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Dinosaurier in Spielen: Ausgestorben, aber digital quicklebendig

Von Achim Fehrenbach

Reise in die Vergangenheit: Die bekanntesten Dino-Spiele Fotos
Circle Five Studios

Dinosaurier haben Generationen von Jugendlichen fasziniert - und werden es auch weiter tun. Aktuell sorgen dafür Videospiele wie "Ark: Survival Evolved". Ein Einblick in virtuelle Welten voller Fleisch- und Pflanzenfresser.

Der Stegosaurus ist insgesamt ein ruhiger Zeitgenosse, ein Pflanzenfresser. Reizen sollte man ihn dennoch nicht: Die Hiebe, die er mit seinem stachelbesetzten Schwanz austeilt, können tödlich sein. Will man den Stegosaurus im Spiel "Ark: Survival Evolved" zähmen, muss man Geduld haben.

Am besten traktiert man den Mehrtonner von fern mit Betäubungspfeilen, bis er ohnmächtig ist, verabreicht ihm zur Sicherheit ein paar Narkosebeeren und päppelt ihn schließlich mit Vegetarischem auf. Die stundenlange Pflegeprozedur lohnt sich: Der Stegosaurus ist ein formidables Lastentier und kann bis zu zwei Reiter tragen.

In "Ark: Survival Evolved" sind Dinos längst nicht nur Schreckechsen. Sie sind auch Forschungsobjekte, deren Eigenschaften man genau kennen sollte, will man ihre Fähigkeiten für sich nutzen. Durch die riesige Spielwelt von "Ark" streifen T-Rex, Diplodocus und zwei Dutzend weitere Dinos, dazu viele andere prähistorische Tiere. Die Spieler bauen Waffen, errichten Festungen und schließen sich zu Clans zusammen.

Schon jetzt hat das Early-Access-Spiel weit mehr als eine Million Teilnehmer, die finale Fassung ist für Mitte 2016 geplant. Dino-Computerspiele erleben gerade einen Boom. Und "Ark" ist ihr erfolgreichster Vertreter.

Die Menschlein kämpften tapfer gegen gefräßige Monster

Natürlich sind die Urzeitechsen schon lange in Games präsent, wie unsere Fotostrecke zeigt. So gab es 1983 auf dem Apple II ein Jump'n'Run namens "Dino Eggs", bei dem man als Zeitreisender möglichst viele Saurier-Eier retten musste. In "Quest for Tires" aus demselben Jahr rettete Höhlenmensch Thor seine Freundin aus den Fängen eines Schuppenmonsters.

"Turok: Ein Riesenerfolg, auch dank der Dinos im Spiel Zur Großansicht
Night Dive Studios

"Turok: Ein Riesenerfolg, auch dank der Dinos im Spiel

Mit seinem Film "Jurassic Park" löste Steven Spielberg 1993 einen wahren Dino-Hype aus, der auch Dutzende Spiele hervorbrachte. In Spielen wie "Turok" (1997) oder "Dino Crisis" (1999) waren die Rollen allerdings klar verteilt: Die Echsen verbreiteten Terror, die Menschlein kämpften tapfer gegen hinterhältige und gefräßige Monster.

In den letzten Jahren hat sich das geändert. Immer häufiger können Dino-Fans selbst in die schuppige Haut der Riesenechsen schlüpfen, zum Beispiel in asymmetrischen Kampfspielen wie "Primal Carnage: Extinction" oder Rätsel- und Erkundungsspielen wie "Lego Jurassic World".

Dramaturgie statt Realismus

Einige Spielemacher erheben sogar den Anspruch, Verhalten und Lebensumstände der Urzeitriesen authentisch abzubilden - die Schöpfer von "Ark" etwa berufen sich auf ihr intensives Studium wissenschaftlicher Quellen. Gleichwohl sollte man sich keiner Illusion hingeben: Die meisten Game-Designer verzichten lieber auf Realismus, als dafür die Dramaturgie ihres Spiels zu opfern. Auch "Ark" packt Dinos unterschiedlichster Zeitalter in eine Spielwelt und verändert Eigenschaften wie Größe oder Aussehen. Was zählt, ist letztlich der Nervenkitzel.

Den spannendsten Impuls für Dino-Games setzt derzeit die virtuelle Realität (VR). 2016 erscheinen VR-Brillen wie Oculus Rift, Playstation VR und HTC Vive - und diese Brillen brauchen spannende Inhalte, weil sie die Hardware verkaufen helfen. VR soll Spieler überwältigen, soll sie tief ins Geschehen hineinziehen - Dinosaurier eignen sich offenbar hervorragend dafür, wie Demos wie Cryteks "Back to Dinosaur Island" zeigen.

Geht der Trend mit VR wieder in Richtung Schreckechse? Oder erleben wir demnächst Dino-Spiele mit höherem Realismusanspruch? Die digitale Zukunft der ausgestorbenen Giganten ist spannender denn je zuvor.

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Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Stegosaurus lasse sich aus der Ferne am besten mit einer Steinschleuder traktieren, gemeint waren Giftpfeile. Ferner wurde behauptet, "Ark" erfinde neue Monster wie Riesenskorpione, gemeint war, dass sich die Erfinder des Spiels bei den Kreaturen nicht immer an die nachweisbaren Eigenschaften wie Größe und Aussehen halten. Wir haben die Fehler korrigiert.

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Wer erinnert sich noch an FinFin?
frenchie3 01.01.2016
Dieser fliegende Delphin in einer seinerzeit wahnsinnig realistischen Umgebung? So was hätte ich gerne mal mit Dinos, epochenrein, nur nachgewiesene Tiere und Pflanzen. Supertamagochi, sozusagen
2. Alle ARK Fans aufgepasst
spon-facebook-10000385386 01.01.2016
Schaut doch mal in der größten Deutschen ARK Community vorbei: http://arkforum.de Viele Grüße Tom
3. Korrektur
LudwigN 01.01.2016
Die leicht aufpolierte Version von "Turok" wurde nicht nur bei steam veröffentlicht, sondern ist auch komplett DRM-frei bei GOG erhältlich.
4.
50penny 01.01.2016
Zitat von frenchie3Dieser fliegende Delphin in einer seinerzeit wahnsinnig realistischen Umgebung? So was hätte ich gerne mal mit Dinos, epochenrein, nur nachgewiesene Tiere und Pflanzen. Supertamagochi, sozusagen
Sie sollten sich mal Saurian anschauen, ist momentan in der Entwicklung und hat das Ziel, den Lebensraum der Hell-Creek-Formation möglichst genau darzustellen.
5.
Sueme 01.01.2016
Ist der Rest des Artikels eigentlich genauso falsch wie der erste Teil über ARK? Der Stego ist weder ein formidables Lastentier noch passen da zwei Reiter drauf. Anstatt der Steinschleuder eher Bogen mit Betäubungspfeilen und das Wildcard als Developer neue Dinos wie Riesenskorpione erfindet....ich sag nur: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/riesenskorpion-eurypterida-fossilien-zeigen-giganten-der-urzeit-a-1050829.html Danke für den sachlich und fachlich eindrucksvollen Artikel.
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