sim-Points kosten.

7. "Sims"-Fans bezahlen gern für Schnee.

Allein zu "Sims 3" sind seit 2009 neun Accessoire-Pakete und elf Erweiterungen erschienen: vom "Supernatural"-Paket, das Hexen und Werwölfe ins Spiel brachte, bis zu "Into the Future", das Reisen in die Zukunft möglich macht. Häufiger gekauft werden aber andere Beigaben: Die deutschen Fans interessieren laut Electronic Arts besonders neue Wetterbedingungen (zum Beispiel Schnee und Hagel) und Haustiere. Sogar Billy-Regale für die Sim-Welt gibt es: 2008 erschien für "Die Sims 2" das Zusatzpaket "Ikea Home-Accessoires".

8. Dave Gahan, Lily Allen und Katy Perry können Simlisch singen.

"Simlisch" heißt die Fantasiesprache, die die Figuren in der "Sims"-Welt sprechen. Sie basiert unter anderem auf dem Ukrainischen. Mittlerweile haben bereits 300 Künstler einzelne Songs auf Simlish veröffentlicht, darunter Depeche Mode, Lily Allen und Katy Perry. Ein Auszug aus Depeche Modes "Suffer Well": "Deh dah do misbalah. Que-moh-nuzh-nee? Esta booka-dee schvallov en dough cheeky-a-vunch."

9. Manche "Sims"-Spieler sind Hobbyschriftsteller.

Nicht nur "Harry Potter" und "Twilight" haben eine aktive Fangemeinde, die sich immer wieder Geschichten ausdenkt, die im jeweiligen Serienuniversum spielen. Auch viele "Sims"-Anhänger inspiriert das Spiel dazu, längere Erzählstücke ins Netz zu stellen. "Sims"-Fan-Fiction findet sich unter anderem auf der Seite Fanfiction.net. Auf YouTube werden immer wieder Kurzvideos hochgeladen, deren Szenen in "Die Sims"-Spielen aufgenommen wurden. Ein tonloses Video namens "Sims 2 - Kids in love" zum Beispiel kommt auf 15 Millionen Klicks.

10. Bei den "Sims" sind die Update-Versionen Comedy.

Selbst für Nichtspieler lesenswert sind die Beschreibungen, die EA zu den Updates für "Die Sims" liefert. Darin finden sich regelmäßig Hinweise wie "Geister suchen jetzt auch Zimmer ohne Türen heim" und "Der Babysitter verlässt nun nicht mehr mit dem Baby das Grundstück". Auch schön: "Die Interaktion 'Techtelmechtel' gilt nun als romantische Interaktion."

insgesamt 21 Beiträge
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treime 03.09.2014
1.
Viel Spaß allen "Fans" beim upgraden des Spiels auf eine Vollversion mit vielen, vielen zu bezahlenden DLCs.
JTdeFish 03.09.2014
2. Das waren noch Zeiten...
Ich weiß noch, wie ich Stunden damit verbracht habe, eine Familie zu erstellen, das Haus zu bauen und einzurichten, um dann nur kurz mit der Familie zu spielen und dann wieder eine neue zu erstellen.
Heizölrückstoßabdämpfung 03.09.2014
3. Definitiv keine gute Investition.
Eine tolle andere Kuriosität: In Sims 4 fehlen 89 Features, die im Basisspiel von Sims 3 dabeiwaren. Allen voran Baufeatures und der gute alte Pool. Zusätzlich veröffentlicht EA keine Vorab-Version für die Presse, was heißt dass es zum Erscheinungsdatum keine Rezension über das Spiel geben wird. Für jeden, der vom Sim City Relaunch enttäuscht war kommt es wohl billiger, wenn er sich einfach die komplette Edition des Vorgängers holt.
plasmopompas 03.09.2014
4.
Nach vielen Negativerlebnissen in den letzten Jahren mit dem (nichtexistierenden) Kundenservice von EA wird dies die erste Sims-Version sein die ich nicht kaufen werde.
wurmfortsatz 03.09.2014
5. Sinn?
Ich hab den Sinn des Spiels nie verstanden. Worin liegt da der Langzeitreiz?
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